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Review: Pump |
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Album:
| | SONIC EXTASY, 2009, Fastball Music |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 16.08.2009 |
Review:
| | Pump haben sich mit Haut und Haaren dem schnörkellosen Hard Rock der 80er Jahre verschrieben, wie ihn einst die US-Boys von Skid Row herunter zockten und heute noch Schweizer Bands wie Krokus und Shakra zum Besten geben.
Damit ist schon einmal der Bonus-Punkt für "weltbewegende" Innovationen futsch, aber damit wird die Band sicherlich keine Probleme haben, genau so wie ihr Produzent Uwe Lulis, der als ex-Grave Digger- und jetzt Rebellion-Gitarrist bereits genügend Erfahrungen mit Innovationsminimierungen gesammelt haben soll.
Ich bin sowieso nicht unbedingt ein Freund permanenter Neuerungen, die oftmals in einem stilistischen Wirrwarr oder gar Nirvana enden, anstatt tatsächlich interessantes zu Tage bringen. Leuchtende Vorbilder, dass es auch klappen kann, sind die Dänen Volbeat, aber das ist eine andere Geschichte.
Jetzt geht es aber erstmal um das aktuelle Scheibchen SONIC EXTASY, übrigens das dritte Werk der fünf Stuttgarter mit ex-Brainstrom Frontmann Marcus Jürgens an Bord.
Mit ihrem Opener "Ready, Aim & Fire", der sich voll auf Augenhöhe mit dem Smash-Hit "Revolution on my Mind" des Vorgänger-Albums bewegt, lassen Pump schon mal nichts anbrennen. Bereits nach wenigen Augenblicken haben sich die mächtig treibenden Riffs tief in die Gehörgänge gegraben, was durch den Refrain und seinem Mitgrölfaktor noch verstärkt wird. Abgerundet wird das Ganze nach einem interessanten Break mit ausführlichen Gitarren-Soli.
"Testify" nimmt etwas den Fuß vom Gas, erhöht dafür aber den Groove-Faktor. Der Song durchläuft dabei eine richtige Entwicklung beginnend mit dem anfänglichen Riff und dem markanten Refrain diesmal mit weiblicher Chor-Unterstützung. Es folgt ein bassbetonter Part mit anschließendem Gitarrensolo um danach das Riff zu Beginn wieder aufzunehmen.
Mit dem hitverdächtigen "Low Life in the fast Lane" haben Pump gleich noch ein heißes Eisen im Feuer, wenn darum geht, die Gunst der Zuhörer zu gewinnen. Perfekt arrangiert von der Einleitung mit Gewitterstimmung über die markanten, an Shakra erinnernden Gitarrenriffs, bis hin zum melodischen und eingängigen Ohrwurm-Refrain. Der mitreißende Gesang von Marcus und die soliden Gitarren-Soli sind dabei "nur noch" das letzte Milchschaumhäubchen auf dem wohlschmeckenden Cappuccino.
Die Serie reißt nicht ab und setzt sich fort über das stampfende "Never", das tierisch groovende "Couldn't care less", das verdächtig ruhig startende "Kiss of Voodoo", das gitarrenlastige "Don't get mad get even" bis hin zur Mid-Tempo-Walze "Burning Light" mit dem gewissen Schuss Def Leppard.
Von der "Insel" geht es schnurstracks über den großen Teich, denn...
...tief in der US-amerikanischen 80ern wildert "Ain't got enough" mit seinem Slap-Bass-Intro. zeigt aber trotz Detailgetreue bei den fetten Chören im Refrain oder den ausschweifenden Gitarren-Soli gerade bei der Rhythmusarbeit moderne Einflüsse; eine perfekte Symbiose von Altbewährtem und Moderne.
Zum erstem Mal wirklich Durchschnaufen erlaubt die gefühlvoll in Szene gesetzte Ballade "All I could bleed" mit ihren schmachtenden Chören im Refrain, bei denen man am liebsten selbst mitkrähen möchte. Klar, dass diesmal das Gitarren-Solo voll auf Gefühl anstatt auf Power setzt. Da macht das Kuscheln beim Blues-Tanz richtig Spaß.
Aber Pump sind nun mal keine ausgesprochene Melodic Rock- oder AOR-Band und deshalb ist es mit "Long Road to nowhere" erst wieder vorbei mit der Schmuserei. Der treibende Mid-Tempo-Song walzt richtig fett aus den Boxen, sodass man sanft wieder an mehr Tempo gewöhnt wird.
Das ist auch gut so, denn die Schlussrunde mit "Cry for the Moon" wird im gepflegten Up-Tempo absolviert und macht genau das, was ein gutes Album auszeichnet, das Album würdig abrunden und das Verlangen auf eine weitere Runde im CD-Player wecken.
Fazit: Ja, genau so soll Hard Rock oder Heavy Metal klingen. Die Band liegt irgendwo in der Schnittmenge zwischen Sebastian Bachs charakteristischem Gesang, Mat Sinners treibenden Rhythmen und Schweizer Liebe zur Tradition. Und die Jungs zeigen dabei eindrucksvoll, dass sie mit 100% Leidenschaft hinter ihrer Mucke stehen und das ist mir viel wichtiger, als jede noch so gut gemeinte Innovation - um den Begriff ein letztes Mal zu strapazieren - denn wer jetzt meint, dass keine Abwechslung geboten wird, der hat sich getäuscht.
Wie nicht anders zu erwarten, wurde das Scheibchen voll fett produziert, was die treibenden Riffs und den Groove erst richtig gut zur Geltung bringt. Für mich ist SONIC EXTASY eines der Sommer-Highlights 2009 und es gibt mir Hoffnung, dass auch die etwas jüngere Garde das Erbe der wohl bald in den Ruhestand enteilenden Fossilien zukünftig pflegen wird.
Übrigens, wer die Jungs demnächst live erleben möchte, der hat im November die Gelegenheit, wenn Pump eine der Fossilien, in diesem Fall UFO, auf ihrer Tour begleiten. |
Anspieltipps:
| | Der Opener "Ready, Aim & Fire", der Hit "Low Life in the fast Lane", für Retro-Feeling "Ain't got enough" und für die Kuschelmomente im Leben "All I could bleed". |
Tipp:
| | Pump-Fans können bedenkenlos zugreifen und auch alle Liebhaber von Combos wie Dokken, Skid Row, Sinner oder Shakra. Hier hält zur Abwechslung mal die Verpackung, was sie verspricht, leckere Kost, nicht nur fürs Auge. |
Titel-Liste:
| | - Ready, Aim & Fire
- Testify
- Low Life in the fast Lane
- Never
- Couldn't care less
- Kiss of Voodoo
- Don't get mad get even
- Burning Light
- Ain't got enough
- All I could bleed
- Long Road to nowhere
- Cry for the Moon
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.pump-rocks.net  |
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Bandinfos |
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