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Review: Prime Circle
 
JEKYLL & HYDE

Album:
 JEKYLL & HYDE, 2011, Syndora

Stil:
 Hard Rock, Alternative Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 W.W., 26.07.2011

Review:
 Trotz großartiger Bands wie etwa Tribe After Tribe ist Südafrika auf der rockmusikalischen Landkarte ein weitgehend weißer Fleck. Die Band Prime Circle stammt aus Witbank/Südafrika und hat seit 2000 bereits mehrere äußerst erfolgreiche Alben veröffentlicht. 2011 erschien das neueste Werk des Fünfers – JEKYLL & HYDE.
Der Titel lädt zu diversen Vergleichen ein – allerdings greifen sie nicht, denn die zwölf kompakten Rocksongs haben keine zwei Gesichter. Das eine, das sie jedoch haben, ist indes ein eindrucksvolles. In einer guten dreiviertel Stunde rocken die Südafrikaner mit jeder Menge Verve und Herzblut drauflos, so dass man am Ende von JEKYLL & HYDE nicht umhin kommt, anerkennend mit dem Kopf zu nicken und den Kritikerdaumen steil nach oben zu richten. Der Veröffentlichung des Albums gingen bereits einige Nominierungen bei den MK Music Awards (jährlicher Musikpreis in Südafrika) voraus, etwa in den Kategorien "Album of the Year", "Best Group" oder auch "Best Rock Album". Vorschusslorbeeren, die mehr als nur berechtigt sind, wie man feststellt, wenn man der CD sein Ohr leiht.

Los geht es gleich mehr als nur eingängig mit "Closure", "Broken Promise" rockt mit einem mehrheitsfähigen Refrain ordentlich nach vorne und der Hit "Breathing" (für den die Band übrigens den Preis für den „best international breakthrough act“ gewann) ist ganz großes Melancholie-Kino, tränendrüsenreizende Pianoklänge und sanfte Streicher inbegriffen.
Das Schöne an diesem Album ist allerdings: es geht so hochwertig weiter! "All of me", "Turning in my Sleep" oder das großartige "Never gonna bring us down" sind Lehrstunden guter, ehrlicher (Hard-)Rock-Musik. Als Vergleiche kommen einem – nicht nur wegen Ross Learmonth’s eindringlicher Stimme – immer wieder die Kanadier Nickelback in den Sinn. Aber auch Pearl Jam, die Stone Temple Pilots und natürlich die amerikanischen Megaseller Creed haben dem Bandsound hörbar Pate gestanden. Prime Circle sind allerdings meilenweit vom bloßen Kopisten-Dasein entfernt, dazu klingt das Songwriting viel zu eigenständig und ausgefeilt. Der Sänger verrät hierzu das Geheimnis: „Unser Mantra während der Aufnahmen war ‚gut ist nicht gut genug‘.“ Eine Weisheit, die sich so manche andere Band mal gefälligst ins Stammbuch ritzen sollte...
Hinzu kommt eine blitzsaubere, dynamische und druckvolle Produktion für die Theo Crous zusammen mit Kevin Shirley, Bellville und George Marino verantwortlich zeichnete und die wirklich keine Wünsche offenlässt.

Fazit: Das Album JEKYLL & HYDE ist ein kurzweiliges Hörvergnügen, das einen nach den letzten Tönen des atmosphärischen Titelsongs, an den sich nach wenigen Sekunden Leerlauf noch ein Bonussong anschließt, ganz erstaunt auf die Uhr blicken lässt, da man es kaum glauben kann, das eben knapp 50 Minuten verstrichen sein sollten. Und das ist doch eigentlich ein sehr schönes Kompliment für ein Rock-Album, oder nicht? Sehr empfehlenswert!

Anspieltipps:
 Um die Pole ausloten zu können, zwischen denen sich der Sound von Prime Circle bewegt, sollten interessierte Hörer auf der einen Seite die Ballade "Breathing" antesten, auf der anderen den Power-Rocker "I’m Ready".

Tipp:
 Allen Fans, denen Creed zu früh verschieden sind, die meinen Alter Bridge veröffentlichen zu selten und die auch Nickelback nicht abgeneigt sind, sei zu JEKYLL & HYDE von den Südafrikanern Prime Circle geraten. Sie werden nicht enttäuscht sein.

Titel-Liste:
 
  1. Closure
  2. Broken Promise
  3. Breathing
  4. Everything you want
  5. All of me
  6. Turning in my Sleep
  7. Never gonna Bring us down
  8. I’m ready
  9. Worth the Fight
  10. Not the Same
  11. Turn me to Stone
  12. Jekyll And Hyde

Laufzeit:
 49:08 Min.

Band-Infos:
 
  • www.primecircle.de 

  • Probehören und Kaufen:
    Prime Circle: JEKYLL & HYDE

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