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Review: Red Descending
 
WHERE DREAMS COME TO DIE

Album:
 WHERE DREAMS COME TO DIE, 2008, Red Empire

Stil:
 Melodic Death Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 S.J., 03.08.2008

Review:
 Was es nicht alles gibt: Da gründet sich im Fall Red Descending eine Band im Jahre 2003, um genau ein Jahr später auch schon die erste Live-DVD zu veröffentlichen.
Gut, um ehrlich zu sein sei dazugesagt, dass es sich um drei Songs plus Bonusmaterial handelt. Jedoch muss man den Australiern hoch anrechnen, dass sie sich mit Live-Auftritten bekannt machen wollen. Da ist nichts mit hundert Versuchen im Studio, bis das Solo dann ein Mal sitzt und so auf Platte gepresst wird, nein: Die Jungs beherrschen ihr Handwerk offensichtlich wirklich. Ihr erstes Album ist nun erschienen und hört auf den düsteren Titel WHERE DREAMS COME TO DIE.

"Building my Weakness" stellt den Hörer allerdings schon gleich auf die erste Probe. Steigt der Track zunächst mit epischen Keyboardklängen ein um anschließend von der Leadgitarre Unterstützung zu erhalten, ist spätestens dann Ende, wenn Riffs auf Keyboards treffen. Nicht nur, dass die Riffs trotz heftiger Gestaltung keinerlei Durchschlagskraft haben, auch die Keyboardmelodien sind nicht das Gelbe vom Ei. Sie scheinen einfach nicht zu den Riffs zu passen, klingen zu optimistisch, um sich in die Gitarren einzufügen, aber auch nicht ausgewogen genug, um einen Kontrast zu ihnen abzugeben.
Etwas skeptisch höre ich mir nach diesem Einstand den zweiten Track an, "Century". Dieser klingt glücklicherweise deutlich besser. Zwar scheint die überaus starke Keyboard-Dominanz gewollt zu sein, genauso, wie der bisweilen eigenwillige Stil der Melodien im Kontext zur restlichen Instrumentalfraktion, aber sei es drum: Insgesamt klingt "Century" deutlich düsterer und eingängiger als sein Vorgänger.
Mit einem Thrash-Einschlag und ganz ohne Keyboards legt daraufhin "The grand Memory" los. Letztere halten sich stellenweise auch weiterhin zurück, und so ist der Song durchaus interessant, da viele Tempowechsel und auch zweistimmige Gitarrenleads ihren Platz finden.
Balladesk, und mit reiner Akustik Gitarre klingt "Slaughter Falls" ein. Jedoch bleibt der Song, wie bei diesem Titel auch zu erwarten war, nicht dabei. Ein kurzer Schrei, und schon setzt auch das Geriffe wieder ein. Das klingt alles tatsächlich ganz schön, auch die weiblichen Vocals tragen ihren Teil zu Atmosphäre dieses Songs bei. Wenn nur der Keyboarder nicht immer einen anderen Song zu spielen versuchte. Ein interessantes Detail sollte der aufmerksame Metalhead noch bemerken: Während Red Descending in der zweiten Songhälfte mit Filmzitaten spielen, findet mehrfach der "Destroyer of worlds" Verwendung. Richtig, jenes Intro, welches auch schon Onslaught auf ihrem letzten Album für selbigen Track als Intro verwandten.
"Descend" beginnt wiederum als sehr abwechslungsreicher Song. Nicht schnell, sondern sehr von den führenden Melodien getragen wünscht man sich zum wiederholten Male, das Keyboard möge doch von den klassischen Moll-Tonleitern mal abweichen. (Melodic) Death Metal lebt einfach auch von Dissonanzen und chromatischen Läufen. Diese klingen allerdings halb so interessant oder wirkungsvoll, der das alles übertönende Keyboard ständig gerade Sachen darüber spielt.
"Fragile Nation" startet nach einer knappen Minute durch. Leider ist nicht genügend Wumms hinter der Produktion, mit einer klingenden Doube-Bass hätte man aus diesem Teil mehr machen können. Glücklicherweise spielen die Keyboards hier eher eine begleitende als eine führende Rolle. Diese "Untermalung" ist vielleicht nicht jedermanns Sache, schadet jedoch dem Songaufbau nicht. Insgesamt ist es ein schönes, temporeicher Song der zuletzt durch das Schlagzeug eine Menge zusätzliche Variationen erhält.
"Deceived again" klingt ähnlich thrashig ein wie schon "The grand memory", bleibt dieser Linie jedoch weitestgehend auch im weiteren Verlauf treu. Leider verlaufen sich die Riffs rhythmisch doch im Laufe der Zeit zu sehr, als das man durch Eingängigkeit bestechen könnte.
"Departure" überrascht einen wiederum mit üblen Industrial Klängen. Für den Fan vielleicht ganz schön, für mich aber unerwartet und keineswegs in den Kontext des Albums passend.
Nach diesem Experiment erwarte ich in "Valhalla" schon das krasse Gegenteil, mit Flöten und Schwerterkrachen, aber das bleibt mir glücklicherweise erspart. Genau genommen ist "Valhalla" ein wirklich gelungenes Instrumental, was durch Vielseitigkeit, aber vor allem auch gutem Zusammenspiel der Instrumente untereinander zu überzeugen weiß.
Daran anschließend legen schöne Leadmelodien den Grundstein zu "Landscape". Auch ansonsten glänzt der Song durch sauber gespielte Gitarren und einem leichten klassischen- bis Power Metal Touch. Zum Abschluss des Albums kommen also durchaus neue Nuancen zum Vorschein, jedoch auch kein wirklicher Hit.

Fazit: WHERE DREAMS COME TO DIE ist nicht schwer verdaulich, hinterlässt aber einen Nachgeschmack. Vielleicht ist es mit Red Descending aber auch wie mit gutem Whisky: Er kann noch so gut sein: Trinkst du zu viel und womöglich noch zu falschem Anlass, weißt du hinterher nichts mehr davon. Selbiges gilt hier wohl zumindest für die Keyboards. Jeder, der dominanten Keyboards nicht angeneigt ist und auch sonst für verschiedenste Genres und Genremixe offen ist, kann mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Building my Weakness
  2. Century
  3. The grand Memory
  4. Slaughter Falls
  5. Descend
  6. Fragile Nation
  7. Deceived again
  8. Departure
  9. Valhalla (Instrumental)
  10. Landscape

Laufzeit:
 47:04 Min.

Band-Infos:
 
  • www.reddescending.com 


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