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Review: Queensryche
 
RAGE FOR ORDER

Album:
 RAGE FOR ORDER, 1986/2003, EMI/Capitol

Stil:
 Progressive Metal, Heavy Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.A., 25.04.2011

Review:
 Die 1981 in Seattle formierten Queensryche hatten sich bereits mit der Mini-LP QUEEN OF THE RYCHE (1982/1983), sowie dem Album THE WARNING beachtliche Reputation erspielen können. Tourneen im Vorprogramm von Bon Jovi, DIO und Kiss folgten und machten Geoff Tate (Vocals), Chris DeGarmo (Guitar), Michael Wilton (Guitar), Eddie Jackson (Bass) und Scott Rockenfield (Drums) auch in Europa bekannt. Im Anschluss daran nahmen sich Queensryche fast zwei Jahre Zeit für das zweite vollwertige Album, welches ihnen den ersten "kleinen" internationalen Durchbruch bringen sollte: RAGE FOR ORDER.

Durch ihren progressiven Rockstil hoben sie sich von anderen Bands des Metal-Genres ab. Und dies zeigte sich besonders in konzeptioneller Hinsicht. Hinter RAGE FOR ORDER steckte ein ausgeklügelter Aufbau, nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Die fünf Perfektionisten bedienten sich der seinerzeit neuesten Technik, um die komplexen, experimentellen und bis ins kleinste Detail strukturierten Kompositionen im bestmöglichen Soundgewand präsentieren zu können. Und dies ist ihnen auch in beeindruckendem Maße gelungen.

Bereits das Eröffnungsstück "Walk in the Shadows" setzt mit seinen schneidenden Gitarren, dem unwiderstehlichen Chorus und dem glasklaren Powersound ein dickes Ausrufezeichen und gibt die weitere Richtung der Platte vor.
Mit dem düsteren, balladesken" I dream in Infrared", dem nicht minder bedrohlichen "The Whisper" sowie der treibenden und superben Psycho-Nummer" Gonna get close to you" (einem Lisa Dalbello-Cover) erzeugen die Band und allen voran Ausnahmesänger Geoff Tate Gänsehaut im Sekundentakt.
Aber auch harte und dabei doch melodiöse Rock-Knaller wie "The Killing Words", "Surgical Strike", "Neue Regel", "Chemical Youth" können zu jeder Sekunde aufgrund ihrer Power und der spielerischen Brillanz überzeugen.
Ein weiterer Höhepunkt stellt der Song "London" dar, dessen Chorus man nur schwer wieder aus dem Kopf bekommt und der von der Grundstimmung und vom Aufbau her auch hervorragend zu OPERATION:MINDCRIME gepasst hätte.
Gleiches gilt, zumindest von der musikalischen Seite betrachtet, für das knallharte und virtuose Prog-Metal-Sahnestück "Screaming in Digital", das sicherlich zu den härtesten Songs gehört, die Queensryche in ihrer Karriere geschrieben haben.
Den Abschluss und zugleich auch letzten Höhepunkt bildet die Akustik-Ballade "I will Remember", in der Geoff Tate mal wieder seinen Ausnahmestatus als Sänger unterstreicht. "I will Remember" kann zugleich als Bindeglied zum Nachfolgewerk betrachtet werden, das bekanntlich mit der Zeile "I remember now" beginnt.
RAGE FOR ORDER enthält bereits zahlreiche Stilelemente, die auf dem Nachfolgewerk und Über-Album OPERATION:MINDCRIME perfektioniert wurden. Aber das ist wieder eine ganz neue Geschichte...

Fazit: Mit dem zweiten Album gelang den fantastischen Fünf aus Seattle ein ganz großer Wurf, der darüber hinaus bereits einen Ausblick auf spätere Großtaten bot. Knallharte Gitarrenpassagen, Klangteppiche aus Gitarren und Keyboards (letztere bekommt man selten bei Queensryche zu hören), interessant arrangierte Zwischenparts, präzises und innovatives Schlagzeug machten diese Scheibe zu einem absoluten Hörgenuß. Und über allem thront die erstklassige und unverkennbare Stimme von Geoff Tate. Power pur! Die Kompositionen sind durchweg allererste Sahne, die Produktion filigran und fett. Kein einziger Ausfall. Ein Killer-Album und leider zu Unrecht unterbewerteter Progressive-Metal-Klassiker!

Anspieltipps:
 „Walk in the Shadows“, “Gonna get close to you”, “London”, “Sreaming in Digital”, “I will remember”.

Tipp:
 Die Remastered-Edition ist klanglich über jeden Zweifel erhaben, wobei ich keine Vergleichsmöglichkeit habe, da die Original-CD aus dem Jahre 1986 nicht zu meiner Sammlung zählt. Die Bonus-Tracks sind bis auf den nervös-nervigen und krampfhaft auf Modern getrimmten Remix von "Gonna get close to you" allesamt empfehlenswert.

Titel-Liste:
 
  1. Walk in the Shadows
  2. Dream in Infrared
  3. The Whisper
  4. Gonna get close to you
  5. The Killing Words
  6. Surgical Strike
  7. Neue Regel
  8. Chemical Youth (We are Rebellion)
  9. London
  10. Screaming in Digital
  11. I will remember
    - - - Bonus Tracks - - -
  12. Gonna get close to you (12” Version)
  13. The Killing Words (Live 1994)
  14. I dream in Infrared (1991, Acoustic Remix)
  15. Walk in the Shadows (Live 1991)

Laufzeit:
 63:33 Min.


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