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Review: Ross The Boss
 
NEW METAL LEADER

Album:
 NEW METAL LEADER, 2008, AFM

Stil:
 Heavy Metal, True Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 S.M., 29.09.2008

Review:
 Wer Ross Friedman ist, wissen wahrscheinlich die Wenigstens, denn viel bekannter ist er als Ross The Boss. Zusammen mit Joey DeMaio gründete er Manowar, die wohl eindringlichsten Verfechter der Musikrichtung True Metal. Mit Manowar produzierte er sechs Alben (die wohl besten Werke von Manowar) und stieg 1988 dann aus.
Einige Zeit lang bewegte er sich auf musikalischen Abwegen, 2006 spielte er dann mit der Coverband Men Of War alte Manowar-Songs. Mit der Besetzung dieser Coverband hat er nun neue Songs fabriziert und das Album NEW METAL LEADER eingespielt, das unter seinem Künstlernamen als Bandbezeichnung veröffentlicht wird.

NEW METAL LEADER soll nach Aussagen von Ross stark an die alten Manowar-Alben erinnern und vor allen Dingen besser sein, als die jüngsten Manowar-Outputs. Den Mund kann Ross schonmal ordentlich voll nehmen. Mal sehen, ob seine hochgreifenden Prognosen richtig liegen.

Nach einer episch klingenden Einleitung macht "Blood of Knives" ordentlich Dampf. Trotz einer guten Hookline, fehlt aber das letzte Quentchen, was daraus einen guten Song macht. Sänger Patrick Fuchs müht sich redlich, den Track ausdrucksstark zu performen, aber an die Gesangsleistung eines Eric Adams reicht er leider nicht annähernd ran. Ross´ Leadsolo ist nicht schlecht.
Mit mächtigem Groove kommt "I got the Rights". Auch hier haben wir es mit einem leicht epischen True Metal-Aufbau zu tun, der in einen eingängigen Refrain mündet. Die Gesangsleistung ist diesmal besser, könnte beim Höhepunkt nur noch etwas intensiver sein. Eine längere Instrumentalphase drückt dem Song einen Wiedererkennungswert auf. Dafür wird das Outfade ein bisschen arg hinausgezögert.
"Death & Glory" überrascht mit straightem Up-Tempo und Killerriff. Der Refrain ist schön hymnisch, könnte aber erneut etwas intensiver sein. Ach, wie sehne ich mich bei solchen Kompositionen nach einem Sänger, der mehr Stimmpower und Ausdruckskraft hat.
Mit einem richtigen Old-School-Riff, das in den 80ern bei unzähligen Bands und Songs Verwendung fand, beginnt "Plague of Lies". Ansonsten wirkt der Track eher angestaubt und ist ziemlich akzentlos. Das, was man sich unter einem Filler vorstellt. Da kann auch das Lead-Solo-Gefrickel nicht drüber hingwegtäuschen.
Eine epische Akustikgitarreneinleitung, die stark an die Hochzeiten von Manowar erinnert, leutet "God of Dying" ein. Der Song beginnt ganz besinnlich, entwickelt sich dann mit unterschwelliger Bassbegleitung und Orgeluntermalung in eine schöne bombastische Richtung. Das wird fortgesetzt, als auch die geballte Instrumentenpower einsetzt. Manowar as it's best, möchte ich fast sagen. Epischer True Metal mit ausgefeiltem Konstrukt. Auch ist das Stück besser für Fuchs´ eher mittlere Stimmlage geschrieben, denn der Gesang kommt diesmal kraft- und ausdrucksvoller. Und der Höhepunkt thront schön über der Komposition.
"May the Gods be with you" klingt, als würde alte Manowar-Power auf eine Kiss-Hookline treffen. Und auch der Refrain erinnert mich irgendwie stark an Kiss´ "God gave Rock'n'Roll to you". Ist verwirrend, aber alles in allem nicht schlecht. Fällt vor allen Dingen aus dem üblichen Rahmen dieses Werks.
Bei "Constantine´s Sword" wird wieder mehr gegrooved und der Aufbau ist sehr old-schooled. Leider fehlt dem Song ein zündender Höhepunkt. Und im Solo übertreibt Ross auch ein wenig sein Griffbrettgewichse.
"We will kill" beginnt mit einer schönen Riffwand und Choruntermalung. Danach entwickelt sich der Aufbau verhaltener, intensiviert sich aber in Richtung Refrain, der dann aber nur wie eine Bridge anmutet, die zu abrupt abgebrochen wird. Ein vernünftiger Höhepunkt hätte dem Track besser zu Gesicht gestanden. Die Instrumentalleistung ist aber in Ordnung.
Habe ich eben von einer Riffwand gesprochen? Bei "Matador" ist sie fast noch energetischer und begleitet den Aufbau kontinuierlich. Auch hat dieser Song endlich wieder einen Höhepunkt, der seinen Namen verdient hat. Auch der durch Licks begleitete Refrainausklang ist gelungen.
Zum Abschluss wird es bei "Immortal Sun" nochmal schön episch. Das Stück ist eines der kompositorischen Highlights und wird von Instrumenten und auch vom Sänger sehr gut umgesetzt. Wie bei ähnlich gearteten Manowar-Tracks, setzt sich der Song aus verschiedenen Phasen mit unterschiedlicher Intensität und variierendem Tempo zusammen, die als Gesamtes eine mitreißende Nummer ergeben.

Fazit: Eins ist klar: NEW METAL LEADER reicht nicht ansatzweise an Manowars Meisterwerke der Früh- und Mitachtziger heran. Viel eher würde ich Vergleiche zu den späteren Alben ziehen. Eben denen, die nicht ganz so vollkommen sind. Denn NEW METAL LEADER offenbart schon noch einige Schwächen. Das möchte ich keineswegs an Patrick Fuchs´ Gesang festmachen, denn er gibt sicherlich sein Bestes, nur sind manche Kompositionen für seine Stimmlage und -power nur bedingt geeignet. Die Schwachpunkte liegen da eher beim Songwriting.
Dass Ross wiederum das Komponieren beherrscht, zeigen dann Nummern wie "Immortal Sun" oder "God of Dying". Er hat schon das Zeug dazu, starke True Metal-Epen zu schreiben. Um den alten Manowar Konkurrenz zu machen, reicht es aber zum jetzigen Zeitpunkt noch längst nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ein Anfang ist getan.

Anspieltipps:
 "God of Dying", "May The Gods Be With You", "Matador" und "Immortal Sun" sind die klaren Anspieltipps dieses Werks.

Tipp:
 Freunde des Old-School True Metal sollten in NEW METAL LEADER schon mal reinhören.

Titel-Liste:
 
  1. Ilh
  2. Blood Of Knives
  3. I Got The Right
  4. Death & Glory
  5. Plague Of Lies
  6. God Of Dying
  7. May The Gods Be With You
  8. Constantines Sword
  9. We Will Kill
  10. Matador
  11. Immortal Son

Laufzeit:
 48:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.ross-the-boss.com 


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