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Review: Saving Abel
 
SAVING ABEL

Album:
 SAVING ABEL, 2008, Virgin

Stil:
 Melodic Rock, Hard Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 03.06.2008

Review:
 Eigentlich ganz normaler Alltag. Schafft heutzutage eine Band den internationalen Durchbruch, so kann man mit ziemlicher Sicherheit bald darauf auch die ersten Klone erwarten. Bei weitem ist da nicht alles Gold, was glänzt und meist verschwinden diese Trittbrettfahrer genau so schnell wieder in der Versenkung, wie sie empor gekrochen sind.
Manchmal findet man jedoch Bands, die den erfolgreichen "Vorbildern" nacheifern, auch ziemlich ähnlich klingen, aber dann doch eine gewisse eigene Note mitbringen. Im Fall von Saving Abel hat man sich voll und ganz auf Nickelback eingeschossen. Durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe, denn wer sich an Kroegers Gesang heranwagt, der braucht viel Selbstvertrauen. Daran scheint es aber bei dem US-Quintett nicht zu hapern. Aber...
...bei SO LONG von Stereoside waren es wenigstens noch zwei jeansbekleidete Rückansichten und hier nur noch eine... Bekommt man dann auch nur die Hälfte geboten? Nein, keine Angst, Sänger Jared Weeks, Gitarrist Jason Null und der Rest der Truppe können bei ihrem Debüt SAVING ABEL durchaus überzeugen.

Beim Opener "New Tattoo" geht's schon mal recht hart und flott zur Sache. Hier ist abrocken angesagt oder zumindest Kopfkreisen. Die Riffs gehen sofort ins Ohr und auch der Refrain mit tiefem Background-Chor weiß zu gefallen.
Der Opener ist jedoch nicht richtungsweisend für das Album. Dafür eignet sich viel besser das bereits als Single ausgekoppelte "Addicted". Auch wenn bei dem balladesken Rock-Song kein Kroeger am Mikro steht, so trifft Frontmann Jared Weeks den Kern der Sache recht überzeugend. Die stimmliche Ähnlichkeit und auch der Verlauf der Gesangslinie tun ihr übriges, das gewisse Nickelback-Feeling aufkommen zu lassen.
Und Steigerungen sind möglich. Besonders das folgende tierisch groovende "She got over me" könnte auch ohne weiteres aus der Feder der Vorbilder stammen.
Mit "18 Days" und "Drowning (Face down)" folgen zwei weitere ruhige Titel, die richtige Ohrwurm-Melodien bieten und trotz druckvoller Instrumental-Arbeit mehr zum Träumen und Wohlfühlen einladen.
Erst mit "In God's Eyes" wird das Gaspedal wieder durchgedrückt. Aber gerade hier erscheint mir der Frontmann Jared stimmlich etwas blass und flach. Über seine Kollegen kann man nicht meckern, die schaffen den Chor im Refrain fast besser, als er selbst.
War die Ballade "She got over me" nicht von schlechten Eltern, so kann "Sailed away" dies locker toppen. Akustik-Gitarren und dezente Streicher sorgen für richtiges Gänsehaut-Feeling. Auch wenn später noch die restliche Truppe einsetzt, liegt der Fokus eindeutig auf genial in Szene gesetzten melodischen Gesang.
Wer jetzt denkt das wäre der gefühlvolle Höhepunkt des Albums gewesen, der hatte noch keinen Kontakt mit "Beautiful Day". Hier werden noch ein paar Schippchen Gefühl mehr draufgepackt inklusive Piano und Streicher. Ok, zugegeben, ein paar kommerzielle Elemente hat man schon einfließen lassen, sich aber auf das Nötigste beschränkt.
Das rockigere "Out of my Face" plätschert, bis auf das Gitarrensoli ziemlich harmlos aus den Boxen, auch wenn Jared mit mehr leideschaftlichem Einsatz diesmal deutlich besser abschneidet.
Rockig hat das Album begonnen und mit dem Schlussakt "Beautiful you" haben sich Saving Abel entschlossen ihr recht gelungenes Debüt auch rockig zu beenden, eine runde Sache, die nie schaden kann.

Fazit: Es kommt in der letzten Zeit nicht oft vor, dass eine Band bei ruhigeren melodischen Songs und Balladen deutlich höher punkten kann, als bei den etwas schnelleren Hard Rock-Songs. Saving Abel fühlen sich in jedem Fall immer dann besonders Wohl, wenn es gefühlvoll zugeht. Ohne viel Schmalz oder Pathos glänzen sie dabei auf der ganzen Linie. Nicht, dass die flotteren Titel schlecht wären, das wäre unfair, denn technisch gibt es auch hier nichts auszusetzen.
Apropos Technik, da hätte ich mir eine etwas sauberere Produktion gewünscht, denn gerade beim Opener zischen die Gitarren unnatürlich, was man vermeiden hätte können. Und persönlich wären mir natürlich mehr schnelle und weniger langsame Songs lieber gewesen, aber man muss ja nicht immer abrocken.

Tipp:
 Wer Nickelback, Three Days Grace oder Hinder bereits im Regal stehen hat, kann hier seine Sammlung ergänzen.

Titel-Liste:
 
  1. New Tattoo
  2. Addicted
  3. She got over me
  4. 18 Days
  5. Drowning (Face down)
  6. In God's Eyes
  7. Sailed away
  8. Beautiful Day
  9. Out of my Face
  10. Running from you
  11. Beautiful you

Laufzeit:
 42:34 Min.

Band-Infos:
 
  • www.savingabel.com 


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