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Review: Sandalinas
 
FLY TO THE SUN

Album:
 FLY TO THE SUN, 2008, Metal Heaven

Stil:
 Melodic Rock, Melodic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.B., 05.12.2007

Review:
 Mit FLY TO THE SUN präsentiert Jordi Sandalinas mit seiner Band nach LIVING ON THE EDGE sein zweites Album. Der Gitarrist aus Barcelona begann seine musikalische Laufbahn am Klavier soll aber, nachdem er Adrian Smith von Iron Maiden gehört hat, auf den Sechssaiter umgestiegen sein. Ob das der Wahrheit entspricht oder nur ein geschickter Schachzug der Promoter ist, sei mal dahingestellt. Sandalinas besuchte das angesehene Official Barcelona Conservatory of Music und zeigte bereits auf seinem Debüt, dass er ein Virtuose an seinem Instrument ist. Andy LaRocque (King Diamond) produzierte auch das zweite Album und lies es sich nicht nehmen, einige Gitarrensoli beizusteuern. Weitere Gastmusiker: Derek Sherinian Keyboards (Dream Theater), Chris Caffery Gitarre (Savatage).
Im Gegensatz zu LIVING ON THE EDGE auf dem Apollo Papathanasio (Firewind) für die Vocals zuständig war, steht jetzt Rick Altzi (At Vance) am Mikro. Elias Holmild Keyboards (Dragonland), Mick Cervino Bass (Blackmore`s Night) und Patrick Johanson Drums Yngwie Malmsteen) spielten die restlichen Instrumente ein.

Der Titelsong "Fly to the Sun" startet mit flotten Drums, Keyboards und Gitarre sind nicht zu dominant. Im Gegensatz zu LIVING ON THE EDGE fällt sofort die rauhe, dunklere Stimme von Rick Altzi auf die zum Teil bei den Shouts auch etwas heiser klingt. Das passt durchaus und klingt sehr ehrlich und ungekünselt. Im Verlauf der Nummer zeigt Sandalinas einige wieselflinke Gitarrenläufe. Chorus und Melodie gehen gut ins Ohr.
"Never seen before" startet nur wenig langsamer mit riffenden Gitarren, dazu die schon erwähnte rauhe, in manchen Passagen etwas heisere Stimme von Altzi. Das Gitarrenspiel drängt sich nicht in den Vordergrund, ein Solo im letzten Drittel weiß aber zu gefallen. Ansonsten ein solider Titel mit ordentlichem Drive.
"Bad Dreams" kommt düster, zum Songtitel passend daher. Die Midtempo Nummer ist eine der härteren auf diesem Album. Zur Mitte zieht das Tempo an und Jordis Gitarre startet zu einem Sololauf. Am Ende folgt ein Rhythmuswechsel der Drums bevor alles mit einem langen Riff ausklingt.
"Back from the Light" ist ein sehr kurzer Song eingespielt nur mit akustischen Gitarren.
"No Matter what" wird eingeläutet mit harten Riffs und treibenden Drums. Eine weniger häufige Wiederholung des Refrains hätte gut getan. Gut dagegen das Zusammenspiel von Keyboards und Gitarren.
"As the Rain falls" macht Druck mit hämmerndem Schlagzeug und aggressiven Gitarren. Das Tempo bewegt sich im mittleren Bereich. Die Melodie gefällt, das unvermeidliche Solo von Sandalinas passt prima. Einige Anleihen bei Malmsteen sind unverkennbar. Im Gegensatz zum Schweden dem man öfters vorwerfen kann er spielt zu viel, steht der Spanier aber nicht zu sehr im Rampenlicht.
"Double Cross" marschiert ordentlich nach vorn. Die Drums galoppieren. Salinas Finger wirbeln über die Bünde. Der Rhythmus ist ideal um die Mähne zu schütteln.
"Ring of Fire" hat natürlich nichts gemeinsam mit dem gleichen Titel von Jonny Cash. Der Song ist nicht besonders eingängig und etwas eintönig. Für mich der schwächste Teil des Albums.
Besser dagegen "The wrong Side of me". Getragenes Keyboardspiel wird abgelöst durch stampfende Gitarren, dazwischen einzelne Soli die aber im Hintergrund bleiben und den Song nur untermalen. In der Mitte gibt es ein kurzes Break, die Keyboards spielen die Melodie des Intro noch einmal und dann beherrscht Salinas mit seiner Gitarre den Song. Pfeilschnell und dennoch sehr melodiös begleitet einen ein Lick nach dem anderen bis zum Schluss.
Ein Beweis für die Vielseitigkeit von Jordi Sandalinas ist "Shadow in the Rain". Leise Akustikgitarren erklingen bevor harte Drumbeats und Altzis leidenschaftliche Vocals für Dynamik sorgen. Ständig wechseln Akustik- und E-Gitarre, die mit Hall unterlegt ist. Eine langsame aber ausdrucksstarke Nummer.
"The Healer talks" beginnt wie eine Ballade. Aber schon bald erklingen die Gitarren mit viel Druck, die Vocals werden schrill und schneidend. Danach folgen einige Gitarrensoli deren Intensität sich zum Ende steigert.
"Seasons in the Sand" überzeugt mit wunderbarer Melodie. Akustische Gitarre und Meeresrauschen im Hintergrund bilden den Auftakt. Vereinzelt hört man leise Rufe von Möwen. Die Vocals sind sehr gefühlvoll vorgetragen. Die Keyboards klingen späherisch, Derek Sherinian, der für diesen Song das Tasteninstrument spielte, versteht sein Handwerk, da gibt es keine Zweifel. Dann setzen Drums und Gitarren ein und sorgen kurz für Druck. Wieder geht es dann sehr ruhig zu bevor abermals die Gitarren einsetzen und sich in schnellen Läufen mit dem Keyboard ablösen. Das Ende.

Fazit: Wer das erste Album kennt sollte hier nicht blind zugreifen sondern es erst antesten. Der neue Sänger (der auch einen prima Job macht) klingt erheblich rauer als Apollo, was vielleicht nicht jedem gefällt. Die Songs überzeugen fast alle. Jordi Sandalinas präsentiert hier eine Mischung aus Rock und Metal mit tollen Gitarrenläufen. Im Vergleich zum Egomanen Malmsteen sind Jordis Soli aber nicht überladen und gehen nicht ins uferlose.

Anspieltipps:
 "Fly to the Sun", "Shadow in the Rain", "Seasons in the Sand".

Titel-Liste:
 
  1. Fly to the Sun
  2. Never seen before
  3. Bad Dreams
  4. Back from the Light
  5. No Matter what
  6. As the Rain falls
  7. Double Cross
  8. Ring of Fire
  9. The wrong Side of me
  10. Shadow in the Rain
  11. The Healer talks
  12. Seasons in the Sand

Laufzeit:
 40:20 Min.

Band-Infos:
 
  • www.sandalinas.com 


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