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Review: Pretty Maids
 
PANDEMONIUM

Album:
 PANDEMONIUM, 2010, Frontiers

Stil:
 Melodic Rock, Hard Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 14.05.2010

Review:
 Profitgier bis zum Abwinken, mangelndes Vertrauen in Musiker und ein zunehmend zahlungsunwilliges Klientel mögen die Gründe sein, dass man auch nach Jahrzehnten harter Arbeit und einer makellos weißen Erfolgsweste plötzlich mit neuem Album aber ohne Plattenvertrag dasteht. Dies ist umso ärgerlicher, bedenkt man, dass es nicht ausschließlich die vielgelobten, vielgehypten und vielpenetrierten Popstars sind, die den großen Label satte Gewinne verschaffen, sondern vor allem Rock- und Metalgrößen wie AC/DC und Metallica für warmen Geldregen sorgen.
Umso erfreulicher für melodisch angehauchte Bands, dass es sich Frontiers als Label auf die Fahnen geschrieben hat, auch gestrandeten Bands eine Chance zu geben und nach vier Jahren Pause auch das nächste Werk vertreibt. Aber dumme Frage, was kann ein Label schon falsch machen, wenn er die Dänische Rock-Institution Pretty Maids, die schon seit 1982 die Musikwelt bereichert, unter Vertrag nimmt?
Ok, genug geärgert, eigentlich geht es um die neue Scheibe PANDEMONIUM der Herren Ronnie Atkins, Ken Hammer und Co.. Und hier hat sich doch einiges seit dem letzten Album getan. Es scheint, als ob die vier Jahre Pause wie eine Frischzellen-Kur für die Herren gewirkt hat und sich vielleicht auch bedingt durch diverse Solo-Erfahrungen von Ronnie Atkins wieder auf ihre einstigen Stärken besinnen konnte.

Und so startet das Album mit einem richtig knackigen Hard Rocker, dem Titelsong "Pandemonium", der glücklicherweise nicht der Einzige seiner Art bleiben wird. Ähnlich kraftvollen und harten Nachschlag gibt es später noch mit "Cielo Drive" und etwas bombastfreier bei "It Comes at Night", einem meiner persönlichen Highlights. Trockene brachiale Bass-Beats, mitreisender Chorus und ein Break, das sich gewaschen hat, lässt nicht nur die Schwingspule des Sub-Woovers bis zum Anschlag tanzen.
Wer sich Melodic Rock auf die Fahnen geschrieben hat, der sollte auch solchen bieten, will er nicht als Mogelpackung abgestempelt werden. Da lassen sich die Dänen nicht lange bitten und auch wenn bei "I.N.V.U." noch einiges an Härte unter der Haube schlummert.
"One World one Truth", die Halbballade "Old Enough to know" oder das stampfende "Beautiful Madness" gehen Dank ihrer gefälligen Melodien und der charakteristischen rauen Stimme des Frontmanns sofort ins Ohr.
Lediglich mit dem ultraweichgespülten "Little Drops of Heaven" touchiert man die Grenze des Kommerzrocks, liefert aber dadurch auch eine 100%ige Nummer fürs Radio, was nach vierjähriger Albumsabstinenz sicherlich kein Schaden sein sollte.

Fazit: Auch wenn zeitweise einige Alben etwas weniger konkret und druckvoll geklungen haben, so war man nie recht weit von der Ideallinie entfernt. Diesmal sind ihr die Dänen wieder ein gehöriges Stück näher gekommen und punkten mit rauem Hard Rock ebenso gut, wie mit melodischen Ohrwürmern und synthielastigen Kommerzrockern. Hart und konsequent hat man hier an die Tugenden von PLANET PANIC angeknüpft und den leichten Durchhänger WAKE UP TO THE REAL WORLD schnell vergessen lassen. Pretty Maids schaffen es mit PANDEMONIUM mühelos ihren Platz an der Spitze der Melodic-Rock-Fraktion zu sichern - Punkt!

Anspieltipps:
 Der Titelsong "Pandemonium", das ebenso harte "It Comes at Night" aber auch das poplastige "Little Drops of Heaven".

Tipp:
 Pretty Maids-Fans werden aufschnaufen, denn ihre Band hat immer noch genug Bock auf Rock...

Titel-Liste:
 
  1. Pandemonium
  2. I.N.V.U.
  3. Little Drops of Heaven
  4. One World one Truth
  5. Final Day of Innocence
  6. Cielo Drive
  7. It Comes at Night
  8. Old Enough to know
  9. Beautiful Madness
  10. Breathless
    - - - Bonus Track - - -
  11. It Comes at Night (Remix)

Laufzeit:
 49:44 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/pmaids 


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