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Review: Sepultura
 
A-LEX

Album:
 A-LEX, 2009, Steamhammer

Stil:
 Thrash Metal, Death Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 22.01.2009

Review:
 Ein neues Jahr, ein neues Album und ein neuer Drummer bei Sepultura. Jean Dolabella ersetzt den bisherigen Drummer Igor Graziano Cavalera. A-LEX ist da neueste Werk nach DANT-XXI (2006). In diesem Werk greifen sie Themen aus dem Buch "A Clockwork Orange" von Anthony Burgess, welches Stanley Kubrick verfilmte, der schliesslich zum Klassiker der Filmgeschichte einging. Es werden Parallelen zum Vorgänger sichtbar, wo sich mit dem italienischen Dichter Dante auseinander setzten. Besonders spannend für den Zuhörer wie sich der Neuzugang Drummer Jean Dolabella in Szene setzen wird. Schon im Vorfeld (Veröffentlichung am 23. Januar 2009, in Europa am 26. Januar 2009 und den U.S.A. am 27. Januar 2009) tauchten Stimmen auf, dass sich das Album das Potential hat, die Grundmauern der Thrash Metal-Szene heftig erzittern zu lassen. Der Titel "A-LEX" ist doppeldeutig. Zu einem ist dies die Hauptfigur aus dem genannten Roman und zum anderen bedeutet der Begriff im Russischen soviel wie "gesetzlos". Ob das Album auch "gnadenlos" ist, werden wir gleich sehen...

Der Opener "A-LEX", der zugleich auch den Albumtitel darstellt, gliedert das gesamte Album in vier Kapitel. Daher heißen die vier Songs auch "A-LEX I" bis "A-LEX IV" und mit nur jeweils knapp zwei Minuten fungieren sie eher als Einleitung für die jeweiligen Kapitel. Der Anfang klingt eher theatralisch und düster. So gar nicht nach Thrash Metal. Zur Mitte hin jedoch drehen sie endlich auf und der Song bekommt eine extrem schwerfällige Note.
Mit "Moloko Mesto" eigen Sepultura das, was sie am Besten können. Gnadenloser Thrash. Die Stimme grölend tief, das Schlagzeug brutal hämmernd und die Gitarre zerrt schon recht an den Nerven. So stellt man sich Sepultura einfach vor. Glücklicherweise ist den Song knapp über zwei Minuten lang, so das sie die Stimme de Sängers bald wieder erholen kann.
"Filthy Rot" wartet anfänglich mit hübschen, südamerikanischen Klängen auf. Nette Trommelei doch relativ schnell von einer schwerfälligen Gitarre abgelöst. Gesanglich erkennt kaum einen Unterschied zum Vorgänger. Allerdings wird dieser von einem chorartigen Gesang unterstützt. Alles in allem ist dieser Song ein bisschen ruhiger, aber dennoch nicht weniger interessant.
Der nächste Song "We've lost you" beginnt mit akustischen Gitarrenklängen ála Flamenco. Jetzt fehlt nur das "Olé!". Doch weit gefehlt, harte und düstere Gitarrenklängen erwarten einen anstelle eines fröhlichen "Olé!". Der Gesang wirkt noch tiefer, noch depressiver. Vermutlich auch deshalb, weil der Rhythmus einfach weniger schnell und eher getragen klingt. Mit ein paar pfiffigen Gitarrensoli wird der Song ganz nett aufgelockert. Doch die depressive Grundstimmung bleibt erhalten.
Eine totale tiefgestimmte Gitarre und ein infernalischer Gesang sind die Markenzeichen von "What I do!". Doch der treibende Sound ist einfach phantastisch. Auch hier bleiben sich Sepultura ihrer Linie treu und Thrash bleibt eben Thrash.
Mit "A-LEX II" beginnt das zweite Kapitel. Der Song klingt anfänglich irgendwie spacig und abgehoben. Die Gitarre hat einen schrubbenden Sound, der Rhythmus klingt ziemlich abgehackt. Eine durchgehende Linie zu erkenne, wird schwer. Aber das ist ja auch nur die Einleitung...
Dagegen erschüttert einen "The Treatment" mit seiner Brutalität. Der extrem hart gespielter Song und man hat jederzeit Angst, dass das Schlagzeug das Ende überhaupt nicht erlebt. Auch die Gitarren werden mächtig bearbeitet. Aber das perfekte Zusammenspiel zwischen Gitarren und Schlagzeug sind äußerst markant.
"Metamorphosis" beginnt relativ jazzig. Dies merkt man am Schlagzeug besonders. Die Grundstimmung ist sehr tief und düster. Teilweise fühlt man sich an die guten alten Black Sabbath erinnert, besonders an ihr Album "BLACK SABBATH". Irgendwie bestehen da Parallelen. Vielleicht ein Mischung ála thrashige Black Sabbath?
Nun folgt das Monsterwerk "Sadistic Values" mit mehr als sechs Minuten. Beim Anfang weiß man nicht so recht, was man davon halten soll, denn erst hört eine Art Pfeifen und man glaubt, jetzt hat der Player den Geist aufgegeben oder die Nachbarin föhnt sich die Haare. Auch die nachfolgenden Einlagen mit dem Schlagzeug tragen eher zur Verwirrung bei. Dieser etwas chaotische Rhythmus, den man irgendwie nicht einzuordnen weiß, zieht sich wie roter Faden durch den Song. Immer wieder kommt der Eindruck auf, dass da etwas mit dem CD-Player nicht stimmt. Aber keine Sorge, der ist in Ordnung. Es ist nur der Song. Ob das "Sadistic" im Titel Programm ist?
"Forceful Behavior" ist wieder ein Song der tiefen, getragenen Art. Düster, depressiv und eben dennoch typisch für diese Band. Ansonsten bringt der Song momentan nichts Neues. "Conform", de nachfolgende Song, reiht sich nahtlos ein. auch wenn er ein bisschen schneller und kraftvoller klingt.
"A-LEX III" leitet das dritte und damit das vorletzte Kapitel ein. Ohrenbetäubende schrille Töne sind die Einleitung, die danach fast ins psychedelische abschweift. Doch depressiven Naturen wird schleunigst Einhalt geboten und die Tendenz zum Thrash wird wieder erkennbar. Alles in Allem ist die Einleitung relativ ruhig.
Der ersten beiden Song des dritten Kapitels nennen sich "The Experiment" und Strike". Viel "Experiment" kann nicht verzeichnet werden. Sie klingen eher nach typischen Standardsongs. Doch Streiken braucht man deswegen nicht unbedingt.
Vollkommen verwirrend erscheint "Enough Said". Der lässt sich anfänglich gar nicht einordnen. Der durchgeknallte Anfang entwickelt sich zum infernalischen Schlagzeugsolo, wobei die Felle extrem malträtiert werden. Unterstützt von einer ebenso durchgeknallten Gitarre. Nach einer guten Minute ist auch schon Schluss.
"Ludwig Van", "Ludwig Van Beethoven" oder wie soll der Titel verstanden werden? Auf jeden Fall beginnt der Song sehr melancholisch und man kann sogar klassische Elemente erkennen. besonders durch den Einsatz von Geigen. Also doch "Ludwig Van Beethoven"! Das Konzept für diesen Song passt absolut nicht zu diesem Album. Was hat Klassik mit Thrash Metal zu tun? Und dann noch "Song of Joy". Das geht gar nicht!
Mit "A-LEX IV" wird das letzte Kapitel eingeleitet. Von Hardcore bis klassisch ist hier alles drin. Ws man davon halten soll, bleibt dem geneigten Zuhörer selbst überlassen.
Den Abschluss bildet "Paradox", was irgendwie das ganze Album beschreibt. Es war schon ganz schön schräg. Stilistisch bringt uns der Song auf die Stilrichtung dieser Band zurück. Das etwas hektische Schlagzeug nervt.


Fazit: Ein Album mit Höhen und Tiefen. Ob es wieder ein Konzeptalbum hätte werden müssen, bleibt dahin gestellt. "A-LEX" kann defintiv "DANTE-XXI" nicht das Wasser reichen. Auch wenn ein Großteil der Songs schon wirklich gut klingen. Aber die klassischen Einlagen haben in einen Thrash-Album definitiv nichts zu suchen. Im Großen und Ganzen versuchen Sepultura sich auf verschiedenen musikalischen Gebieten zu verwirklichen, wobei sie lieber bei ihrem Stil hätten bleiben sollen. Im Vergleich zu den Vorgängeralben kann es nicht wirklich überzeugen. Was allerdings wirklich große Klasse ist, ist das CD-Cover. Ds ist wirklich extrem gut gelungen.

Anspieltipps:
 Auf jeden Fall sollte man sich "Moloko Mesto", "Filthy Rot", "The Treatment", "Metamorphosis", "Forceful Behavior" und "Conform" anhören.

Titel-Liste:
 
  1. A-LEX I
  2. Moloko Mesto
  3. Filthy Rot
  4. We've lost you
  5. What I do!
  6. A-LEX II
  7. The Treatment
  8. Metamorphosis
  9. Sadistic Values
  10. Forceful Behavior
  11. Conform
  12. A-LEX III
  13. The Experiment
  14. Strike
  15. Enough Said
  16. Ludwig Van
  17. A-LEX IV
  18. Paradox

Laufzeit:
 54:14 Min.


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