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Review: Ravenryde |
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Album:
| | IN THE SPIRIT OF DARKNESS, 2010, 8Ton Music |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | V.R., 18.08.2010 |
Review:
| | Bei Ravenryde handelt es sich um eine noch relativ neue deutsche Nachwuchsband, die mit Gitarrist Dieter Saller einen erfahrenen Mann in ihren Reihen hat. Immerhin übernahm er 1990 bei Blue Cheer, die aus heutiger Sicht als Erfinder des Heavy Metals gelten, den Gitarrenposten. Im Prinzip stand die Ende der 60er Jahre recht erfolgreiche Gruppe aber eher für düster angehauchten Hard Rock. Damit wäre auch der Sound von Ravenryde ganz gut umschrieben. Den an sich klassischen, in den 70er Jahren verwurzelten, Hard Rock der Band umgibt nämlich eine in Worten kaum fassbare düstere Aura, die sich durch mehrere Songs des ersten Albums, passend IN THE SPIRIT OF DARKNESS betitelt, zieht. Über die Qualität der Musik sagt das natürlich noch nichts aus. Ob Ravenryde auf Albumlänge überzeugen können, wird daher in den nächsten Zeilen offenbart.
Mit dem Opener "Unholy Ground" legt die Band gleich sehr gut vor. Der klassische, stark an Rainbow zu besten Zeiten erinnernde, Hard Rock-Song ist sehr abwechslungsreich und besticht durch geniale Melodien in den Strophen und einen ohrwurmlastigen Refrain. Im Gitarrensolo legen Ravenryde dann noch mal eine Schippe drauf und rocken, was das Zeug hält. Besser kann ein Album kaum starten.
Mit sanften melancholischen Pianoklängen beginnt "In the Spirit of Darkness" - sollte etwas schon der zweite Song eine Ballade sein? Reingefallen, denn nur wenig später zeigt die Nummer ihr wahres Gesicht - und das in ihres ganzen Düsternis. Wir haben es hier mit einem langsamen, aber dennoch druckvollen Rocksong mit sehr finsterer Aura zu tun. Neben den schon genannten Rainbow erinnert die Band hier auch stark an Black Sabbath. Ravenryde gelingt es hier mit einfachen Mitteln auf wunderbare Weise, eine zu gleichen Teilen düstere wie ergreifende Atmosphäre zu schaffen.
Bei "Skull & Bones" wird die Geschwindigkeit dann wieder erhöht, zumindest in den Midtempo-Bereich. Auch dieser melodische Rocker kann einen deutlichen Rainbow-Touch aufweisen und kann das hohe Niveau der ersten beiden Songs halten. Der Refrain lädt sofort zum Mitsingen ein, während die harten Gitarrenriffs unablässig zum Mähne schütteln auffordern.
Wem das nicht schnell und hart genug war, der wird sich über "Ryde with the Pack" freuen. Der von Motorradgeräuschen eingeleitete Song ist die härteste Nummer des ganzen Albums und kann gut und gerne im Heavy Metal-Bereich eingeordnet werden. Hier erinnern Ravenryde stark an die zumeist ebenfalls sehr deftigen Opener der Axel Rudi-Pell-Alben.
Die mittelalterlich anmutende Einleitung des nächsten Songs namens "Eyes in the Sky" atmet wieder den Geist der alten Rainbow-Lieder. Danach entwickelt sich der Titel zu einem Hard Rock-Song klassischer Prägung, der mit seinem hochmelodischen, leicht düsteren Refrain auch die letzten Zweifler von der hohen Qualität der Band überzeugen wird. Zudem agieren Ravenryde hier wieder sehr variabel, so dass der Song nicht so schnell langweilig wird.
"Demon" bieten dann langsamen und druckvollen Stampfrock, bei dem die Power in den Strophen ein bisschen zurückgenommen wird, nur um dann in der folgenden Bridge und im Refrain wieder voll aufzudrehen. Die Refrainmelodie ist derart eingängig ausgefallen, dass sich der Song ohne Umwege direkt im Ohr festsetzen kann und dort auch lange verharren wird.
Natürlich zeigen sich Ravenryde auch von ihrer ruhigen Seite, zum Beispiel mit der Ballade "If I was King", die im Duett mit einer Frau eingesungen wurde. Leider meinen die Jungs es hier aber etwas zu gut mit den sanften und einschmeichelnden Melodien, so dass die Kitschgrenze mehr als einmal deutlich überschritten wird. Dementsprechend kann der Song das bis hierhin durchgehend extrem hohe Niveau auch nicht erreichen.
Viel besser klingt da schon "Foolish Dreams", bei dem sich die Band wieder von ihrer besten Seite zeigt. Ravenryde verstehen es einfach, ohrwurmlastige Hard Rock-Songs mit griffigen Riffs und Melodien zu komponieren. Abzüge gibt es allenthalben dafür, dass sie die Anfangsmelodie von Abbas "Gimme gimme gimme (a Man after Midnight)" stibitzt haben. Immerhin wurde diese aber durchaus geschickt in die Eingangssequenz des Songs eingewoben.
Noch eine ganze Ecke härter ist das nächste Lied "Generation Zero", bei dem auch das Tempo ordentlich nach oben geschraubt wurde. Auch einige düstere Passagen wurden in den abwechslungsreichen Hard Rock-Song eingebaut, so dass auch dieser Titel wieder voll und ganz überzeugen kann.
Deutlich langsamer, aber keine Spur softer ist der Rainbow-lastige Rocker "Hell Nights", der wieder ganz im Geiste des klassischen Hard Rocks der 70er und 80er Jahre gehalten ist. Leider mangelt es dem Lied an einer griffigen Melodie, so dass der Song über guten Durchschnitt nicht hinauskommt.
Zum Abschluss gibt es mit "Love will find its Way" eine weitere Ballade, die glücklicherweise nicht ganz so kitschig ausgefallen ist wie die erste. Dennoch ist der Song mangels interessanter Melodien eher durchschnittlich ausgefallen. Balladen scheinen nicht unbedingt die Stärke der Band zu sein.
Fazit: Mit IN THE SPIRIT OF DARKNESS ist den deutschen Newcomern Ravenryde ein formidabler Einstieg gelungen. Der erdige, stark an Rainbow erinnernde Hard Rock der Band kann mit wunderschönen Melodien und einer immer wieder durchschimmernden dezenten Düsternis voll und ganz überzeugen. Es wäre schon ein starkes Stück, wenn Ravenryde mit diesem Album nicht der Durchbruch gelänge, denn bis auf wenige Ausnahmen enthält die Platte ausschließlich hochkarätige, sofort ins Ohr gehende Hard Rock-Perlen. Die Band setzt damit ein dickes Ausrufezeichen und empfiehlt sich für weitere Großtaten. Lediglich im Bereich der Balladen zeigen sich noch deutliche Schwächen. Hier sollte die Band dringend die gefährlichen Klippen des Kitsches umschiffen, denn die beiden auf diesem Album enthaltenen ruhigen Songs mindern den ansonsten über alle Zweifel erhabenen positiven Gesamteindruck doch ein Stückchen. Aber diesem Problem kann die Gruppe ja auf ihrer nächsten Platte entgegentreten. Bekommen Ravenryde die Schwäche in den Griff, wäre Album Nummer Zwei ein sicherer 7 Punkte-Kandidat! |
Anspieltipps:
| | "Unholy Ground", "In the Spirit of Darkness", "Ryde with the Pack", "Eyes in the Sky", "Demon", "Foolish Dreams". |
Tipp:
| | Jeder, der klassischen, leicht düster angehauchten Hard Rock im Stil von Rainbow, Black Sabbath (zu Tony Martin-Zeiten) oder auch Axel Rudi Pell liebt, sollte sich dieses Album zulegen! |
Titel-Liste:
| | - Unholy Ground
- In the Spirit of Darkness
- Skull & Bones
- Ryde with the Pack
- Eyes in the Sky
- Demon
- If I was King
- Foolish Dreams
- Generation Zero
- Hell Nights
- Love will find its Way
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.ravenryde.com  |
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