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Review: Rhino Bucket
 
THE HARDEST TOWN

Album:
 THE HARDEST TOWN, 2009, Acetate

Stil:
 Hard Rock, Blues Rock

Wertung:
 3,5 von 7
3,5 von 7 Punkten
 C.L., 19.05.2010

Review:
 Für eine Band gibt es drei Möglichkeiten: Man entwickelt seine ganz eigene Ausdrucksform, covert die Lieder seiner Vorbilder oder wird zum Klon. Letzteres gilt wohl für Rhino Bucket aus den USA. In Deutschland relativ unbekannt, sind sie der Fachpresse als AC/DC-Kopie geläufig. Die Mannen aus Kalifornien sind nach einer Auszeit von schlappen 5 Jahren 2000/2001 wieder wie Phönix aus der Asche entstiegen und stellen hier ihre neue Schöpfung vor. 1987 ins Leben gerufen, darf der Liebhaber von erdigem Rock 'n' Roll gespannt sein, was diese im Windschatten von Angus Young & Co. außerdem so drauf haben. Wer den Film "The Wrestler" mit Mickey Rourke kennt, der hat dann schon einmal dem "Nashorn-Eimer" mit "Welcome To Hell" gelauscht.. Eine pikante Randnotiz dürfte dabei sein, dass mit Simon Wright ein ehemaliges Mitglied der "Highway To Hell"-Truppe an der Schießbude sitzt. Prominente Verstärkung an der Sechssaitigen hat man sich mit dem Ex-Kix-Member Brian Forsythe ins Boot geholt.

Der Opener nimmt anfangs schwer Fahrt auf, aber das passiert ja stets, wenn man mit einer fremden Stadt konfrontiert wird und sich bewähren muss. "The Hardest Town" punktet dann mit einem tollen Refrain und stellt einen gelungenen Auftakt dar. Nach längerem Einhören bietet er einen packenden Groove im 70er-Stil Richtung DIRTY DEEDS DONE DIRT CHEAP, der sich bleibend ins Ohr schraubt.. Besonders bestechend dabei Sänger Georg Dolivo, der wie der jüngere Verwandte von Bon Scott klingt.
"Justified" verweilt ebenfalls im Mitteltakt und hat die von den australischen Originalen gewohnten fetten Männerchöre vorzuweisen. Nach den Vorschußlorbeeren folgt eine weitere Perle der CD. Jedoch kommt sie nur langsam in die Puschen und ist trotz ihrer Tanzflächentauglichkeit altbacken; wer das hingegen mag, liegt damit goldrichtig.
Ob die Jungs mit "Know My Name" die Fans dazu bringen, dass sie sich deren Musik tief ins Gedächtnis einprägen, ist eine gewagte Hypothese. Die Abgeh-Nummer repräsentiert die kultige Aussie-Mucke, wirkt dennoch deutlich farbloser als die Takes zuvor. Von den Zutaten her kann man keinesfalls meckern, die Mischung hat freilich einen unangenehmen Nachgeschmack.
Betagte Hunde beißen nicht, und "Dog Don't Bite" mangelt es trotz mustergültigem Ansatz zweifelsohne an einem Schuss Aggressivität. Umsetzung vielversprechend, Ausführung kärglich.
"No One Here" zeigt sich als ein melancholischer Rhythm & Blues, der handwerklich gut inszeniert ist, dem im Endeffekt der Zündfunke fehlt.
Mit "Street To Street" heißt es dann au revoir, tristesse, denn der flotte Gassenhauer ruft einen beizeiten wach für die zweite Hälfte des Silberlings. Das Thema vom harten Dasein on the road wird klanglich hervorragend vertont, bleibt dementsprechend vergleichsweise unverbindlich. Die Gitarren braten rundheraus ordentlich, man vermisst trotzdem das gewisse Etwas.
"Take Me Down" zieht einen im Gegenteil gefühlsmäßig herauf und verkörpert die Marke relaxter Rocker. Ebenda werden erneut die üblichen Verdächtigen durchs Dorf getrieben und überkommene Klischees bedient. Zwar echt gekonnt, trotz alledem hat man das bereits wesentlich besser erlebt.
Der schnelle Muntermacher "She's With Me" erinnert an "Beating Around the Bush", leider lediglich nette Dekoration. Die Retro-Einstellung der Kapelle ist mustergültig, weil es warmen, schnörkellosen Radau gibt, der bestens vertraut ist.
Beim schönen Uptempo-Stück "You're Gone" ist Reißaus nehmen fehl am Platz. Dummerweise demonstriert es gepflegte Harmlosigkeit wie das Gros der bisherigen Songs. Das Interessanteste ist das kurze Aufblitzen eines Led Zeppelin-Riffs. Eindeutig das Salz in der Suppe.
Eine Grundmaxime von Brian Johnson & Konsorten ist immer gewesen, bloß nie eine Ballade aufzuzeichnen. Allerdings ist "Night Prowler" bis dato allemal ein wehmütiger Slow Blueser im Portfolio unserer Overdrive-Helden. "To Be Mine" ist bedauerlicherweise eine misslungene Blaupause dieses Klassikers. Mit der Werkstreue hat man es stark übertrieben und böse abgekupfert. Recht hübsch, um nach beschleunigter Passage den Blutdruck zurück in geordnete Bahnen zu lenken.
Bei einem Bonustrack geht die Erwartungshaltung gegen Null, da er das Niveau eines regulären oft unterschreitet. Dagegen schießt das Quartett mit "Slip Away" total den Vogel ab. Ein entspannter Mörderchord und ein Wahnsinns-Swing, da möchte man die verstaubte Axt vom Speicher holen und mitspielen. Genau das passende Futter für die Dauerrotation im Player. Das Ausharren belohnt der Diskus mit diesem Schätzchen als krönendem Abschluss. Ein perfekt gemeistertes Arrangement, das man gerne auf der BLACK ICE vermutet hätte. Lobenswert, dass dieses noch Berücksichtigung gefunden hat, das wäre sonst nämlich unverzeihlich gewesen.

Fazit: Misst man aktuell THE HARDEST TOWN mit SOMETHING'S DRIPPING und BLACK ICE, dann gehen Bonafide letztlich als zweifelsfreier Gewinner hervor. Rhino Bucket und AC/DC schenken sich gegenseitig nichts. Erstere haben partout den souveräneren Bon Scott, der die längst vergangenen Zeiten abermals auferstehen lässt, als die "Down Under"-Boys ein Geheimtipp waren und mit dem Extra "Slip Away" ein superbes Killer-Teil im Gepäck. Dafür hat man andererseits das unglaubliche Akkordarbeiter-Duo der Gebrüder Young und einen Shouter Johnson, mit dem das Erbe tadellos verwaltet wird; das machen sie auf hohem Level. Der Old School-Vierer besteht zweifellos den Härtetest, indessen reichen die verwendeten Fender Vintage Amps niemals an die bissigen Marshall-Verstärker der Kollegen aus dem Känguruh-Land heran.

Anspieltipps:
 "The Hardest Town", "Justified", "Slip Away"

Tipp:
 Wem dieser Output gefallen hat, der sollte arrivierte als auch hungrige Combos ausprobieren. Da wären so erfahrene Hasen wie Krokus, Jackyl sowie Bonafide, dann unverbrauchte Wilde namens Airbourne, The Answer oder Silvertide. Natürlich steht jedem ebenso das Erproben von Atzedatzes "schwarzem Eis" offen.

Titel-Liste:
 
  1. The hardest Town
  2. Justified
  3. Know my Name
  4. Dog don't Bite
  5. No one here
  6. Street to Street
  7. Take me down
  8. She's with me
  9. You're gone
  10. To be mine
    - - - Bonus Track - - -
  11. Slip away

Laufzeit:
 44:52 Min.

Band-Infos:
 
  • www.rhinobucket.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Rhino Bucket: THE HARDEST TOWN

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