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Review: Rage |
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Album:
| | CARVED IN STONE, 2008, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | J.G., 07.04.2008 |
Review:
| | Von Peavy Wagner gab es in den letzten 20 Jahren mit großer Regelmäßigkeit Neues zu vermelden. Da half er beispielsweise Helloween-Basser Markus Großkopf bei seinem Projekt Bassinvaders aus und traf dabei auf zwei weitere Bass-Urgesteine Schmier (Destruction) und Tom Angelripper (Sodom). Auch in seiner band Rage gibt es immer wieder einmal Neuigkeiten beim Line-Up zu vermelden. Diesmal war es Mike Terrana, der zunächst zu Masterplan und dann zu Axel Rudi Pell wechselte und von Andre Hilgers ersetzt wurde. Und dann ist da noch die Sache mit Lingua Mortis und der Symbiose von Klassik und Metal. Wie würde als der Neuling CARVED IN STONE ausfallen? Klassisch oder "klassisch"? Das Peavy immer wieder einmal für eine Überraschung gut ist, hatte er in der Vergangenheit schon öfter bewiesen und auch diesmal hält er nicht lange hinter dem Berg.
Um es vorweg zu nehmen, CARVED IN STONE ist kein Nachfolger des SPEAK OF THE DEAD-Albums und hält sich bei allen klassischen Einflüssen, die es seit LINGUA MORTIS von 1996 gegeben hat weitgehend zurück. Vielmehr hat man sich an die guten alten Zeiten erinnert, als zwei Griechen an Bord waren und Alben wie BLACK IN MIND und END OF ALL DAYS mit eingespielt hatten. Ich spreche hier von kompromisslosem harten Metal, der auf eingängige Hooklines, raue Gitarren und Rhythmus setzt.
Schon der Opener und gleichzeitige Titelsong "Carved in Stone" verdeutlicht die Marschrichtung des gesamten Albums. Auch wenn das bombastisch angehauchte Intro Orchestrales vermuten lässt so ist dies ein Trugschluss. Nach knapp einer Minute wirds ernst und das Trio geht in die Vollen. Mit einem richtigen Arschtreter beginnen, dazu gehört schon Mut. Allzu viele Bands haben sich damit gleich mit ihrem ersten Song schon verausgabt. Trotz Härte gelingt es Rage einen richtigen Ohrwurm-Refrain hinzuklotzen, der auch Tage später noch nachklingt - frei nach "Carved in Ears".
In die gleiche Kerbe schlägt "Drop Dead!", der sofort Gas gibt und nahtlos an "Higher than the Sky" anknüpfen kann. Jedoch ist das Tempo hier durchgehend höher, die Gitarrenarbeit variantenreicher und der Refrain einen Tick melodischer, als beim Klassiker von 1996.
Für "Gentle Murders" läuft zunächst alles so, wie bei den Vorgängern. Für den Break und das Solo hat man jedoch orientalische Klänge einfließen lassen, die dem Song die richtige interessante Würze verleihen, an die man sich auch später noch erinnern kann.
Noch deutlicher werden die folkloristischen orientalischen Klänge bei "Open my Grave". Hier besteht der besondere Reiz in dem Kontrast zwischen orientalischem Intra, dem zuckersüßen melodischen Refrain, der nach dem zweiten Freak fast balladeske Formen annimmt und einem recht hart gezockten thrashigem Hauptthema. Einmal mehr ein Tribut an die eigenen guten alten Zeiten.
Erwartet uns bei "Without you" eine Ballade? Zumindest die erste Dreiviertel Minute lässt es erwarten. Aber weit gefehlt, auch wenn man eher in Midtempo-Regionen agiert, so überraschen zunächst ein paar Riffs, die an Black Sabbath erinnern, bevor man zu einem Rage-typischen Thema zurückkehrt.
Nackenbrecher aber zumindest grooviger Mitnicker, so kurz wäre die Beschreibung für "Long hard Road". Ganz im Sinne von "End of all Days" mit einem sehr unterhaltsamen Gitarren-Solo, das man auch gerne ein paar mal hintereinander hören kann.
"One Step ahead", das recht thrashige "Lost in the Void" und "Mouth of Greed" können das Niveau spielend halten, bringen jedoch wenig Neues.
Anders verhält es sich bei "Lord of the Flies". Hier hat man mit symphonischen Elementen, orchestraler Grundstimmung und einigen fetten Chören die Zeit von LINGUA MORTIS wiederbelebt. Jedoch sind hier die Gitarrenriffs deutlich straffer und metallischer, als damals während der orchestralen Phase. Auch die teilweise eingestreuten orientalischen Klänge und Licks verleihen den Ganzen eine andere Grundstimmung. In jedem Fall ein ruhiger, aber dafür umso bombastischer Schluss-Track, der den Finger nahezu von selbst in Richtung Play-Taste führt. Außer man möchte sich ein kleines Zwischenspiel gönnen und schaut sich das Wacken-Konzert 2007 von der Bonus DVD an. Wer einen mitreißenden Auftritt mit echter Orchesterunterstützung erleben möchte, darf sich diesen Auftritt nicht entgehen lassen. Hier wurde auch kein Orchester gefaked und von Band abgespielt - soll es ja bei anderen Bands schon gegeben haben.
Fazit: Mit diesem Album haben die Urgesteine der Deutschen Metal-Szene bewiesen, dass man sich auch nach 20 Jahren noch steigern kann, es nicht nötig ist, sich ständig selbst neu zu erfinden, um Alben zu füllen. Und das einzige was wirklich zählt, ist der Spaß an der Musik bzw. am Metal. Wer das überzeugend transportieren kann, wird auch immer dankbare Fans begeistern können.
Der neue Mann Andre Hilgers hat sich übrigens prima ins Team eingefügt und lässt keine Trauergedanken An Drum-Poser und Irokesenfrisurträger Mike Terrana aufkommen.
Lediglich die etwas kurze Spielzeit gibt Anlass für ein paar Abstriche. Dafür kann man jedoch auch ziemlich sicher auf einen baldigen Nachschlag sein und nicht wie bei Konkurrenten jahrelang Hoffnungen auf einen Neuling pflegen, die sich dann u.U. doch nicht erfüllen. |
Anspieltipps:
| | "Carved in Stone", "Drop Dead!", "Open my Grave" und "Lord of the Flies". |
Tipp:
| | Rage-Fans muss man sicherlich nicht zum Kauf animieren. Wer jedoch bisher um Thrash eine weiten Bogen gemacht hat, der sollte unbedingt dieses Album probehören. Hier wird einem ein butterweicher Einstieg in den Heavy Metal geboten, der mit einem gesunden Maß Thrash angereichert wurde. |
Titel-Liste:
| | - Carved in Stone
- Drop Dead!
- Gentle Murders
- Open my Grave
- Without you
- Long hard Road
- One Step ahead
- Lost in the Void
- Mouth of Greed
- Lord of the Flies
- - - Bonus DVD - - - - Live in Wacken 2007
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.band.tld  |
Empfehlen:
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