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Review: Uli Jon Roth
 
UNDER A DARK SKY

Album:
 UNDER A DARK SKY, 2008, Steamhammer

Stil:
 Rock / Neoklassik

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 06.09.2008

Review:
 Besonders den älteren Semestern unter unseren Lesern wird Uli Jon Roth noch bekannt sein. Er war von 1973 bis 1978 Gitarrist bei den Scorpions. Danach gründete er die Band Electric Sun, mit der drei Alben einspielte. Seitdem ist er als Solokünstler unterwegs, schrieb Symphonien und setzte klassische Stücke um. Hierzu gründete er das Sky Orchestra, mit dem er diese Kompositionen performt. Er entwickelte sogar eine Gitarre, die einen größeren Tonumfang hat, als herkömmliche Gitarren: die Sky Guitar.
2006 trat er beim Scorpions-Gig in Wacken als Gastmusiker auf und brachte sich auch bei Rock-Fans wieder in Erinnerung. Mit UNDER A DARK SKY präsentiert er 2008 nun ein Album, bei dem er seine klassische Schiene der letzten zwei Dekaden mit Rockmusik verbindet.

UNDER A DARK SKY hat viel von einer Rockoper. Wobei hier dieser Begriff noch weitaus mehr gerechtfertigt scheint, als beispielsweise bei Werken von Avantasia oder Ayreon.
Teilweise fühle ich mich ein bisschen an Musicals wie Hair und Jesus Christ Superstar oder Filmmusiken wie von Lion King erinnert, nur dass es viel mehr klasssische Arrangements gibt und das Gesamtprodukt rockiger klingt. Bei einer der opulenten Orchester- und Chorpassagen in "Tempus Fugit" hat vermutlich die "Carmina Burana" Pate gestanden.
Das dreiteilige Stück "Land of Dawn" verbindet dagegen emotionale Rockmusik mit orchestralen Elementen. Als Gastsänger hat Uli Jon Roth hierfür Mark Boals gewinnen können, der bereits durch seine Engagements bei Yngwie Malmsteen und Royal Hunt bekannt ist und der erst vor kurzem durch sein letztes Sideprojekt The Codex aufsehen erregte. Mit Boals hat Roth einen guten Fang gemacht, da sein warmes Timbre und der gefühlvolle Gesang hervorragend zu den Kompositionen passen. Aber auch die klassisch ausgebildeten Gastsänger machen in ihren Passagen eine ausgezeichnete Arbeit.
Man kann zweifelsohne sagen, dass Uli Jon Roth eine gekonnte Symbiose von Rockmusik und Klassik gelingt. Auch ein dynamischeres Stück wie "The magic Word" ist hierfür ein starkes Beispiel. Hier sorgt das Orchester hauptsächlich für die Untermalung und Intermezzi, während eine rockige Hookline die Führung übernimmt.
Sein virtuoses Können zeigt Uli natürlich auch unentwegt, aber ohne dass dies in lästige Profilierung ausartet. Die ausgedehnten Gitarrenarrangements sind abwechslungsreich und werden klug eingesetzt. Oft auch im Zusammenspiel mit dem Orchester. Ein Musterbeispiel hierfür ist "Benediction".
Das Highlight des Albums ist aber das in zehn Abschnitte unterteilte Schlussstück "Tanz in die Dämmerung", dass in seinen epischen 19 Minuten Spielzeit nochmal das volle Programm abspielt: Opernhafte Phasen, bombastische Choräle, bezauberne Instrumentalpassagen, stimmungsvolle und rockige Abschnitte und natürlich die beeindruckende Vermischung all dieser Elemente.

Fazit: Uli Jon Roth hat mit UNDER A DARK SKY eine bewegende Verbindung zwischen Neoklassik und Rockmusik gezogen. Das Album ist trotz der völlig unterschiedlichen Musikrichtungen, die hier verknüpft wurden, jederzeit stimmig. Nichts wirkt fehl am Platze. Alleine die Kompositionsleistung zu solch einem Opus scheint mir unglaublich. Uli muss wahrlich ein fantastischer Songwriter sein.
Die Leistung der Musiker, allen voran Ulis Gitarrenspiel und Mark Boals Gesang, ist einwandfrei. Mit UNDER A DARK SKY werden die Begriffe Rock-Oper oder Rock-Musical neu definiert.

Tipp:
 Wer auf Vermischung von Rockmusik und Klassik steht, sollte hier unbedingt zugreifen. Aber auch Klassik-, Rock- und Metalfans, die über den Tellerrand schauen können, werden von der musikalischen Darbietung begeistert sein.

Titel-Liste:
 
  1. S.O.S
  2. Tempus Fugit
  3. Land of Dawn
  4. The magic Word
  5. Inquisition
  6. Letter of the Law
  7. Stay in the Light
  8. Benediction
  9. Light & Shadows
  10. Tanz in die Dämmerung

Laufzeit:
 63:41 Min.

Band-Infos:
 
  • www.ulijonroth.com 


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