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Review: Saint Deamon
 
Saint Deamon - IN SHADOWS LOST FROM THE BRAVE

Doppelschlag:
 Ein Album - zwei Meinungen: S.M. (6/7) | U.B. (6/7)

Album:
 IN SHADOWS LOST FROM THE BRAVE, 2008, Frontiers

Stil:
 Melodic Metal

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 S.M., 19.12.2007

Review:
 Der ehemalige Dionysus-Drummer Ronny Milianowicz beschloss 2006 eigene musikalische Wege zu gehen. Er scharte mit Nobby Noberg (Bass), Toya Johansson (Gitarre) und dem ehemaligen Sänger der norwegischen Power Metaler Highland Glory, Jan Thore Grefstad, eine neue Mannschaft um sich.
Das Debüt der schwedisch-norwegischen Combo IN SHADOWS LOST FROM THE BRAVE geht am 25.01.2008 an den Start.

Das obligatorische Intro "The Exodus" klingt irgendwie geheimnisvoll-mystisch und erfüllt damit wohl auch seinen Zweck. Übergangslos beginnt "My Judas" und wird von ausdrucksstarkem Gesang und der hart riffenden Lead-Gitarre bestimmt. Es wird auf einen klaren und für meinen Geschmack etwas zu hoch gesungenen Refrain hingesteuert. Interessanterweise bleibt die Stimmlage in den späteren Refrains dieses Song dann etwas mehr im mittleren Bereich. Die Melodie ist sehr eingängig und auch das längere Solo weiß zu gefallen.
"In Shadows from the Brave" fährt genau auf dieser Schiene weiter: Druckvoller Aufbau durch Rhythmusgruppe und Gitarre, der die Melodie zielgenau zum gelungenen gesanglichen Höhepunkt trägt. Das Solo kommt gleichermaßen melodisch wie klassisch virtuos. Gegenüber dem Opener sogar noch ein leichter qualitativer Anstieg.
Bei "My Heart" wird das Tempo klar zurückgeschraubt und die Emotionen-Kiste ausgepackt. Dennoch kann auch diese Halbballade kompositorisch überzeugen. Lediglich der Refrain ist eindeutig zu hoch gesungen. Was nicht heißen soll, dass Grefstad diese Tonlage nicht beherrscht. Nur klingt es in meinen Ohren nicht so stimmig.
Mit dynamisch vorantreibender Rhythmusfraktion wird bei "The Burden" etwas mehr Beat vorgegeben. Der Song kommt im Stile eines Mid-Tempo-Stampfers. Doch kann er von der ganzen Aufmachung bei den bisherigen Tracks nicht mithalten und der Gesang liegt diesmal gewaltig daneben. Einziger Pluspunkt ist ein gelungenes Lead-Solo.
Für den leichten Ausfall entschädigt die nächste Nummer: "No Mans Land" ist eine Metal-Hymne, wie sie Manowar in ihren besten Zeiten nicht gelungen ist. Ein melodiöser, bedächtiger Aufbau führt zum ultimativen Hammer-Chorus. Meine Knie fangen ganz unwillkürlich an, den Rhythmus zu Wippen und das Bedürfnis, die (nicht mehr vorhandene) Matte zu schwingen, ist äußerst hoch. Abgerundet wird dieser perfekte Song durch einen erst langsamen Mittelteil mit ruhigem Gesang und epischer Keyboarduntermalung und dann gnadenlos vorwärtspreschendem Endspurt.
Eine verzerrte Gitarre leitet "Ride forever" ein, dann folgt ein melodischer Aufbau, um im mehrstimmigen Refrain den härtesten Punkt zu erreichen. Dieser tiefe, dynamische Chorus mit entsprechender Gitarrenbegleitung kommt als interessanter Gegensatz zu den bisherigen Refrains.
"Black Symphony" entpuppt sich als flotter Rocker mit melodischem Höhepunkt. In diesem Track kommt besonders die starke Leistung der Rhythmustruppe und Grefstads gesangliches Talent zum Vorschein.
Bei "Deamons" ist der gesamte Aufbau etwas düsterer und schleppender. Doch spätestens beim eingängigen Refrain wird es wieder äußerst hymnisch, sodass dem alten Manowar-Fan fasst die Freudentränen ins Auge treten. Danach regiert kurz die tiefergestimmte Gitarre, bevor sich der Aufbau wiederholt. Auch an dieser Nummer gibt es absolut nichts zu meckern.
Ein weiterer Rocker folgt mit "The Brave never bleeds". Er kann nicht ganz den hohen Standard halten, steht aber dennoch weit über dem, was etliche andere Bands fabrizieren. Durch den ruhigeren Mittelteil mit Trommelwirbeln bekommt er ein bisschen einen militärischen Touch. Interessant ist gegen Ende ein Gitarrenlauf, der mich stark an Iron Maiden erinnert.
"My Sorrow" überrascht den Hörer mit einer sehr ruhigen Einleitung, bei der Akustikgitarre und Klavier die Stimme begleiten. Doch selbst wenn später die Rhythmustruppe und E-Gitarre einsteigen, bleibt "My Sorrow" eine Ballade mit schöner Melodie und sehr kraftvollem und ausdrucksstarken Gesang, der immer in einer angenehmen Tonlage bleibt.
Der Rausschmeißer "Run for your Life" kommt nochmal wesentlich dynamischer mit einem schleppenden aber äußerst druckvollen Aufbau. Die Band glänzt erneut mit einem ebenso melodischen wie eingängigen Höhepunkt, der wieder sofort zum Mitgröhlen einlädt.

Fazit: Zwar sind nicht alle Bandmitglieder Neulinge im Metal-Business, aber in dieser Zusammenstellung sind sie Newcomer. Und die Leistung, die diese "Newcomer" auf IN SHADOWS LOST FROM THE BRAVE abliefern, ist absolut beeindruckend. Die Scheibe beinhaltet tolle Kompositionen und alle Musiker liefern eine astreine Arbeit ab.
Saint Deamon ist eine Band, von der wir sicherlich noch sehr viel hören werden. Sie sind genau auf dem richtigen Wege und bleiben diesem hoffentlich auch treu.

Anspieltipps:
 Neben dem Titeltrack "In Shadows lost from the Brave" sind vor allen Dingen die Metal-Hymnen "No Mans Land" und "Deamons" klare Anspieltipps.

Tipp:
 Mit ihrer sehr gelungenen Mischung aus eingängigem Melodic Metal und hartem aber hymnischem True Metal sprechen Saint Deamon beide Zielgruppen an.




Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 U.B., 19.12.2007

Review:
 Ahoi liebe Metal Matrosen, mit der Saint Daemon (benannt nach einem fiktiven Geisterschiff) hat eine neue Band Kurs gesetzt, nicht auf Treasure Island, aber auf Eure CD Player. Ob es sich dabei nur um ein harmloses Handelsschiff oder eine kampfstarke Galeone handelt werden wir sehen. Das Schiff ist zwar neu, aber die Crew sind alte Bekannte. Jan Thore Grefstadt stand schon auf den beiden Highland Glory Alben am Ruder ähh… Mikrofonständer. Da sich die zwei Silberscheiben zufällig in meiner Schatzkiste befinden und von mir geschätzt werden, schon mal nicht schlecht. Nobby Noberg zupfte seinen sechssaitigen Bass unter anderem für Nation und Dionysus. Toja Johansson schwenkte die Axt auf den Planken von Sinner und Drummer Ronny Milianowicz ging bereits mit Hammerfall, Sinergy, Dionysus und Primal Fear auf Kaperfahrt. Also durchaus erfahrene Offiziere für die stürmische Metalsee. Produzent war Jens Bogren der schon mit Symphony X und Hammerfall zusammengearbeitet hat und auch hier, soviel nehme ich vorweg, einen guten Job gemacht hat. Dann schauen wir mal was uns mit der schwedisch- norwegischen Besatzung erwartet. Leinen los, All Hands On Deck und Segel setzen!

"Exodus" heißt das kurze Intro. Außer einigen seltsamen Gitarrenklängen gibt es nicht viel zu hören, aber etwas Zeit muss sein um den Anker zu lichten, bevor das Schiff Fahrt aufnimmt.
Auf "My Judas" segelt die Daemon nach gesprochenen düsteren Worten recht flott los. Die Drums wummern mit dem Bass um die Wette. Die Gitarre rifft und Jan Thores Stimme ertönt angenehm aber durchaus druckvoll, schwingt sich ab und zu auch in größere Höhen. Der Chorus ist melodisch und lädt zum Mitsingen ein.
Mit voll geblähten Segeln geht es auf dem Titeltrack "In Shadows lost from the Brave" gleich weiter. Heftige Gitarrenriffs sind nur der Anfang dann hallt ein Drumgewitter über die Planken der Daemon. Zwischenzeitlich wird etwas an Tempo reduziert bevor die Gitarren mit den Drums beschleunigen. My Heart is aching forever, Evil is coming our way, aber so düster wie die Lyrics klingt die Mucke gar nicht, eher fröhlich und auch etwas nach Hammerfall. Ob das einfach daran liegt, dass Ronny mal für die Hammerbesatzung die Felle gegerbt hat?
Mit "My Heart" kreuzt man nach harten Drums in sehr melodischen Gewässern. Die Gitarren klingen teilweise nach Streichern. My Heart beats for you, ich bekomme das einfach nicht aus dem Ohr. Die Vocals reichen von sanft bis sehr intensiv. Ganz schön fett was da über die Wogen schallt. Dann liefern sich noch die Gitarre mit den Drums ein Wettrennen. Prima Power Ballade nicht nur für Seeleute.
"The Burden" kommt deutlich härter. Schrill klingt der Gesang, dumpf dröhnen die Drums. Recht stürmisch das ganze, nichts für erholungssuchende Kreuzfahrtpassagiere.
Nach diesem hohen Wellengang weiß "No Man`s Land" mit spürbar freundlicherer Melodie zu gefallen. All alone in no man´s Land, Stanger in a lost World, könnte ich den ganzen Tag mitgrölen. Rau aber mit Charme. Nachdem Gitarre Bass und Drums sich austoben konnten klingt die Musik leise aus, aber nur um mit orgelartigen Keyboards und Jan Thores Gesang eine ruhige Phase einzuläuten. Dann knallt eine volle Soundbreitseite aus den Kanonen der Daemon. Johansson fetzt auf der Gitarre wie ein Orkan dahin.
"Ride forever" ist wie ein Wetterumschwung, geht ja flott auf hoher See. Verzerrte Gitarrenriffs lassen die Takelage ächzen. Die mehrstimmigen Shouts: Fight forever, blasen einem ins Gesicht. Kurze schnelle Gitarrenläufe dann wieder: Ride forever, you hear the Power of the mighty roar. Da fühlt man sich sofort an Bord im Sturmwind.
"Black Symphony" macht dem Namen alle Ehre, zumindest was den zweiten Teil des Titel betrifft. Wie eine große Woge rollt eine Soundwelle auf den Hörer zu, durchaus melodisch aber auch kraftvoll. Besonders schön das variable Spiel der Drums, da wird nicht nur monoton ein Rhythmus gekloppt. Symphonic Heavy Metal uptempo, da lacht das Piratenherz. Gitarren, Drums und Bass schwemmen einen weg, schade, dass die Nummer recht kurz ist, davon könnte ich ruhig mehr vertragen.
Wer beim Titel "Daemon" einen düsteren Song erwartet liegt falsch. Hier geht es langsamer zu als beim Vorgänger, aber nicht minder gekonnt. Der Refrain ist so was von eingängig, der mehrstimmige Gesang einfach super. Ein Gitarrenintermezzo und dann wieder der Chorus zum Sterben schön. Ah ja der Chorus, der erinnert deutlich an Hammerfalls "Glory to the Brave".
"The Brave never bleeds" prescht schnell über die Wellenkämme. Die Drums heizen tüchtig ein, die Gitarren marschieren und auch die Vocals geben nicht mal ansatzweise Grund zum Meckern. Nach dem ersten schnellen Teil erfolgt eine Zäsur. Die Drums klingen wie die Trommeln einer aufmarschierenden Armee vor einigen hundert Jahren. Danach gibt es das volle Brett. Die Gitarre bläst mit einem Solo zur Attacke bevor der galoppierende Rhythmus einem den Atem aus den Rippen quetscht. Nach einem langen Break bilden leise Gitarrenakkorde den Ausklang. Klasse Nummer.
"My Sorrow" ist voller Wehmut. Pianoklänge bilden den Anfang. All alone I`m down on my Knees and pray, my Soul is torn apart, singt Grefstadt seinen Schmerz sehr überzeugend hinaus. Eine waschechte Ballade ohne weichspül Kitsch. Stimmungsvoll auch die Gitarre, das muss man gehört haben.
"Run For your Life" heißt es zum Abschluss der Reise. Klasse Zusammenspiel aller Musiker, und (noch) eine super Melodie, dazu die richtige Mischung aus Power und dem mitreißenden Mitsingrefrain hauen nochmals so richtig rein. Run, run for your Life, prepared to fight, all through the night, I see the Lightning in the Sky.

Fazit: Wer neugierig geworden ist und Lust hat mit der Saint Daemon in See zu stechen, hat ab Mitte Januar 2008 die Gelegenheit über Frontier Records auf dem Heavy Metal Viermaster anzuheuern. Die Reise geht zwar durch bekannte Gewässer, aber die Crew hat den Windjammer dermaßen gut im Griff, dass der musikalische Segeltörn bestimmt viel Vergnügen bereiten wird. Man sollte allerdings schon ein gestandener Seebär sein, für Metal Leichtmatrosen weht der Wind an Deck der Daemon doch etwas zu stürmisch. Ich möchte schließlich nicht, dass Ihr die Fische füttert.

Anspieltipps:
 "In Shadows lost from the Brave", No Man`s Land, "Black Symphony", "Daemons", Run for your Life".

Titel-Liste:
 
  1. The Exodus
  2. My Judas
  3. In Shadows lost from the Brave
  4. My Heart
  5. The Burden
  6. No Man`s Land
  7. Ride forever
  8. Black Symphony
  9. Deamons
  10. The Brave never bleeds
  11. My Sorrow
  12. Run for your Life
    - - - Bonus - - -
  13. My Heart (Multimedia Video Track)

Laufzeit:
 45:33 Min.

Band-Infos:
 
  • www.saintdeamon.se 


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