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Review: Sanchez
 
RUN THE STREETS

Album:
 RUN THE STREETS, 2011, 7Music

Stil:
 Melodic Rock, Hard Rock

Wertung:
 2,5 von 7
2,5 von 7 Punkten
 V.R., 09.06.2011

Review:
 Für den wahren Fan von Danger Danger, Firehouse, White Lion und Dokken – so werden Sanchez vom Plattenlabel beworben. Bei der Band handelt es sich allerdings nicht um Amerikaner, sondern um Schweden. Musikalisch geht die Truppe aber tatsächlich in der Tradition genannter amerikanischer Bands zu Werke. Die Band konnte bereits im Vorprogramm von Interpreten wie White Lion, Dee Snider und den Poodles für Aufmerksamkeit sorgen. RUN THE STREETS ist dann auch kein Debutwerk, sondern bereits das dritte Album der Band um Sänger Jose Sanchez, der schon bei der Band Empire Saint einiges an Erfahrung sammeln konnte. Ob sich diese Erfahrung auch positiv auf RUN THE STREETS auswirkt, das wird in den folgenden Zeilen klargestellt.

Der Opener "Stand up (for your Rights)" beginnt mit Konzert-Hintergrundgeräuschen wie Klatschen und Applaus. Ob Letzterer aber angesichts der dargebotenen Musik gerechtfertigt ist, kann man gerne hinterfragen, denn der Song bietet zwar recht soldiden melodischen Midtempo-Rock, doch die Vocals von Jose Sanchez sind leider als unterdurchschnittlich zu bezeichnen. Allerdings scheint das Problem nicht nur der Gesang an sich zu sein, sondern auch die Abmischung der Vocals. Die Main Vocals sind dabei nicht mal das Schlimmste, denn noch wesentlich nerviger sind die kauzigen „Stand Up“-Backgroundvocals im Refrain. Auf diese Weise wird der Song leider deutlich unter die Durchschnittslinie gesenkt.
Gleiches gilt auch für den nächsten Titel namens "We got your Love". Grundsätzlich bietet der Song ja halbwegs durchschnittlichen, erdigen Hard Rock, der sogar das eine oder andere nette Riff bereit hält. Doch wenn dann der Gesang einsetzt, möchte man am liebsten sofort die Skip-Taste betätigen.
"Run the Streets" wird durch das lustvolle Gestöhne einer Frau eingeleitet. Am Song kann diese Lust allerdings nicht liegen, denn selbiger ist keinen Deut besser als die ersten beiden Titel. Wieder präsentieren Sanchez dem Hörer einigermaßen ordentlichen Melodic Rock, welcher durch den Gesang allerdings zu einer echten Geduldsprobe wird.
Weiter geht es mit einer Ballade. "Friends" kommt eigentlich recht sympathisch, wenn auch sehr kitschig daher, doch bei ruhigen Liedern treten stimmliche Probleme leider noch deutlicher zu Tage als bei harten Rocksongs. Einen derart schiefen Katzenjammer wie bei diesem Lied bekommt man als Hard Rock-Fan jedenfalls nicht alle Tage zu hören.
Der Beginn von "Rock & Roll Stars" klingt dann sogar mal richtig vielversprechend. Alles sieht danach aus, dass den Hörer ein sympathischer Melodic Rock-Song erwartet, doch leider ist der Song kein reiner Instrumental-Titel, ansonsten hätten wir es hier doch glatt mit einem Anspieltipp zu tun.
"Bullet in your Heart" und "Girls" bieten dann wieder bestenfalls durchschnittlichen Hard Rock mit den üblichen Gesangsproblemen.
Regelrechtes Herzbluten bekommt man aber, wenn man sich die wirklich schöne Ballade "Empty Words" zu Gemüte führt. Welch starker Song hätte daraus werden können, wenn hier ein besserer Sänger das Mikro übernommen hätte? Weitgehend kitschfrei und sehr routiniert gehen Sanchez hier zu Werke. Zudem schafft es die Band, hier echte Gefühle rüberzubringen, doch die Vocals reißen es dann leider wieder runter.
Danach hält das Album dann nur noch zwei weitere eher schwache Rocker namens "Don’t wanna get around" und "The Gambler", die angesichts des Gesangs zum sofortigen Abschalten des CD-Spielers animieren.

Fazit: Es ist wirklich alles andere als einfach, dem Album RUN THE STREETS etwas Positives abzugewinnen. Okay, die meisten Riffs sitzen und einige Songs halten auch zumindest ein paar nette Ideen bereit, wenn auch ansonsten weitgehend Gewohntes geboten wird. Aber dieser Gesang, dieser extrem knödelige Singsang macht leider sämtliche positiven Ansätze zunichte. Es ist wirklich anstrengend, sich das Album am Stück anzuhören, denn spätestens nach dem dritten Song geht einem dieser ohnehin recht schwache und dann auch noch minderwertig abgemischte Gesang gründlich auf die Nerven. Vom Gesang mal abgesehen sind viele der Songs durchaus nett geworden, eine der Balladen ist sogar richtig stark, doch leider kann man den Gesang eben nicht völlig ausblenden, da er bei den Songs eben allgegenwärtig ist. Vielleicht wäre in diesem Fall sogar der eine oder andere Instrumentaltitel ratsam gewesen. Letzten Endes ist es angesichts der genannten Schwächen jedenfalls nur schwer vorstellbar, dass dies bereits die dritte Veröffentlichung der Band sein soll, da hätte ich doch stark auf ein Erstlingswerk getippt. So bleibt es Sanchez letzten Endes nur zu wünschen, dass beim nächsten Mal alles besser wird und dass insbesondere der Sänger ein gutes Stück an seiner Stimme arbeitet – oder mal Gesangsunterricht nimmt. Das wäre sicher nicht die schlechteste Investition – RUN THE STREETS ist für jeden Fan klassischen Hard Rocks dagegen leider wirklich eine schlechte Investition.

Anspieltipps:
 Angesichts des extrem unterdurchschnittlichen Gesangs kann leider keiner der Songs so richtig empfohlen werden, wobei mit "Empty Words" immerhin eine wirklich schöne Ballade, wenn auch mit schwachem Gesang, enthalten ist.

Tipp:
 Sanchez kann man leider Niemandem empfehlen und alle Fans melodischen Hard Rocks sollten besser bei anderen Veröffentlichungen zuschlagen.

Titel-Liste:
 
  1. Stand up (for your Rights)
  2. We got your Love
  3. Run the Streets
  4. Friends
  5. Rock & Roll Stars
  6. Bullet in your Heart
  7. Girls
  8. Empty Words
  9. Won’t wanna get around
  10. The Gambler

Laufzeit:
 41:29 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/sanchezkicks 

  • Probehören und Kaufen:
    Sanchez: RUN THE STREETS

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