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Review: Random Damage
 
HUMAN FLYTRAP

Album:
 HUMAN FLYTRAP, 2007, Factor

Stil:
 Heavy Metal, Nu Metal, Grunge

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 15.12.2007

Review:
 Neues gibt es diesmal aus dem Reich der unendlichen nordamerikanischen Wälder zu vermelden. Die Kanadier um den Drummer Ray Hartmann, der sich schon bei den Landsleuten Annihilator seine Sporen verdient hatte, begann bereits 1994 gemeinsam mit Dean Boland (Doomslayer), John Falle (Aragathor) und John Prutton (Doomslayer) ein Metal-Quartett aufzulegen. 1996 wurde das Debüt RANDOM DAMAGE veröffentlicht und elf Jahre später steht die Band mit ihrem Neuling HUMAN FLYTRAP in den Startlöchern.
In jedem Fall kann man sich auf eine handwerkliche musikalische Leistung einstellen, die sich besonders durch druckvolles Riffing und gezogene Vocals auszeichnet.
Auch wenn die Songs bei Leibe keine Heavy Metal-Fließband-Songs sind, so wird auch nicht übertrieben mit einem Zuviel an Füllstoff. Ganz im Gegenteil. Da es sich bei den Songs um eine kritische Abrechnung unserer modernen Gesellschaft handelt, wird auch die musikalische Ausschmückung entsprechend gewählt. Von melancholischen Tönen über exotische Intros bis hin zu kalten und harten Nu Metal-Riffs zeigen sich die Jungs recht variabel. Dass dabei der reine Heavy Metal etwas in Richtung Grunge abdriftet, sodass auch Nirvana oder Nickelback grüßen, gleichen die Nu Metal-Passagen ala Disturbed & Co. wieder etwas aus.

Der Opener "Hippocritic" startet mit Nu Metal-Riffing und lässt schon mal die Nackenmuskeln ihre Betriebstemperatur erreichen.
Etwas schneller rauscht "Burn" durch die Boxen, wobei hier schon deutlich die Gesangsweise von Grunge-Guru Kurt Cobain zu Tage tritt.
Bei "Spineless" überwiegen die harten Nu Metal-Riffs. Auch wenn die gezogene Gesangslinie etwas von der E-Gitarren-Schärfe nimmt, bleiben doch genügend Ecken und Kanten übrig, die auch nach mehreren Durchläufen Neues offenbaren. Ähnlich gestrickt isth das mit einem exotischen Thema angereicherte "Tanqueray".
"Walk away" mit seinen geflüsterten Gesangs-Passagen oder "Over my Head" mit stellenweise verzerrtem Gesang schlagen da schon wieder deutlicher in die Grunge-Schiene.
Variabler Gesang mit jeder Menge Effekte scheint das Steckenpferd zu sein, denn auch für "Amplify" hat man sich einiges einfallen lassen. Da wird auch schon mal eine eindringliche Flüster-Sprech-Stimme immitiert oder ein orientalischer Chor bemüht.
Ruhig und mit orchestralen Intro-Klängen schickt man "Man of Sin" ins Rennen. Der Song beginnt mit einem ruhigen Balladen-Thema und steigert sich zum Refrain hin mit immer größerer Klangdiche, sodass der häufige Balladen-Tralala-Effekt unterbleibt.
Eigentlich ist die offizielle Trackliste hier schon zu Ende. Mit "Future now" hat man jedoch noch einen weiteren Song draufgepackt, der sich als Bastard zwischen Nu Metal und Grunge recht gut verkauft und das Album insich schlüssig und würdig beendet.
Wer schnell zugreift, der kann vielleicht eine der streng limitierten "Limited Editions" ergattern, die zur Abwechslung ihrem Namen wirklich gerecht werden. Man hat dem Album noch die 5-Track-Solo-Scheibe IN MY CORNER von Dean Boland beigelegt und bekommt so fast zum Preis von einer gleich zwei CDs.

Fazit: Solide Kost mit kritschen Themen handwerklich hervorragend in die passende Musik gegossen - mehr gibt es hier nicht zu sagen.
Schade, dass die Produktion etwas schwachbrüstig daher kommt, denn die schnelleren Songs knallen richtig gut und auch den langsameren fehlt dadurch die richtige Transparenz. Wenn dann noch der nötige Druck aus den Boxen käme, wäre es perfekt.
Auch sind die knapp 33 Minuten Spielzeit nicht gerade üppig ausgefallen. Nicht immer sagt die Länge etwas über die Qualität aus, das ist klar, aber hier wären zwei Songs mehr sicherlich kein Schaden gewesen.

Tipp:
 Wer gerne über den Tellerrand blickt und auch stilistischen Mischformen eine Chance gibt, der erhält hier eine interessante Alternative zu Nirvana, Nickelback und Disturbed, um nur die bekanntesten zu nennen.

Titel-Liste:
 
  1. Hippocritic
  2. Burn
  3. Spineless
  4. Walk away
  5. Tanqueray
  6. Over my Head
  7. Amplify
  8. Man of Sin
  9. Future now

Laufzeit:
 32:55 Min.

Band-Infos:
 
  • www.randomdamage.ca 


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