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Review: Satyros
 
RIVEN

Album:
 RIVEN, 2011, Eigenvertrieb

Stil:
 Black Metal, Death Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 V.R., 05.02.2012

Review:
 Warum nicht einmal die ausgetretenen Genrepfaden verlassen? Diese Frage haben sich die Underground-Metaller von Satyros schon während der Aufnahmen ihres Debüt-Werks SATYROS gestellt, welches 2007 erschien und reinrassigen Black Metal bot. Daraufhin stellten sich die vier jungen Herren stilistisch wesentlich breiter auf und vermengten auf ihrer 2009 erschienenen EP A DAY OF RAIN ihre melodischen Black Metal-Klänge mit Melodic Death Metal-Anleihen der Göteborg-Schule. Das Ergebnis klang durchaus vielversprechend und so verfolgten Satyros diesen Kurs konsequent weiter. 2011 erschien schließlich das Zweitwerk RIVEN, auf dem die Band den eingeschlagenen Kurs nicht nur konsequent fortsetzte, sondern sogar noch stilistisch verfeinerte. Doch damit nicht genug, denn als besonderes Schmankerl bietet die Band das komplette Album inklusive Artwork, Songtexten und Liner Notes als kostenlosen Download auf Myspace an. Grund genug also, einmal einen tiefer gehenden Blick auf die Scheibe zu werfen.

Wer nun voreingenommen an die Sache rangeht und der Meinung ist, dass Kostenloses ja meistens nichts taugt, der wird gleich beim Opener "Purity" eines Besseren belehrt. Satyros bieten hier qualitativ hochwertigen Metal, der von der instrumentalen Seite eher in die Melodic Death Metal-Richtung und von den Screams her eher in die Black Metal-Ecke schielt. Das ganze klingt dann ungefähr so, als würden alte In Flames gemeinsam mit Dimmu Borgir einen Song einspielen. Somit alles bestens, nur bei der etwas schwachen Produktion müssen leider Abstriche gemacht werden.
Die Produktion ist natürlich ein generelles Problem bei allen Songs, fällt aber glücklicherweise nicht zu sehr ins Gewicht, da Satyros musikalisch einfach eine Menge drauf haben. Das gilt auch für den zweiten Song "Sardonica", der durch ein atmosphärisches Gitarrenintro eingeleitet wird und danach, wie schon beim Opener, die gelungene Mischung aus Black- und Death Metal bietet.
Als bis hierher stärkster Song stellt sich "Eyes of Eternity" heraus. Musikalisch geht der Titel in eine ganz ähnliche Richtung wie die ersten beiden Lieder. Was den Song besonders herausstechen lässt, sind die eingängigen Melodien, die in Kombination mit dem schlüssigen Spannungsaufbau für Gänsehautschauer sorgen.
Melancholisch geht es bei "Wermode’s Fall" weiter. Tieftraurige Keyboardklänge treffen hier auf tiefe Grunts und getragenes Tempo, was dem Song beinahe schon ein doomiges Flair verleiht. Satyros beiweisen damit Vielfalt und zeigen, dass sie sich in mehreren Genres sicher und stilvoll bewegen können.
Angesichts der bisher gebotenen Qualität ist es dann auch gar nicht so tragisch, wenn sich mit "Ataraxia" auch mal ein qualitativer Ausfall zwischen die ansonsten durchweg gutklassigen Songs gedrängt hat. Für solche Fälle gibt es ja zum Glück immer noch die Skip-Taste. Wobei man die in diesem Fall nicht zu früh drücken sollte, sonst entgeht einem der stimmungsvolle Mittelteil, der den Song dann insgesamt doch noch auf Mittelmaßniveau heben kann.
"Seizing the Sceptre of God" bietet dann wieder gewohnte Qualität und kann mit seinen düsteren Melodien und den fiesen Gitarrenriffs voll und ganz überzeugen.
Einen Hauch Paradise Lost zu SHADES OF GOD- und ICON-Zeiten atmet der Titelsong "Riven", was nicht zuletzt am fantasievollen Gitarrenspiel liegt. Dies gilt zumindest für die ersten Minuten, denn im weiteren Verlauf weist der Titel auch noch andere Elemente auf, beispielsweise typische Black Metal-Screams und schnelles Drumming im Grenzbereich zu Blastbeats. Absolut gelungene Mischung, das muss man schon sagen!
Nach einem derartigen Knaller kann der nachfolgende Song namens "Irasyati" natürlich nur den Kürzeren ziehen. Überhaupt kann der Titel nur wenig überzeugen und gehört trotz einiger ungewöhnlicher Gitarrensounds eher zu den einfallsloseren Nummern des Albums.
Mehr als einen schwächeren Song am Stück gibt es auf RIVEN glücklicherweise nicht zu hören, denn schon "Traumhallen" weiß wieder durchweg zu überzeugen. Hier legen Satyros den Schwerpunkt zur Abwechslung mal in den reinen Black Metal-Bereich. Wenn dabei so spannende Songs wie dieser entstehen, sollte sich daran auch bestimmt Niemand stören.
Überraschung! Der Rhythmus von "Lost in Gray" weckt zu Beginn Erinnerungen an den klassischen Heavy Metal und verdeutlicht einmal mehr das Können wie auch den Abwechslungsreichtum dieser Band.
Mit "Moments of mine" folgt dann noch mal ein schwächerer Song, ehe die Band beim fast neunminütigen epischen Abschlusskracher "In Dialogue with Time" noch mal die ganze Bandbreite ihres Könnens unter Beweis stellt und auf diese Weise ein sehr starkes Album überaus stimmungsvoll ausklingen lässt.

Fazit: Ganz große Klasse! Satyros verknüpfen auf RIVEN Melodic Death Metal und Black Metal auf eine derart schlüssige Weise, als hätten diese Stile so schon immer zusammen gehört. Die Band hat ein feines Gespür für Melodien und Spannungsbögen und bietet fast durchgängig hohe Qualität. Zudem wird Abwechslung auf RIVEN groß geschrieben, denn neben genannten Musikstilen bauen Satyros auf dem Album auch Einflüsse aus Doom Metal und Heavy Metal in ihren Sound ein. Mit anderen Worten: Satyros haben schon bei ihren Zweitwerk eine absolut ausgereifte, stilistisch hochinteressante und qualitativ hochwertige Hammerscheibe abgeliefert. Bis dahin klingt das alles nach einem klassischen Sieben-Punkte-Fall. Davon ist RIVEN dann aber doch noch ein ganzes Stück entfernt. Dies liegt zum einen am drucklosen, durchweg ziemlich schwachen Sound, der den hochklassigen Songs ein ganzes Stück ihrer Atmosphäre raubt. Das führt schon mal zu einem Punkt Abzug. Ein weiterer Punkt muss abgezogen werden, weil sich zwischen neun durchweg hochklassige bis geniale Titel auch drei mittelmäßige bis schwache Titel gemischt haben. Ergibt summa summarum fünf Punkte. Wenn Satyros diese Kritikpunkte bei Album Nummer drei konsequent ausmerzen, dann werden die sieben Punkte aber beim nächsten Mal in Griffnähe rücken. Doch auch RIVEN sollte sich bereits jeder Fan der gebotenen Musikstile zulegen – zumal es die Scheibe ja sowieso zum kostenlosen Download auf der Myspace-Seite gibt. Damit gibt es dann keinen einzigen Grund mehr, dieses gelungene, sehr vielfältige Sahnestück nicht der eigenen Sammlung zuzufügen!

Anspieltipps:
 "Purity", "Eyes of Eternity", "Wermode’s Fall", "Seizing the Sceptre of God", "Riven", "Traumhallen", "Lost in Gray", "In Dialogue with Time".

Tipp:
 Melodic Death Metal-Fans: Zugreifen! Black Metal-Fans: Auch zugreifen! RIVEN wird die Liebhaber beider Lager vollauf zufrieden stellen.

Titel-Liste:
 
  1. Purity
  2. Sardonica
  3. Eyes of Eternity
  4. Wermode's Fall
  5. Ataraxia
  6. Seizing the Sceptre of God
  7. Riven
  8. Irasyati
  9. Traumhallen
  10. Lost in Gray
  11. Moments of mine
  12. In Dialogue with Time

Laufzeit:
 61:18 Min.

Band-Infos:
 
  • ww.myspace.com/satyrosband 


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