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Review: Savage Crow
 
WAY OF THE CROSS

Doppelschlag:
 Ein Album - zwei Meinungen: U.B. (5/7) | M.H. (5,5/7)

Album:
 WAY OF THE CROSS, 2008, STF Records

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 U.B., 15.06.2008

Review:
 Da fliegt sie, die wilde Krähe und kreist über dem Friedhof, zumindest auf dem düsteren Cover. Aber anders als das Cover vermuten lässt, handelt es sich bei Savage Crow nicht um Gothic sondern um Melodic Power Metal. Nachdem dieses Feld schon seit geraumer Zeit von ungezählten Bands beackert wird, hat es ein Newcomer natürlich besonders schwer damit sein Debüt nicht in der Vielzahl der Veröffentlichungen untergeht. Doch die Truppe aus Nürnberg hat etwas, dass sie von den allermeisten Power Metal Gruppen abhebt. Es stehen nämlich zwei Sänger am Mikro. Pardon, ein Sänger und eine Sängerin wollte ich sagen.

"Loaded Attack" heißt der erste Song und die Krähe zeigt sofort die Krallen. Die Drums hämmern und die beiden Gitarristen machen schnell klar, wer das Heft in der Hand hat. Die Riffs sind wahrlich nicht von schlechten Eltern und auch die Solos lassen keine Wünsche offen. Die Stimme von Pini dem Sänger ist in den mittleren Tonlagen zu Hause. Betty sein weibliches Pendant dient überwiegend zur Untermalung. Bei diesem Song sind zum Beispiel die Refrains zweistimmig und harmonieren sehr gut zusammen. Der Chorus ist betont melodisch und der Ho-ho-ho Chor im Hintergrund verleiht dem Song einen kleinen Bombast Touch.
Auch "No return" ist geprägt von heftigen Riffs und treibenden Drums. Am Mikro ist hauptsächlich Pini zu hören, Betty wiederholt meist nur die letzten Worte jeder Strophe. Die kurzem Einlagen im Duett gefallen mir am besten. Dazwischen gibt es ein kurzes Basssolo und die flinken Gitarrenläufe verleihen die richtige Würze.
Nach den zwei reinrassigen Power Metal Nummern steht mit "Without you" eine Ballade ins Haus. Leise Gitarren und die männlichen und weiblichen Vocals im Wechsel klingen sehr gefühlvoll. Doch dann werden die Twingitarren heftiger und legen einen Zwischenspurt ein. Durch eine gute Kanaltrennung klingen sie schön räumlich aus den Boxen. Es folgen sanfte und heftigere Abschnitten und im Endeffekt handelt es sich halt doch um eine Power Ballade.
Auf "Stike and run" gibt es anfangs, passend zum Titel, einen Gitarrensturmlauf angetrieben durch schnelle Drums. Dann nimmt man Tempo raus und die kurzen Shouts im Hintergrund vermitteln den Eindruck einer True Metal Nummer. Pinis Vocals sind rauer als bisher und passen gut dazu. Auch hier dominieren die Gitarren klar das Geschehen. Das Pendeln zwischen Mid- und Uptempo sorgt für viel Abwechslung.
"Looking for Danger" wird ebenso durch die Dominanz der Sechssaiter geprägt. Pinis Stimme steigt nun auch schon mal höher an und klinkt auch da ausgesprochen gut. Betty hat erst spät ihren Auftritt und ist zu weit im Hintergrund. Die schnellen Riffs decken sie fast vollständig zu.
Mit "Excalibur" wird ein typisches Power Metal Thema zum Besten gegeben. Das sagenhafte Schwert aus der Geschichte um Camelot dient als Hintergrund. Und erneut fetzen die Gitarren mächtig ab. Man weiß aber auch das Tempo und den Härtegrad geschickt zu variieren. Nur die weiblichen Vocals sind mir wieder zu weit hinten.
"Love will never burn" lässt eine Ballade vermuten und damit liegt man auch fast richtig. Hier hört man deutlich, dass Pini und Betty gut harmonieren, ihr Duett weiß zu gefallen. Damit die Sache aber nicht zu seicht wird lassen sich die beiden Gitarren nicht lumpen und das folgende Riffgewitter wandelt den Song zur Power Ballade. Bei der Melodie fehlt mir aber das gewisse Extra. Die Nummer ist nur Mittelmaß.
"Angels of Battlefield" wird am Anfang und Ende von Kinderlachen eingerahmt und behandelt als Thema Kinder die in einigen Ländern als Soldaten verheizt werden. Das Label beeilt sich auf diesen kritischen Text hinzuweisen und auch ich finde es eine gute Idee bei den Themen ausgelatschte Power Metal Pfade zu verlassen. Musikalisch variiert man erneut das Tempo, harte Girarrenriffs, dazwischen einige ruhigere Abschnitte, die Vocals im Duett.
Damit sind wir beim Titelstück "Way of the Cross" angelangt. Waren mir die Drums bisher manchmal ein wenig zu eintönig so baut der Drummer hier einige Kabinettstückchen ein und spielt erheblich variabler. Schön die schnellen Gitarrenlicks und der dynamische Rhythmus. Das Ende ist mir zu abrupt und die Sängerin abermals zu weit im Hintergrund. Ansonsten eine klasse Power Metal Nummer.
Auf "Dream" hat man der weiblichen Stimme mehr Spielraum gelassen. Pini übernimmt hier die Backing Vocals. In den ruhigen Abschnitten wird Betty hier auch nicht von den Gitarren zugedeckt die es sich aber nicht nehmen lassen einige heftigere Einlagen zu zelebrieren. Sehr radiotauglicher Song.
Auch "Phantom of Time" liefert viel Gitarren Power ab. Betty darf hier stärker ans Mikro und aus dem Kontrast von Gitarrenriffs und der weiblichen Stimme bezieht die Nummer ihren besonderen Reiz.
Zum Schluss gibt es noch eine interessante Variante von "Without you". Besonders stark unterscheidet sich diese Version aber nicht von der bereits gehörten. Direkt am Anfang sorgen das Piano und die Streicher für einen Klassikeinschlag der prima zu dieser Ballade passt. Im weiteren Verlauf sind die Gitarren eine Spur eingebremst worden und nicht ganz so heftig wie auf der anderen Fassung.

Fazit: Savage Crow hat mit WAY OF THE CROSS ein gutes Debütalbum vorgelegt. Das volle Dutzend Songs kann überzeugen. Obwohl die Band in dieser Formation noch nicht so lange zusammen spielt, klingt sie erstaunlich ausgereift. Die beiden Gitarristen sind der Glanzpunkt, sie rocken mächtig, die Riffs und Soli sind einfach klasse. Durch die männlichen und weiblichen Vocals und die Möglichkeit beide Stimmen auch im Duett einzusetzen werden die Nummern abwechslungsreich. Leider wird die Sache (noch) zu seltengenutzt. Frontmann Pini hat erheblich mehr Parts als Sängerin Betty. Hey Jungs, versteckt das Mädel nicht im Hintergrund und lasst sie öfters ganz nach vorn statt sie nur als Unterstützung einzusetzen. Die beiden Stimmen harmonisieren doch ausgezeichnet miteinander, also mehr davon. Zwar kann Betty nicht mit den Goldkehlchen von Edenbridge oder Lunatica konkurrieren, aber ihrer angenehmen und klaren Stimme einen größeren Raum einzuräumen würde den Songs sicher gut tun. Die Vocals sind mir auf einigen Tracks beim Mix zu weit in den Hintergrund gerückt. Die Gitarren so toll sie auch aufspielen, sind schon einen Tick zu mächtig. Da die Songs fast ausschließlich im Midtempo Bereich angesiedelt sind würde ich mir beim nächsten Mal ein oder zwei richtig schnelle Brecher wünschen. Abgesehen von diesen nicht allzu gravierenden Kritikpunkten macht die Scheibe sehr viel Spaß. Ich bin überzeugt, von den Nürnbergern werden wir ganz sicher noch hören. Warum sollten aus Nürnberg nur Lebkuchen und Würstchen kommen, den Power Metal den Savage Crow kredenzt ist auch sehr lecker.

Anspieltipps:
 "Loaded Attack", "Strike and run", "Way of the Cross"

Tipp:
 Melodischer Kern in einer harten Power Metal Schale so lässt sich die Musik von Savage Crow beschreiben, viel Saft und Kraft, mit eingängigen Melodien ohne Kastratengesang, deftige Gitarren die so knackig sind wie Nürnberger Bratwürste frisch vom Rost. Wer sich bei dieser Beschreibung angesprochen fühlt kann getrost zugreifen. Die Truppe hat nämlich nicht nur Talent sondern weiß es auch in einem eigenständigen Stil umzusetzen.




Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 M.H., 15.06.2008

Review:
 Also, wenn man sich das Cover-Bild der CD WAY OF THE CROSS von Savage Crow so anschaut, könnte man meinen, hier wird einem Gothic Metal geboten und der Verdacht wird auch erstmal dadurch verhärtet, dass hier sich am Mikrofon mit Betty und Pini nun mal eine Frau und einen Mann abwechseln. Doch der Eindruck täuscht, was hier geboten wird ist lupenreiner und klassischer Power Metal, der in die Kerbe solche Bands wie Edguy, Masterplan und auch Iron Maiden schlägt. Interessanterweise kommen Savage Crow übrigens Nürnberg, was man aufgrund der guten Produktion nicht unbedingt vermuten würde - das klingt schon mal sehr international.

Doch reicht das, um sich aus der fast schon erdrückenden Flut aus Power Metal-Combos heraus zu ragen? Sicherlich nicht, jedenfalls heutzutage. Deswegen versuchen Savage Crow auch ihr eigenes Ding zu machen, in dem die Franken zum einen versuchen von den orchesteralen Attitüden des modernen Power Metals abzuweichen und einen sehr kernigen Sound bieten. Zum anderen biederen Savage Crow sich auch nicht mit Fantasy-lastigen Texten an, sondern beziehen sich auf Themen aus der Realität und bieten sogar ab und an einige sozialkritische Stellen.
Ansonsten hört man doch sehr viele eingängige Metalhymen, ich denke da vor allem an das epische "No Return", das pfeilschnelle "Strike and Run" oder den Titeltrack "Way of the Cross".
Eigentlich ist es schwer einen bestimmten Titel hervor zu heben, denn die CD bietet durchgehend angenehme Kost für die Ohren der Metalfans. Einzig die Ballade "Without you" erweist sich als leicht grenzwertig, da sie mir persönlich leider etwas zu schleimig geraten ist.

Fazit: Trotzdem erweist sich WAY OF THE CROSS als sehr gelungenes Debüt und ich hoffe, dass wir von den Nürnbergern bald noch mehr hören werden - denn das vorliegende Songmaterial mach Lust auf mehr.

Anspieltipps:
 "No Return", "Way of the Cross"

Titel-Liste:
 
  1. Loaded Attack
  2. No Return
  3. Without you
  4. Strike and Run
  5. Looking for Danger
  6. Excalibur
  7. Love will never burn
  8. Angels of the Battlefield
  9. Way of the Cross
  10. Dream
  11. Phantom fo Time
  12. Without you (Special Orchestral Mix)

Laufzeit:
 58:34 Min.

Band-Infos:
 
  • www.savage-crow.de 


  •  
     
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