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Review: Randy Pipers Animal
 
VIRUS

Album:
 VIRUS, 2008, Locomotive

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 23.09.2008

Review:
 Was der eine alte Kumpel kann, das schaffe ich auch noch, so dachte vermutlich Randy Piper, seines Zeichens ex-W.A.S.P.-Gitarrist, als er von den Aktivitäten seines früheren Weggefährten Blackie Lawless erfuhr. Das der Neuling VIRUS keinen Sonderfall darstellt, das bewies Randy bereits 2006 mit dem Album VIOLENT NEW BREED. Es ist also klar, was man bei VIRUS erwarten darf, fetzigen 80er-Jahre-Rock ohne Ende, bis die Schwarte kracht.
Eines unterscheidet jedoch Randy Pipers Animal von vielen aktuellen Vertretern der Rock/Metal-Ära und das sind die Texte. Wo andere mit schnulzigen Balladen und Mächte der Finsternis punkten möchten und nicht selten scheitern, konfrontiert die Band den Zuhörer mit der allzu realen Welt. Realitätsverlust, Workaholics, Chancenlosigkeit seinen Lebensstil zu ändern und so einiges mehr, soll neben der Freude am Zuhören auch zum nachdenken anregen.

Bereits der Opener "Cardiac Arrest" macht seinem Namen alle Ehre und peitscht mit gnadenlosem Takt so lange an, bis die totale Erschöpfung droht. Der hymnisch angehauchte Refrain bleibt dabei recht schnell im Gedächtnis, so dass man spätestens bei der zweiten Wiederholung mitgröhlen kann.
In bester Sleaze-Manier kann "Can't stop" sofort überzeugen und krallt sich dank seines ebenfalls recht melodischen und eingängigen Refrain sofort im Gehörgang fest. Somit erhöht sich das Punktekonto auf 2:0.
Etwas melancholisch angehaucht wird es bei "Don't wanna die" ein bisschen ruhiger. Nichtsdestotrotz ist genügend Power und Melodic im Spiel, damit Randy auch in diesem Fall eine gute Figur abgibt.
Orchestrale Synthie-Klänge ein schreiender Adler, so beginnt "Crying Eagle", bevor dann die Drum-Basts für gehörig Basisdruck sorgen. Aber auch die Gitarren stecken hier nicht zurück, sondern feuern Riffsalven ab, dass einem Hören und Sehen vergeht. Nur kurzfristig kann ein sanftes Intermezzo als Verschnaufpause genutzt werden.
Was mit Rummelplatz-Atmosphäre recht harmlos startet, entpuppt sich schnell als weiterer Nackenbrecher. Ganz im Stile großer West-Coast-Vorbilder gibt es hier bei "Judgement Day" knackige Rock-Riffs vom Fließband.
Na, wer hat ihn erkannt? Ja, genau, bei "Zombie" handelt es sich um den Cranberries-Hit, den sich Randy und seine Mannen zur Brust genommen haben, um daraus einen richtigen Rock-Kracher zu basteln, der auch ohne Überschnapper in der Gesangslinie auskommt.
Genauso genial, wie das Album begonnen wurde, findet es mit "L.U.S.T." sein leider viel zu frühes Ende. Was recht harmlos beginnt, steigert sich zu einem richtigen Arschtreter, der keine Gefangenen macht. Hier gilt es abzurocken, mitzuschreien und beim Gitarren-Solo der eigenen Luftgitarre die Sporen zu geben - genügend Zeit bekommt man dazu. Ergebnis, ein beachtliches 10:0.

Fazit: Randy Piper hat nun auch bei seinem zweiten Werk bewiesen, dass man auf ihn zählen kann, wenn man auf die Musik der 80er abfährt. Hört man sich sein neuestes Werk genauer an, dann wird auch klar, warum einige W.A.S.P.-Alben so geklungen haben. Diss war offensichtlich nicht nur der Verdienst von Blackie Lawless, sondern auch der seines Gitarristen Randy Piper. Leider hat er mit 10 Songs und gerade Mal etwas mehr als 38 Minuten nicht gerade viel Ausdauer gezeigt - schade.

Anspieltipps:
 "Cardiac Arrest", "Don't wanna die", "Zombie" und das abschließende L.U.S.T.

Tipp:
 Alle, die auf 80er Jahre Rock im Geiste von Dokken oder W.A.S.P. lieben, werden hier bestimmt gut bedient.

Titel-Liste:
 
  1. Cardiac Arrest
  2. Can't stop
  3. Don't wanna die
  4. Crying Eagle
  5. Unnatural High
  6. Judgement Day
  7. Who's next?
  8. Zombie (Cranberries)
  9. Shoot to kill
  10. L.U.S.T.

Laufzeit:
 38:31 Min.


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