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Review: Seven Witches
 
DEADLY SINS

Album:
 DEADLY SINS, 2007, Locomotive

Stil:
 Power Metal, True Metal

Wertung:
 2,5 von 7
2,5 von 7 Punkten
 S.M., 31.10.2007

Review:
 Ich kann gar nicht abschätzen, in wievielen Projekten Workaholic Jack Frost seine Finger drin hat. Eines davon ist jedenfalls Seven Witches, deren mittlerweile siebtes Album in den Startlöchern steht. Das Besetzungskarussel dreht sich ja bekanntermaßen bei Seven Witches ständig. Auf DEADLY SINS umgibt sich Gitarrist Frost mit dem Sänger Alan Tecchio (Hades, Watchtower) und dem Bassisten Joey Vera (Armored Saint, Anthrax). Darüberhinaus beteiligten sich mit Clint Arent und Kevin Bolembach noch zwei weitere Bassisten (?) an den Aufnahmen, sowie der Drummer "Troll" (??).
Laut Promo-Flyer ist DEADLY SINS ein Konzeptalbum, dass auf den "sieben Sünden des Mahatma Gandhi" basiert.

Mit sehr druckvollem Riff und schleppender Drum-Begleitung startet "Deadly Sins". Dann wird das Gaspedal getreten und die Double Bass treibt den Beat voran. Beim wenig klangvollen Refrain wird kurz die Bremse gezogen, um dann wieder mit Volldampf weiterzuhämmern. Neben den cleanen Vocals versucht sich Tecchio gelegentlich an Growls. Ein durch die Drums gejagtes Solo kann etwas hervorstechen.
Fast übergangslos beginnt "Science" mit ebenso kraftvollem Riff. Auch hier wird die Geschwindigkeit hoch gehalten, sodass der Track fast in den Speed/Thrash-Metal-Bereich fällt. Auch bei diesem Track wird weniger auf einen gesanglichen Höhepunkt wert gelegt, als auf gelungenes Gitarrenspiel, welches sich besonders in den Soli hervortut.
Relativ moderne Gitarren-Arrangements werden uns bei der Einleitung zu "Commerce" serviert, und auch im weiteren Verlauf wird dieses Schema beibehalten. Die druckvolle Rhythmusgruppe kämpft mit den Gitarrenriffs, die teilweise sehr schrill klingen und ihre Anleihen im Nu Metal haben. Der Gesang kommt nur als Nebenprodukt rüber.
Nach demselben Strickmuster ist "Whorship", nur das Tecchios rauher, kräftiger Gesang viel deutlicher im Vordergrund steht. Auch die sehr tiefen Vocals kommen im Chorus wieder zum Vorschein.
Durch Turbo-Drums und heftige Gitarrenriffs wird "Knowledge" erst stark angetrieben, doch dann werden uns leider wieder diese Nu Metal-Tempowechsel präsentiert. So geht es dann auch weiter. Durch das Schlagzeug begleiteter Sprechgesang wechselt mit schnelleren, dynamischen Passagen. Ein instrumentaler Zwischenteil bringt aber eine nettes melodisches Arrangement mit sich.
Ein gängiger True Metal-Riff lässt bei "Pleasure" auf Abwechslung hoffen. Leider gefehlt. Es reiht sich in den schleppenden und ideenlosen Groove der Vorgänger ein. Schrille Gitarrenlicks und krächzender Gesang tragen ihren Teil zur Verschandelung des Stücks bei. Ein Totalausfall schlechthin, den auch ein längeres Lead-Solo nicht retten kann. Zum Ausklang wird uns Gesang serviert, der anscheinend auf indisch ist. Zumindest könnte ich es mir angesichts des Konzepts vorstellen.
"Wealth" ist ebenfalls nichts besonderes, aber wenigstens ein Durchschnitts-Metal-Stück ohne allzu krasse Schwachpunkte. Die Growls im Wechsel mit dem cleanen Gesang sind recht passend und bringen etwas Abwechslung. Das obligatorische Solo darf nicht fehlen und kommt dynamisch rüber.
Da mich die durchgehende Eintönigkeit ein wenig nervt, nehme ich fast mit Erleichterung die Abwechslung in mich auf, die eine Halbballade mit sich bringt. "Man of the Millenium" beginnt sehr ruhig, mit sehr klarem Gesang und gezupter Leadgitarrenbegleitung. Je mehr sich der Song dem Höhepunkt nähert, umso kraftvoller wird er und das Gitarrenspiel bekommt Dynamik. Einen Ohrwurmrefrain sucht man allerdings auch bei diesem Track vergebens. Mitgröhlen ist auf DEADLY SINS irgendwie nicht.
"Politics" kann man mit "Wealth" gleichsetzen. Einen absoluten Durchschnitts-Metal-Song mit nettem Riffing aber ohne wirkliche Höhepunkte oder herausragende Anteile.
Bei "The Answer" kann Alan Tecchio nochmal seine gesangliche Klasse unter Beweis stellen. An ihm liegt es wirklich nicht, dass auch das Abschlussstück in die Sparte langweilig, reizlos und absolut innovationsfrei fällt.

Fazit: Dem Leser wird auffallen, dass auf DEADLY SINS herausragende Augenblicke fehlen, sich aber die Schwachpunkte häufen. Was noch ganz passabel begann, flacht dann aber massiv ab. Die Scheibe strotzt vor Eintönigkeit und langweiligen Arrangements. Nee, Väterchen Frost! Was du da anno 2007 fabriziert hast, ist einfach nur schwach. Ergo ist das Album eher im unteren Mittelmaß anzusiedeln. Ich musste mir nach dieser Rezension das 99er-Debüt von Seven Witches reinziehen, um mich davon zu überzeugen, dass ich damals nicht unter totaler Geschmacksverirrung litt. Doch dem war nicht so. Es liegen tatsächlich qualitative Welten zwischen SECOND WAR IN HEAVEN und dem neuen Machwerk.
Und dass man es nach über einem Jahr Produktionszeit nur mit Mühe und Not geschafft hat, die 40-Minuten-Hürde zu nehmen, fällt ebenfalls noch negativ auf.
Anspieltipps kann ich nicht nennen, denn dies bedürfte zumindest eines richtig guten Songs; den gibt es aber auf DEADLY SINS nicht.

Tipp:
 Ein hundertprozentiger Seven Witches-Fan möchte diese Scheibe vielleicht seiner Sammlung hinzufügen, aber für andere Metal-Anhänger gibt es tausende....nein, wohl eher zehntausende empfehlenswertere Alben.

Titel-Liste:
 
  1. Deadly Sins
  2. Science
  3. Commerce
  4. Worship
  5. Knowledge
  6. Pleasure
  7. Wealth
  8. Man of the Millennium
  9. Politics
  10. The Answer

Laufzeit:
 40:58 Min.


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