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Review: Rainstorm Project
 
PURPLE EYES

Album:
 PURPLE EYES, 2007, Whiteless

Stil:
 Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 12.02.2009

Review:
 Das Rainstorm Project-Bandleader Thomas Pihale den Weg eines Musikers ging, lag an Ritchie Blackmore. Die Songs von Deep Purple, Rainbow und später auch Blackmore´s Night inspirierten Thomas, selbst das Musizieren zu erlernen. Nach einigen Cover-Band-Zugehörigkeiten, startet er 2002 sein Soloprojekt, für das er sogar den damaligen Blackmore´s Night-Bassisten und auch als Produzent tätigen Bob Curiano begeistern konnte.
Für den Gesang konnte der Kölner Henning Schwarzhoff engagiert werden. Außerdem überredete Thomas seine Schwester Sabrina Pihale die weiblichen Gesangsparts zu übernehmen. Der Coup schlechthin, wie ich später noch berichten werde. Das weitere Line-Up besteht aus Tobias Schädler (Keyboard, Piano, Hammond-Orgel) und Heiko Lindenthal (Schlagzeug).
Das mir zur Promo vorliegende Debüt-Album PURPLE EYES wurde im März 2007 veröffentlicht.

Beim Opener "Pat the Cop" hört man das von Blackmore inspirierte Gitarrenspiel eindeutig heraus. Auch sonst erinnert der Song durch sein Konstrukt durchaus an Rainbow-Songs aus den früheren Tagen, während der Refrain eher Assoziationen zu Krokus zulässt. Mit "Standing here" folgt ein einfacher aber flotter Rock-Song mit einem Hauch Southern-Flair.
Beim dritten Track "Purple Eyes" läuft mir dann ein wohliger Schauer über den Rücken, als ich erstmals Sabrinas Gesang vernehme. Ihre klare, ausdrucksstarke Stimme mit dem warmen Timbre passt dermaßen perfekt zu der emotionalen und leicht folkigen Nummer. Thomas Pihale kann sich wirklich glücklich schätzen, Sabrina im Line-Up zu haben. Auch kompositorisch wurde der Song mit leichter Anlehnung an Blackmore´s Night klasse ausgearbeitet.
Mit "Since you´ve been gone" wird Rainbow vom Titel her erneut Tribut gezollt. Musikalisch sind die Stücke nicht vergleichbar. Dieser Song ist ebenfalls sehr gefühlvoll mit einer gut bemessenen Portion Folk-Anteile. Auch hier ist der Einklang zwischen der Komposition und Sabrinas Stimme perfekt.
Dass auch Henning Schwarzhoff emotionale Stücke performen kann, beweist er dann bei dem epischen "The Light", bevor Sabrina bei "Lovesong" wieder das Mikro übernimmt. Der Songtitel drückt alles aus. Es handelt sich um eine bezaubernde Ballade, bei der den Hörer trotzdem der ein oder andere Gitarrenpart an die ersten Rainbow-Alben erinnern.
"Scoundrel Days" ist eine Cover-Version des 1986er-Hits von A-Ha. Ich muss zugeben, dass ich das Original nicht kenne. Auch hier haben wir es mit einer sowohl emotionalen wie epischen Nummer zu tun, die Henning Schwarzhoff gesanglich schön ausreizen kann. Durch das Gitarrenspiel wird dem Ganzen noch ein Hauch Blackmore´s Night verpasst.
Nach vielen Emotionen werden bei "Living in Hell" wieder rockigere Töne angeschlagen. Aber emotionsfrei ist auch dieses Stück nicht, allerdings kommt hier eher eine mystisch-düstere Seite des Songwritings zum Vorschein. Es ist eine schön von den einzelnen Instrumenten in unterschiedlich intensiven Phasen getragene Nummer mit einem ständig unterschwellig dunklen Touch. Henning zeigt hier die volle Varianz seiner Stimme, wenngleich die ganz hohen Töne nicht so richtig sein Metier sind.
Stark an Rock-Songs von Bob Dylan oder Eric Clapton aus den frühen 70ern erinnert mich "Black Star". Die Ausarbeitung des Songs und die Arrangements der einzelnen Elemente ist aber wieder vom Feinsten. Ebenso die klare und ausdrucksstarke Performance von Henning. Eine schöne Mischung aus emotionalem Liedermacher-Stück und epischer Aufmachung.
"Tell me why" ist eine vertextete Version des Blackmore-Instrumentals "Memmingen" mit gefühlvollem Gesang von Sabrina und einem hohem Anteil an Folk-Rock-Elementen.
Genauso gefühlvoll geht es bei der Ballade "You mean everything to me" weiter. Ich finde es absolut erstaunlich, wo Thomas Pihale nur all diese tollen Melodien hernimmt. Zugegebenermaßen ist der Balladenanteil auf PURPLE EYES recht hoch, doch auf einen Ausfall oder schwächeren Track warte ich bis jetzt vergebens.
Mit nostalgischer Hammond-Orgel-Note und Retro-Gitarrensound, werden beim Instrumental "Alerik´s Daughter" noch einmal die Hochzeiten des 70er-Jahre-Songwriter-Liedgutes heraufbeschworen. Eine weitere gut ausgearbeitete Komposition, bei der Hammond Orgel und Gitarre stark miteinander harmonieren.
Zum Abschluss gibt es noch die "Edel Version" des Songs "Standing here". Die Versionsbezeichnung kommt deswegen zustande, da diesmal Gastsänger Andreas Edel diesen Song performed. Auch er macht seine Sache wirklich gut.

Fazit: PURPLE EYES wird Hard-Rock oder Heavy-Metal-Fans sicherlich nur bedingt ansprechen. Die harten Töne sind recht rar gesät und die emotionalen Anteile überragen. Aber auf jeden Fall ist PURPLE EYES ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Rock-Werk, das außerdem durch hochklassiges Songwriting überzeugen kann. Es gibt keinen Ausfall, die Melodien gehen hervorragend ins Ohr, ohne sich schnell abzunutzen und die technische Darbietung der Musiker ist ohne Makel.
Auch wenn ich im Review vor allen Dingen Sabrinas Part hervorgehoben habe, sollte man nicht außer Acht lassen, das alle Musiker zu dem Gelingen des Albums ihren Teil beigetragen habe. Natürlich muss die kompositorische Leistung des Bandleaders hierbei ebenfalls besonders gewürdigt werden. Mich hat PURPLE EYES beieindruckt, und in dieser Richtung darf die Band gerne weitermachen, denn die Songs sind nicht nur schön sondern auch zeitlos.

Anspieltipps:
 Es ist sehr schwierig, einzelne Songs hervorzuheben, da sie auf ihre ureigene Art alle begeistern können. Deswegen sollte man sich einfach, das gesamte Album zu Gemüte führen. Auf der Bandwebsite gibt es Hörproben.

Tipp:
 PURPLE EYES empfehle ich vor allen Dingen den Freunden der emotionalen und folkigen Rockklänge.

Titel-Liste:
 
  1. Pat the Cop
  2. Standing here
  3. Purple Eyes
  4. Since you´ve been gone
  5. The Light
  6. Lovesong
  7. Scoundrel Days
  8. Living in Hell
  9. Black Star
  10. Tell me why (Memmingen)
  11. You mean everything to me
  12. Alerik´s Daughter
    - - - Bonus Track - - -
  13. Standing Here (Edel Version)

Laufzeit:
 56:58 Min.

Band-Infos:
 
  • www.rainstormproject.de 


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