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Review: Saxon |
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Album:
| | INTO THE LABYRINTH, 2009, Steamhammer |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | S.M., 14.01.2009 |
Review:
| | Saxon noch großartig vorzustellen wäre wie Eulen nach Athen tragen. Kaum eine Band hat den NWoBHM und den klassischen Metal der Achtziger so geprägt wie die britischen Szene-Vorreiter. Ihre größten Erfolge gehen wahrscheinlich auf die Frühachtziger zurück. Danach verloren sie durch eine vorübergehende Kommerzialisierung ihres Sounds etwas an Boden. Dennoch haben Saxon niemals richtig geschwächelt oder sich aufgelöst, wie es so viele Bands aus dieser Epoche taten.
Im Gegenteil: sie haben sich gegen Ende der Neunziger dem moderneren Metal angepasst und ihren charakteristischen Old-School-Sound sehr gelungen mit der Neuzeit verbunden. Das 2004er Werk LIONHEART ist ein Musterbeispiel dafür. Das typische, melodische Riffing ist noch immer vorhanden, dennoch ist das Gesamtsoundgewand wesentlich wuchtiger geworden. Das Songwriting konnte man damals als fast perfektioniert bezeichnen. THE INNER SANCTUM von 2007 war leider nicht ganz so stark. Schauen wir mal wie sich das neueste Album mit dem Namen INTO THE LABYRINTH macht.
Mit Chor und pompöser Orgeluntermaltung beginnt "Battalions of Steel" sehr symphonisch, geht dann aber in das bereits bezeichnete Konstrukt über, das bei neueren Saxon-Alben immer wieder Verwendung findet: der Vermischung von druckvollem, neuzeitlichem Groove und den melodischen Hooklines und Leadmelodien früherer Tage. Die Chöre werden dann auch schön in die Bridge integriert und der klasse herausgestellte Refrain geht sofort 1a ins Ohr. Biff drückt dem episch angehauchten Song mit seinem rauhen, charakteristischen Timbre einen unverkennbaren Stempel auf und auch das Solo kommt gut. Dieser Track beinhaltet alle Trademarks von Saxon und hätte auch auf LIONHEART einen Ehrenplatz bekommen.
Das bereits als Single ausgekoppelte "Live to rock" ist von seiner Machart ganz anders. Ein riffbetonter Mid-Tempo-Rocker, der sich durch einen recht simplen Aufbau ohne viel Firlefanz direkt den Gehörgängen annähert und sicherlich auch live enormes Mitgröhlpotential offenbaren wird. Erneut kann auch das Lead-Solo punkten.
Bei "Demon Sweeny Todd" wird durch einen unterschwellig düstere Einleitung erst eine mystische Atmosphäre erzeugt, bevor die volle Instrumentenpower ihrem Namen alle Ehre macht. Im Up-Tempo mit äußerst dynamischen Gitarrenspiel steuert der Song zielgenau auf einen energetischen Höhepunkt zu. In punkto Intensität fühle mich etwas an Accepts "Fast as a Shark" zurückerinnert. Erneut bringen die alten Hasen Abwechslung ins Spiel, was mir sehr gut gefällt.
Mit "Valley of the Kings" folgt erneut eine bombastische Nummer, die mit ihrem majestätisch-pompösen Höhepunkt das Herz jedes Epic-Metal-Fans erfreut.
"Slow Lane Blues" ist dann eine Heavy-Blues-Rock-Nummer, die gewisse Ähnlichkeiten zu Stücken von Krokus und Konsorten aufweist, in dieser Art aber ebenfalls ohne Makel ist. Absolut hörenswert ist wieder das Solo.
Mit "Crime of Passion" meldet sich der wuchtige Groove zurück. Der Aufbau ist modern arrangiert, aber der Höhepunkt kann diesmal nicht so überzeugen.
Nach einem Interlude kommt mit der Halbballade"Voice" eine schön emotionale Nummer, die mir aber vorkommt, als hätte ich sie schon auf einem Saxon-Werk der späten 80er gehört. Ist auch nicht wirklich ein Highlight dieses ansonsten bisher so starken Albums.
Auch das wenig einfallsreiche "Protect yourself" zieht den Schnitt weiter runter, bevor das schnelle und druckvolle "Hellcat" wieder ganz automatisch die Köpfe bangen lässt. Auch diese Nummer sollte unbedingt ins Live-Repertoire aufgenommen werden. Sie wird die Meute mitreißen.
"Come Rock of Ages (The Circle is complete) " ist wieder ein Song im langsameren Blues-Rock-Takt, bringt aber einige interessante Riffs mit sich und einen gelungenen Höhepunkt.
Zum Abschluss gibt es mit "Coming Home (Bottleneck Version)" eine etwas verschrobene Version des Stückes vom Album KILLING GROUND im Texas-Rock-Stil. Naja, wer es braucht.... Ich höre mir lieber die Orginalversion an.
Fazit: INTO THE LABYRINTH kann den beiden besten Saxon-Werken STRONG ARM OF THE LAW und LIONHEART nicht ganz das Wasser reichen. Dennoch ist es ein richtig starkes Album, das alte Saxon-Trademarks mit zeitgemäßem Metal-Sound verbindet. Auch die Steigerung symphonischer und pompöser Elemente passt sehr gut ins neuzeitliche Bild und fällt in die positive Gewichtung.
Das Songwriting ist großteils gut durchdacht und offenbart nur wenige Hänger. Stücke wie "Battalions of Steel", "Live to rock" oder "Valley of the Kings" haben aber das Zeug zu echten Saxon-All-Time Hits. Nach 33 Jahren Bandbestehen noch immer solche klasse Stücke zu komponieren, muss man den Briten erst mal nachmachen.
Von der technischen Umsetzung gibt es nicht die geringsten Mängel. Die Jungs beherrschen ihre Handwerk und Biffs Stimme hat noch immer einen unheimlich charakteristischen und fast einzigartigen Klang. Auch die Produktion ist schön kraftvoll.
Mit Veröffentlichungen wie INTO THE LABYRINTH sind Saxon noch immer dick im Geschäft und bleiben es hoffentlich auch noch lange Zeit. |
Anspieltipps:
| | "Battalions of Steel", "Live to rock", "Demon Sweeny Todd", "Valley of the Kings" und "Hellcat". |
Tipp:
| | Anhänger des traditionellen Metals, des True Metal und der NWoBHM: greift zu! Das Album wird euch nicht enttäuschen. |
Titel-Liste:
| | - Battalions of Steel
- Live to Rock
- Demon Sweeney Todd
- The Letter
- Valley of The Kings
- Slow Lane Blues
- Crime of Passion
- Premonition in D Minor
- Voice
- Protect yourselves
- Hellcat
- Come Rock of Ages (The Circle is complete)
- Coming Home (Bottleneck Version)
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Laufzeit:
Empfehlen:
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