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Review: Ram-Zet |
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Album:
| | NEUTRALIZED, 2009, Ascendance Rec. |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 20.12.2009 |
Review:
| | Norwegen ist im innerskandinavischen Vergleich sicherlich die schwächste Nation, wenn es um Anzahl von Hard Rock oder Heavy Metal-Bands geht. Auch wenn den meisten durchaus einige Bands einfallen mögen, wie die Rock-Fraktion mit The Carburetors, Gluecifer, Wig Wam und Turbonegro oder Gothic-Truppen wie Trail of Tears, Tristania, Theatre of Tragedy und Midnattsol oder Vertreter der harten Black Metal-Fraktion, allen voran Dimmu Borgir oder die umstrittenen Gorgoroth, so darf man nicht vergessen, dass auch Jorn Lande aus Norwegen stammt. Alles im allem ist es jedoch im Vergleich zu den Nachbarn eine überschaubare Menge an aktiven Musikern. Schließlich stehen den rund 4,1 Mio. Einwohnern des Landes satte 16 Mio. skandinavische Nachbarn gegenüber.
Dass dabei manche Sachen auch mal etwas länger dauern, bis sie den Weg aus dem Studio in die Plattenläden finden, liegt jedoch nicht immer nur an Zeit-, Musiker- oder gar Geldmangel. Manche Dinge brauchen eben ihre Zeit zum Reifen und das Sextett von Ram-Zet mit ihrem Neuling NEUTRALIZED sind hierfür ein gutes Beispiel. Ganze zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis das Album schließlich vollendet war und das Ergebnis ist wahrlich gewichtig.
Schon die ersten Klänge des Openers "Infamia" machen klar, das ist weder Musik für eine locker flockige Ausfahrt mit dem Cabrio noch als Hintergrund-Berieselung beim Besuch guter Freunde geeignet - außer diese lieben die Extreme oder man möchte sie schnell wieder los haben. Auch Weihnachten ist durchaus eine gefährliche Zeit für den Konsum dieses Albums. Einerseits hätte man Zeit, sich den Stoff in aller Ruhe reinzuziehen, jedoch mit Weihnachtsbraten im Bauch kann es durchaus zu Verdauungsproblemen kommen.
Der nach dem ersten flüchtigen Kontakt chaotisch anmutende Mix aus melodischen progressiven Parts, düsterem Gothic-Ausflügen, extrem metallischem Industrial-Attacken und überdrehtem Black Metal ist weder für das erste Kennenlernen-Date geeignet, noch etwas für allgemein schwache Nerven. Erst beim genaueren Hinhören lösen sich die melodisch melancholischen weiblichen Gesangslinien allmählich bei "I am Dirt" langsam von den tiefen, zerstörerisch wirkenden Growls, bevor die Gitarrenfront Reißaus nimmt und im letzten Moment von sanftem Gesang wieder eingeholt wird.
Industrial gefällig? Klar "222" bietet jedoch noch viel mehr als gewohnt routinierten Industrial der Marke Static-X oder Pain. Zu oft wird hier stilistisch abgebogen, bevor man wieder auf den richtigen Weg zurück kehrt.
Apropos "Weg" und "richtig". Auch wenn es schwer fallen mag, so ist doch ein gewisser Zusammenhang zu erkennen. Letztendlich erinnert das Album etwas an den griechischen Sagen-Helden Sisyphos, der zur Strafe immer wieder einen Steinbrocken den Berg hinauf rollen musste. Oben angekommen rollte der Brocken den Berg wieder hinab, ohne dass es Sisyphos hätte verhindern können. Auch hier wird musikalisch aufgebaut. Mit jeder Menge melodischen und gefälligen Elementen versucht man eine gewisse Ordnung herzustellen, die jedoch mit disharmonischen, destruktiv oder sogar chaotisch wirkenden Elementen wieder zerstört wird. Manchmal sowohl hintereinander als auch gleichzeitig, wie beim Zwiegesang von "Addict" gut zu "erleben".
Im Endeffekt neutralisieren sich die gegensätzlichen musikalischen Bemühungen, was mich irgendwie aus den Titel des Albums bringt: NEUTRALIZED. Auch wenn sich Ram-Zet vielleicht etwas anderes dabei gedacht haben, so passt der Titel dafür prima.
Fazit: Und genau das ist auch der richtige Ansatz. Dieses Album ist einfach nicht zum Hören nebenbei geeignet. Dieses Album will erlebt werden und dazu braucht man Zeit, musikalische Toleranz, etwas Liebe für Extreme und einen Schuss gute Nerven - und dann sollte dem Hörvergnügen nichts mehr im Wege stehen. |
Titel-Liste:
| | - Infamia
- I am Dirt
- 222
- Addict
- God don't forgive
- Beautiful Pain
- To ashes
- Requiem
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.ram-zet.com  |
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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