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Enjoy it! |
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Review: Sabaton |
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Album:
| | CAROLUS REX, 2012, Nuclear Blast |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | J.G., 10.06.2012 |
Review:
| | Seit nun mehr sechs Jahren warte ich auf wirklich würdige Nachfolger der Hammer-Alben PRIMO VICTORIA und ATTERO DOMINATUS, wurde jedoch bisher nicht wirklich fündig. CAROLUS REX hat die Chance diese Nachfolge anzutreten. Diesmal ist es ein Konzeptalbum geworden. Das Thema ist der Zeitraum von 1611 bis 1718, also dem Aufstieg und Untergang des Schwedischen Königreichs mit dem Kernthema, der dunklen Zeit des 30-jährigen Kriegs um Schweden-König Gustav Adolf. Dazu hat man sogar den Historiker Bengt Liljegren zu Rate gezogen. Vollmundig gibt man zum besten, dass man überzeugt ist, keine andere Metalband habe so viel Interesse für Geschichte, wie Sabaton. Hört, hört, tja, da haben die Schweden wohl ihre Hausaufgaben nicht so ganz richtig gemacht, denn schon Bands wie Grave Digger haben mit Konzeptalben TUNES OF WAR (Schottland), KNIGHTS OF THE CROSS (Kreuzritter) und EXCALIBUR (König Arthus) oder Rebellion mit ihrer Wikinger-Trilogie bewiesen, dass Geschichte durchaus interessant musikalisch umgesetzt werden kann. Aber vollmundige Behauptungen gehören eben zu True Metal-Bands, wie Salz in die Suppe, man denke nur an Manowar. Jetzt ist nur zu hoffen, dass dem verbalen Trommeln auch musikalische Taten folgen.
Schon das obligatorische Intro "Dominium Maris Baltici" ist unverkennbar ein waschechtes Sabaton-Brett.
Der Opener "The Lion from the North" ist nicht von schlechten Eltern, wenn sich die Mannschaft in bestens bekannter Kampf-Montur durch die Riffs kämpft, angetrieben von einer gnadenlosen Rhythmus-Abteilung. Mit hoher Taktrate werden metertiefe Löcher ins Schlachtfeld gesprengt und man überrascht sogar mit weiblichen Stimmen im Chor.
Passend zum gewählten Zeitalter der Schlachtruf "Gott mit uns", der gleichzeitig den Titel der nächsten folkig angehauchten groovenden Power-Granate darstellt.
Recht simpel und austauschbar ist "1648" gestrickt. Abgesehen von ein paar zeittypischen Elementen hat man dieses Riffing und den Refrain schon vorher bei Sabaton-Songs in leicht abgewandelter Form gehört.
Mit "The Carolean's Player" beginnen für mich grenzwertige Regionen. Hart an der Kitschgrenze versucht man sich an Halbballaden-Klängen, die radiotauglich aus den Boxen blubbern. Sabaton? Härte? Metal? Fehlanzeige!
Bombastisch aufgeblasen kann der Titeltrack "Carolus Rex" bei mir einfach nicht wirklich zünden. Abgesehen von ein paar gefälligen Riffs im Refrain stellt sich mir alles andere irgendwie zu plan- und ziellos dar. Melodisches Gewummer, ja, aber gefällig und nachhaltig, definitiv nein!
Tempomäßig bleiben die Schweden variabel. Während man mit "Long live the King" eine geruhsame Hymne zum Besten gibt, erklimmt man mit "Killing Ground" ein ums andere Mal extreme Up-Tempo-Regionen und stellt auch gleichzeitig eines der Highlight des Albums dar. Endlich dürfen die Gitarren an der langen Leine zeigen, dass in der Truppe wirklich ein Metal-Heart schlägt.
Und dann erlebe ich doch noch eine kleine Überraschung gaaanz um Schluss, denn der Bonus-Track "Twilight of the Thunder God" zeigt die Schweden von einer etwas anderen Seite. Tiefe Growls, sich überschlagender Double-Bass und schneidende Gitarren-Soli hört man wahrlich nicht so oft.
Fazit: Auch CAROLUS REX hat es nicht geschafft, mich wirklich vom Hocker zu hauen und ich kann mir eigentlich kein richtig funktionierendes Live-Set vorstellen, dass nur aus Titeln der letzten drei Alben besteht. Apropos live, da haben die Jungs auch einige Arbeit zu leisten, denn kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums sickerte durch, dass sich Sabaton von nahezu allen Mitstreitern getrennt hat. Einzig die beiden Chefs Sänger Joakim Brodén und Bassist Pär Sundström blieben übrig. Die Gitarristen Rikard Sundén und Oskar Montelius, Keyboarder Daniel Mÿhr und Drummer Daniel Mullback haben die Truppe verlassen. Eigentlich hatte man schon seit einiger Zeit im Geheimen Nachfolger gesucht und konnte deshalb relativ zeitnah die Fans beruhigen. Die Gitarristen Chris Rörland (Nocturnal Rites) und Thobbe Englund (Winterlong, Raubtier) sowie Drummer Robban Bäck werden neue Bandmitglieder. Lediglich der Platz hinter dem Keyboard bleibt verweist, aber man hat noch Hoffnungen Daniel Mÿhr zurück zu gewinnen. Einer Tournee im September/Oktober gemeinsam mit Eluvietie und Wisdom steht also nichts im Wege.
Klar sind wir mit CAROLUS REX meilenweit entfernt von einem wirklich schlechten Album. Melodisch, treibend, vollfett, druckvoll, Attribute, die immer noch zutreffen. Jedoch fehlt mir an einigen Stellen der Biss von Songs wie "Primo Victoria", "Panzer Battalion" oder "Wolfpack", um nur drei zu nennen. Manche der Synthie-Effekte klingen schon zu sehr nach Plasik-Pop, Refrains triefen zu gefällig und einige Hooks biedern sich schon zu sehr dem verpönten Kommerz an. Klar ist es Jammern auf hohem Niveau, doch wer sich die Latte selbst hoch steckt, darf sich nicht beschweren, wenn er sie mit einigen Nummern auch selbst reißt.
Einzig und allein die üppige Ausstattung (Original CD in Schwedisch, denn die CD erschien zuerst nur in der Muttersprache), Bonus Track und ein umfangreiches Booklet, sicher die hohe Note, denn rein musikalisch könnte ich sogar mit 5 Punkten leben. Ich habe den Eindruck, hier werden Wege von Bon Jovi oder Nickelback und Co. beschritten, die es glänzend verstehen, sich immer wieder selbst neu zu erfinden. Ob das für eine sichere Zukunft ausreicht? |
Tipp:
| | Für Fans wie für Neulinge von melodischem True/Power Metal gleichermaßen geeignet. |
Titel-Liste:
| | CD 1
- Dominium Maris Baltici
- The Lion from the North
- Gott mit uns
- A Lifetime of War
- 1648
- The Carolean's Player
- Carolus Rex
- Killing Ground
- Poltava
- Long live the King
- Ruina Imperii
- - - Bonus Track - - - - Twilight of the Thunder God
CD 2
- Dominium Maris Baltici
- Lejonet Från Norden
- Gott mit uns
- En Livstid I Krig
- 1648
- Karolinens Bön
- Carolus Rex
- Ett Slag Färgat Rött
- Poltava
- Konungens Likfärd
- Ruina Imperii
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