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Review: Ross The Boss
 
HAILSTORM

Album:
 HAILSTORM, 2010, AFM

Stil:
 Heavy Metal, True Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 07.01.2010

Review:
 Zum zweiten Mal tritt Ross Friedman, besser bekannt als Ross The Boss, an, um seinen ehemaligen Manowar-Mitstreitern das Fürchten zu lehren. Nachdem NEW METAL LEADER aber kaum über eine durchschnittliche Wertung hinaus kam, dürfen wir gespannt sein, ob Ross und seine deutschen Kollegen mit dem zweiten Album unter der Firmierung Ross The Boss diesmal zulegen können. Der schön pathetische Name des Werkes lautet HAILSTORM.
Noch immer gehören Patrick Fuchs (Gesang) und Carsten Kettering (Bass) von Ivory Night sowie der Drummer Matthias Mayer zu seinem musikalischen Stab.

Wie auch schon beim Debüt stimmt ein Movie-Track-likes Intro auf das Album ein und steigert schonmal die Erwartungen. "Kingdom arise" ist dann ein Song, der knackigen Metal oldschooliger Art mit einer gut gewählten Prise altem Manowar-Pathos vereint. Die Melodie geht ins Ohr, und den hymnischen Höhepunkt kann man schnell mitgrölen. Alles in allem eine Nummer, die an bessere Manowar-Zeiten erinnert.
"Dead Man's Curve" fährt genau auf dieser Schiene weiter: Ein melodisch-epischer True-Metal-Song mit eingängiger Melodie und bestens erarbeitetem Höhepunkt. Abwechslung bringen das Solo, bei dem sich Ross an Fingerfertigkeiten nicht lumpen lässt, sowie ein interessant arrangierter Instrumentalpart.
Die Gesangsleistung von Patrick Fuchs ist um einiges besser als noch auf NEW METAL LEADER. Er meistert alle Töne und Lagen und singt sehr ausdrucksstark. An Eric Adams zu Hochzeiten reicht er noch nicht ganz ran, aber die Entwicklung ist unüberhörbar. Beim Titeltrack "Hailstorm" mit seinen variantenreichen Vocallines kann er die neu gewonnene gesangliche Klasse optimal ausspielen.
Das rockige "Burn alive" entfernt sich deutlich vom True Metal und erinnert mich ein bisschen an Kiss oder Twisted Sister. So einen Song gab es auch schon auf dem Debut, und wie auch dort performen Ross The Boss das bestens. Der Rhythmus geht ins Blut über und der Refrain animiert sofort zum einstimmen. Sicherlich eine Top-Live-Nummer.
Der mächtige, aber tempomäßig recht verhaltene Stampfer "Crom" mutet ein bisschen wie ein Manowar-Track zu INTO GLORY RIDE-Zeiten an - sehr episch. Angesichts des Titels würde ich mal vermuten, dass es was mit den Conan-Geschichten zu tun hat, und als eine Art Soundtrack würde es jedenfalls sehr gut dazu passen.
Auch "Behold the Kingdom" setzt auf epische Trademarks, kann aber nicht so überzeugen. Die Hookline plättschert ein bisschen eindruckslos vor sich hin. Dafür ist das Solo schön melodisch und atmosphärisch, und mit dem hymnischen Höhepunkt sammeln Ross The Boss doch noch ein paar Punkte.
Beim Instrumental "Great Gods glorious" kann sich Maestro Friedman dann ordentlich austoben und zeigt, dass er sicherlich zu den besseren Gitarrenkünstlern gehört. Die Melodie - übrigens auch mit einem gelungenen Conan-Touch - geht gut ins Ohr.
Teile von "Shining Path" sind dann eine kleine Verbeugung vor dem Schaffen von Judas Priest zu Spät70er/Früh80er-Zeiten, die Ross mit typischen Manowar-Trademarks anreichert. Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig das Ganze, aber wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, kann auch dieser Track Akzente setzen. Die Melodie ist recht harmonisch und der Höhepunkt wieder gut erarbeitet.
Mit der Powerballade "Among the Ruins" forcieren Ross & Co. die Epik nochmal. Es fehlt bei dem Song aber der richtig große Moment, den emotionalere Stücke einfach brauchen. So geht er letztendlich nur als "nett" durch.
Der Versuch, mit "Empire's Anthem" an die Manowar-Übernummer "Battle Hymns" anzuschließen, ist von Anfang an unüberhörbar. Das gelingt natürlich nicht ganz, denn solch einen Song gibt es defintiv nur einmal. Aber als episch-kraftvoller Ausstieg mit jeder Menge mega-true-em Pathos, macht sich diese Nummer durchaus gut. Und erneut setzt sich bei mir der Eindruck fest, dass man einen Conan-Film mit diesem Album herrlich umrahmen könnte.

Fazit: Ich finde, Ross Friedman zieht mit HAILSTORM eine gelungene Linie aus frühen Zeiten von Manowar zu etwas, das man inzwischen als eigene Trademarks von Ross The Boss bezeichnen kann und die sowohl rockige wie epische Elemente beinhalten. Auf jeden Fall ist HAILSTORM kompsitorisch eine deutliche Verbesserung zu NEW METAL LEADER. Das Album profitiert dabei von Ross' vielseitigem und hochklassigen Gitarrenspiel. Aber auch sonst gibt es technisch nichts zu meckern, und die Gesangsleistung von Patrick Fuchs ist diesmal auch richtig stark.
Vielleicht realisiert Ross doch noch sein Vorhaben, die frühereren Mitstreiter in den Schatten zu stellen, was im moment auch nichtmal schwer erscheint, da diese nichts Produktives fabrizieren (außer alte Klassiker überflüssigerweise aufzuwärmen). Die songwriterische Leistung von HAILSTORM müssen DeMaio & Co. jedenfalls erstmal nachmachen.
Insgesamt ist HAILSTORM ein gutes True-Metal-Album, dass Genre-Fans auf jeden Fall antesten sollten.

Titel-Liste:
 
  1. I.A.G.
  2. Kingdom arise
  3. Dead Man's Curve
  4. Hailstorm
  5. Burn alive
  6. Crom
  7. Behold the Kingdom
  8. Great Gods glorious
  9. Shining Path
  10. Among the Ruins
  11. Empire's Anthem

Laufzeit:
 45:23 Min.

Band-Infos:
 
  • www.ross-the-boss.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Ross The Boss: HAILSTORM

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