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Review: Semargl |
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Album:
| | SATANIC POP METAL, 2012, Twilight |
Stil:
| | Industrial Metal, Electronic Dance |
Wertung:
| |  5 von 7 Punkten | | N.N., 00.00.2010 |
Review:
| | Aufmerksamkeit erregt - im wahrsten Sinn des Wortes - schon die Verpackung. Zoff mit der Freundin/Frau ist da natürlich vorprogrammiert, liegt diese CD zu gut sichtbar herum. Mit dieser Art "Verpackung" bin ich inzwischen etwas vorsichtig geworden, denn schon öfter war in voran gegangenen Tests die Verpackung noch das Auffälligste. Doch weit gefehlt, denn hier ist einiges etwas anders.
Mit stilechtem Corps Painting, schwarzem Leder, Nagelarmbändern und Patronengurten unterstellt man dem Quartett zunächst ein Faible für die beliebte Black Metal-Szene des westlichen Nachbarn Polen. Und diese Affinität ist auch nicht von der Hand zu weisen, liest man das Credo der Band oder verfolgt die Songtexte. Aber kommen wir zum Titel des Albums...
...denn selten beschreibt ein Album-Titel so trefflich den Inhalt, wie bei dem ukrainischen Quartett. SATANIC bezieht sich dabei vor allem auf das bereits erwähnte Credo der Band, welches in aller Ausführlichkeit auf deren Webseite beschrieben wird und von dem dick aufgetragenen: "Unser Ziel ist die Demonstration von Satanismus", über "Unser Weg ist ein Krieg und Ausbreitung", bis hin zu "Unser Fleisch ist das Höllenfeuer" reicht, um nur ein paar zu nennen. Das wars dann auch schon, denn die Textinhalte selbst triefen meist vor Klischees, denn was kann man bei "I hate You" oder "Suck my Dick" in Zusammenhang mit zitiertem Rock'n'Roll schon erwarten? EBM-Möchtegern-Rocker, die harte Kerle markieren? Ok, das Black Metal-Outfit wirkt auch nicht so einschmeichelnd, wie Nicoles Blondlöckchenkopf mit langem Kleidchen und Akustik-Gitarre, als sie damals "Ein bisschen Frieden" trällerte. Nicht zu vergessen, die langen roten Fingernägel des Cover-Artworks. Da würde ich sofort für einen Waffenschein plädieren!
POP, da gibt es nicht viel zu sagen, denn EBM-Anleihen und so manches massenkompatible Riff, reduziert an vielen Stellen die metallische Härte und hält dafür das Dance-Floor-Feeling hoch bei gesunden 140-160 BpM.
Wäre dann noch der METAL, der hier nicht zu kurz kommt und eigentlich recht organisch in das ganze Klanggefüge integriert wurde. Wer EBM liest und logischerweise mit Bands wie Scooter im Hinterkopf nur an Synthiebässe denkt, mag überrascht sein, denn die Band leistet sich mit Anna einen echten Drummer, sorry Drummerin, die sich optisch wohl kaum hinter den Kesseln verstecken braucht und neben den Artwork den zweiten Hingucker liefert. Gesanglich bekommen die harten tiefen Lagen, durchsetzt mit jeder Menge Growls, an manchen Stellen eine angenehme weibliche clean Voice als perfekten Gegenpart. Und wer denkt mit kommerziellen Synthie-Klangteppichen zugedröhnt zu werden, der hat sich getäuscht, denn die Gitarrenfront lässt nie locker und kann mühelos dagegen halten.
Der Opener "I Hunger" kann eigentlich fast als Repräsentant für alle weiteren zwölf Songs hergenommen werden. Dance-Floor-kompatibles Synthie-Intro gibt die Richtung vor, zwingende treibende Beats lassen schon mal die Wadenmuskeln anwärmen, metallische Gitarren und tiefe Growls sorgen für angenehme Härte, während die weibliche clean Voice einige Ecken und Kanten weg schmirgelt und den Gehörgängen schmeichelt. Da bedarf es kaum noch den anfeuernden Hey-hey-hey-Rufen.
"Sweet Suicide" knüpft mit gleicher Taktrate nahtlos an den Vorgänger an und punktet vor allem mit der eingängigen Melodielinie, die auch ein längeres Synthie-Break übersteht. Lediglich der Anteil an weiblichen Cleanvoices wie beim Opener wird es hier und auch bei allen Nachfolgern (leider) nicht mehr geben. "Drag me to Hell" the same procedure as...
Mit "God is not Love" und dem nächsten Song "Tak, Kurwa" wird die Up-Tempo-Session eingeleitet, denn auf dem Dance-Floor sollten die tanzdienlichen Muskeln inzwischen angewärmt sein.
Bildeten bisher meist EBM-Effekte das Intro, so kommt bei "Suck my Dick" zum ersten Mal der dirty Rock'n'Roller zum tragen. Die Gitarren eröffnen in breiter Front und lassen sich das Zepter auch nicht mehr gänzlich aus der Hand nehmen.
Nach dem ich mich im "Labyrinth" musikalisch weniger wohl gefühlt habe, geht es mit dem nach vorne galoppierenden Join in Fire wieder zurück auf die Wohlfühl-Party-Spur.
Autoscooter? Nein, es folgt nach kurzer Zeit dann doch ein waschechter Up-Tempo-Kracher der sein "I hate you" mit Hochdruck in die Menge schleudert.
"Opium" kommt ganz ohne Psychedelic-Schlagseite aus, setzt endlich wieder auf Kontraste beim Gesang, Growl kontra flötende weibliche Stimmchen.
"Anti I am" und "Loneliness" setzen kaum neue Akzente, während mit dem Schlussakt "Redire" und seinem recht gefälligen Start das erste Mal kein reinrassiger Abtanzhit, sondern ein durchaus ansprechender melodischer Metalsong (zugegeben mit Pianoklängen) die Oberhand behält.
Fazit: Für reinen Dance Floor einfach ein bis zwei Spuren zu hart und angesichts der Pop-Elemente für einen echten Metaller mit Sicherheit zu kommerziell, wird es u.U. Schwierigkeiten bereiten, die wirkliche Zielgruppe des bereits fünften Albums der Ukrainer zu bestimmen. Wer sich von treibenden Industrial Beats, poppigen Dance-Eskapaden, aggressiven Growls und schneidenden Metal-Gitarren jedoch mitreißen lässt, der erlebt einen abwechslungsreichen Trip jenseits starrer stilistischer Muster und bekommt Stoff zum Abtanzen bis zum Abwinken. Limitiert wird dieses Vergnügen lediglich vom Gesang, der bedingt durch seine Growllastigkeit kaum Artikulationsspielräume zulässt und so auf Dauer etwas monoton wirkt. Im Gesamtpaket überwiegt jedoch die Spielfreude und der Mut Genres geschickt zu vermissen und damit hat sich die Truppe schon mal fünf Punkte verdient. Es hätte also gar nicht des auffälligen Cover-Artwork bedurft, denn der Inhalt spricht für sich. |
Titel-Liste:
| | - I Hunger
- Sweet Suicide
- Drag me to Hell
- God is not Love
- Tak, Kurwa
- Suck my Dick
- Labyrinth
- Join in Fire
- I hate you
- Opium
- Anti I am
- Loneliness
- Redire
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.semargl.com.ua  |
Probehören und Kaufen:
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