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Review: Rhapsody of Fire |
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Album:
| | THE FROZEN TEARS OF ANGELS, 2010, Nuclear Blast |
Stil:
| | Symphonic Epic Hollywood Metal |
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 01.05.2010 |
Review:
| | Unzählige Male kopiert, aber nie erreicht. In Sachen Symphonic Epic Hollywood Metal sind und bleiben die Italiener Rhapsody of Fire das Maß aller Dinge. Es existieren eben keine anderen Songwriter, die es mit Dem Bombast-Duo Luca Turilli und Alex Staropoli aufnehmen können, wenn es darum geht, Musik zu komponieren, die nicht nur als Hintergrund-Gedudel für Filmchen gut genug ist, sondern für sich selbst kleine Meisterwerke darstellen. Schließlich wurde auch diesmal eigens für das Album eine Geschichte (The dark secret Saga) geschrieben.
Wie bei allen Alben wurde jedoch trotz der dichten Arrangements mit jeder Menge orchestraler Elemente, beginnend bei Streicher-Heerscharen bis pompösen Orgeln oder Refrains mit fetten Chören, viel Wert auf Transparenz beim Sound gelegt. Nicht zuletzt dank Sascha Paeths glücklichem Händchen für das richtige Mischungsverhältnis gelingt dies auch mühelos ohne dabei auf die bombastische Grundstimmung verzichten zu müssen.
Hört sich alles irgendwie bekannt an, seitdem 1997 das Debüt-Album erschienen ist. Immer das gleiche Strickmuster könnte man sagen. Dem ist auch stellenweise so, denn auch diesmal konnte man Schauspieler-Legende Christopher Lee als Sprecher des Wizard Kings gewinnen, aber das ist rein formal betrachtet. Im direkten Vergleich gibt es von Album zu Album immer wieder Steigerungen zu verzeichnen - bis jetzt, wohlgemerkt. Das war bisher beispielsweise eine dichtere Instrumentalisierung, progressivere Gitarrenparts oder eine Varianz in der Härte und Eingängigkeit.
Wer es nicht glauben mag und nur wenig Geduld besitzt, der soll gleich zum vierten Song springen und dabei mit "Reign of Terror" den wohl härtesten Song in der Geschichte von Rhapsody of Fire geniesen können "Children of Bodom goes Bombast", welch eine Mischung.
Ja, ja, ich habe das Intro "Dark frozen World" mit Sprecherstimme und orchestralem Warmlauf nicht vergessen, ebenso wenig wie den fließenden Übergang zur ersten Bombast-Hochdruck-Granate "Sea of Fate", auf die später noch näher eingehen werde.
Kaum Zeit für eine Verschnaufpause, denn "Crystal Moonlight" lässt tempomäßig nicht locker und schießt eine weitere Symphonic-Rakete in den Himmel. Hier sind lediglich die Sprachkenntnisse in Englisch und Italienisch hilfreich, will man Texte gänzlich verstehen.
Für alle, denen das anschließende "Reign of Terror" nun doch ein paar Härtegrade zu besaß, kann sich beruhigt zurück lehnen, denn "Danza di fuoco e Ghiaccio" bietet einmal mehr geniale Folk-Elemente eingebettet in leibliche Melodien, die es spielend erlauben, die Seele baumeln zu lassen und die kurze Entspannung auszukosten, bevor es mit "Raging Starfire" in Rhapsody of Fire-typischem Highspeed-Bombast wieder gehörig zur Sache geht. Hier jagen Streicher die Gitarren und umgekehrt. Über allen thront ein bestens aufgelegter Fabio Lione, der schon bei den letzten Alben Glanzleistungen geboten hatte.
Apropos Glanzleistung, die spielen die Italiener immer dann aus, wenn man ihnen genug Zeit dafür lässt. Was eignet sich als besser als der Titelsong "The frozen Tears of Angels" mit seinen knapp 12 Minuten, um in allen belangen zu klotzen anstatt zu kleckern? Quasi ein Album in sich an dem bestimmt auch Vivaldi und Co. ihre Freude gehabt hätten.
Was unterschiedliche Instrumentalisierungen aus Songs machen können zeigen die Italiener bei ihrem zweiten Bonus-Track in eindrucksvoller Art und Weise. Vergleicht man "Sea of Fate" in seiner gitarrenlastigen Uptempo-Variante mit der orchestralen Bonus-Variante, fällt es zunächst schwer, ein und den selben Song dahinter zu erkennen. Da lobe ich mir doch die Bonusversion, die wirklich eine Bereicherung darstellt und nicht nur E-Gitarre mit der Akustik-Klampfe tauscht. Topp bis zum Schluss, genau das wird vom Fan erwartet und es wird auch prompt geliefert! Bravo auf der ganzen Linie.
Fazit: Rhapsody sind und bleiben das Maß der Dinge im eigens erfundenen und etablierten Genre, dem Symphonic Epic Hollywood Metal. Das kann man auch diesmal bestätigen, aber im direkten Vergleich zu Vorgängern, wie dem Album SYMPHONY OF ENCHANTED LANDS PT. 2 aus 2006, zeigen sich doch die ersten Abnutzungserscheinungen. Die Arrangements sind nicht mehr so üppig und vielfältig, die Samples klingen stellenweise billig und das Songwriting offenbart sich eher wie "Symphonic von der Stange". Da helfen auch neue Härtegrade nicht viel.
Was bleibt ist immer noch eine Klasse für sich und man sollte trotzdem beim Durchhören das beiliegende ausführliche Booklet studieren oder einfach das Licht löschen und losgelöst von anderen Reizen das Hörvergnügen in vollen Zügen genießen. Auch wenn THE FROZEN TEARS OF ANGELS diesmal mit 61 Minuten deutlich kürzer ausgefallen ist, wie so mancher Vorgänger, so ist das wohl kaum ein Grund zum Jammern und schmälert auch nicht die Gesamtleistung. |
Tipp:
Titel-Liste:
| | - Dark frozen World
- Sea of Fate
- Crystal Moonlight
- Reign of Terror
- Danza di fuoco e Ghiaccio
- Raging Starfire
- Lost in cold Dreams
- On the Way to Ainor
- The frozen Tears of Angels
- - - Bonus Tracks - - - - Labyrinth of Madness
- Sea of Fate (Orchestral)
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Laufzeit:
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