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Review: The Scorpions |
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Album:
| | STING IN THE TAIL, 2010, Sony |
Stil:
Wertung:
| |  6 von 7 Punkten | | S.M., 21.04.2010 |
Review:
| | Wie viele Bands kennt ihr, die auf eine 45(!)-jährige Karriere zurückblicken können? Was deutsche Hardrock-Bands angeht, fallen mir nur The Scorpions ein. Und eben jene Kultband aus Hannover verabschiedet sich nun endgültig in den wohlverdienten Rock-Ruhestand. Aber nicht, ohne noch mal ausgiebig zu touren und ein neues Album auf die hungrige Meute loszulassen. STING IN THE TAIL heißt das Werk, und wir dürfen gespannt sein, ob das Abschieds-Album der Scorpions an die Glanzlichter aus den 80ern heranreichen kann.
Der Beginn von "Raised on Rock" erinnert wegen des Mainriffs jedenfalls schon mal ein Stück weit an den Superhit "Rock you like a Hurricane" und ist wohl auch eine kleine Hommage an selbigen. Es ist ein eingängiger und kraftvoller Rocker, der sowohl Energie rüber bringt als auch sofort richtig Laune macht.
Der Titeltrack "Sting in the Tail" ist dann so ein wenig im Stile der tiefgründigeren Songs vom Album ANIMAL MAGNETISM, nur moderner aufgemacht. Offenbar greifen die Scorpions tatsächlich kräftig in die Trickkiste und bringen Elemente aus vielen Klassikern in den neuen Songs unter. Der Song ist jetzt nicht so der Ohrcatcher, sondern baut mehr auf Atmosphäre auf.
"Slave me" vereint knackige Riffs und einen dynamischen Aufbau mit einem einprägsamen Refrain, der sich schnell in den Gehörgängen breit macht. Neben der Hookline ist auch das Solo gelungen.
Die nächste Hommage an die guten alten 80er oder sogar die späten 70er ist das emotionale "The Good die young", das sich beispielsweise auch auf LOVEDRIVE hervorragend gemacht hätte. Es ist auf jeden Fall ein klasse Song mit absolutem Ohrwurmcharakter, der fast an das legendäre "Wind of Change" heranreicht, nur insgesamt noch ein wenig intensiver ist.
Es ist eigentlich kaum zu fassen, auf welch hohem Niveau die Scorpions hier noch mal komponieren. Zwar können jetzt nicht sämtliche Tracks das bisherige Level halten, Ausfälle gibt es aber ebenfalls nicht. Von den weiteren Songs zählen noch das wuchtige und straighte "Rock Zone", die intensive Powerballade "SLY" (eine weitere Hommage an die alten Zeiten, ratet mal an welchen Song!) und das stimmungsvolle "Spirit of Rock" zu meinen Album-Favoriten.
Sogar das schnulzige "Lorelei" gefällt mir ganz gut, obwohl ich zeitweise das Gefühl habe, hier ein Dschinghis-Khan-Cover vor mir zu haben. Vielleicht ist es ja sogar so. In dem Fall möge man mir verzeihen, dass ich nun mal kein Dschinghis-Khan-Spezialist bin. Oder vielleicht haben sich die Scorpions auch einfach von der schwungvollen und simplen Atmosphäre der Ralph-Siegel-Truppe bei ihrem Songwriting zu "Lorelei" inspirieren lassen.
Fazit: Den Scorpions ist mit STING IN THE TAIL nicht nur ein angemessener, sondern sogar ein richtig hochklassiger Ausstand gelungen. Elemente von Klassikern werden mit neuen Ideen und teilweise recht viel Energie und Intensität vereint. Dadurch wird eine interessante Einheit zwischen Nostalgie und Moderne erzeugt. Und ich muss tatsächlich weit zurückdenken, wenn ich einen qualitativen Vergleich in der Discography der Hannoveraner finden will. Das neue Album kann man fast auf eine Stufe mit BLACKOUT und LOVE AT FIRST STING stellen.
Neben der kompositorischen Seite stimmt natürlich auch die technische Leistung. Hier finde ich vor allen Dingen den Part von Klaus Meine beeindruckend, der mit fast 62 Jahren noch immer so viel Flair und Charakter in der Stimme hat. Den Klang seines einzigartigen Organs hört man nach wie vor unter hunderten von Sängern heraus. |
Tipp:
| | Absolut gelungenes Album zum Abschied der deutschen Hardrock-Heroen. Ein Must-Have in der Plattensammlung jedes Anhängers der härteren Gangart. |
Titel-Liste:
| | - Raised on Rock
- Sting in the Tail
- Slave me
- The Good die Young
- No Limit
- Rock Zone
- Lorelei
- Turn you on
- Let's rock
- SLY
- Spirit of Rock
- The Best is yet to come
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Laufzeit:
Probehören und Kaufen:
Empfehlen:
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