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Review: Shakra
 
EVEREST

Album:
 EVEREST, 2009, AFM

Stil:
 Hard Rock

Wertung:
 7 von 7
7 von 7 Punkten
 J.G., 17.04.2009

Review:
 Es sind inzwischen 10 Jahre vergangen, als ich die Schweizer das erste Mal live erleben durfte. 1999 traten sie in Nürnberg als Vorgruppe von Uriah Heep auf und mussten für ihren Auftritt mit der Fläche eines alten Wohnzimmer-Perserteppichs auskommen worunter besonders der Schlagzeuger zu leiden hatte.
Aber ungeachtet der widrigen Umstände schaffte es das Quintett und vorallem der damalige Frontmann Pete Wiedmer die Zuschauer sofort in seinen Bann zu ziehen, was natürlich auch an dem guten Stoff der Alben SHAKRA und MOVING FORCE gelegen haben mag.
Als Shakra-Fan der quasi ersten Stunden hatte mir die Band mit ihrem zwangsweise neuen Frontmann Mark Fox als Ersatz für den schwer erkrankten Pete eine schwere Kröte zu schlucken gegeben, die ich bis heute nicht restlos herunter gewürgen konnte. Aber ich möchte nun fair bleiben und diese persönliche Sache zumindest für die Dauer des Reviews ad Acta legen.
Die sonstige Änderung, wie der neue Mann am Bass, Dominik Pfister fällt natürlich weniger ins Gewicht, denn er erledigt seinen Job genau so gut, wie die Vorgänger Roger Badertscher und Oliver Linder.

Nach dem ersten Durchlauf steht es für mich unzweifelhaft fest, im direkten Vergleich zu FALL und INFECTED hat es Thom Blunier erneut geschafft, sich zu steigern und ein astreines druckvolles und abwechslungsreiches Album abgeliefert, das qualitativ in allen Belangen in der Oberklasse des Hard Rocks angesiedelt ist.

Einen Auftakt nach Maß knallen die Schweizer den Fans mit ihrem tempoverschärften Opener "Ashes to Ashes" vor die Stirn, dass man am liebsten gleich nach dem Absperrgitter oder einer Sitzgelegenheit suchen möchte um nicht aus den Latschen gekickt zu werden.
Der groovende Stampfer "Love & Pain" kann ebenfalls sofort punkten und überzeugt mit einem astreinen Ohrwurmrefrain bei diesmal deutlich gemäßigterem Rhythmus. Ungewohnt düster und besinnlich bedient sich "The Illusion of Reality" einerseits aus dem reichhaltigen Riff-Fundus der Truppe und versäumt es jedoch nicht, mit einigen neuen Varianten andererseits für Überraschung und Abwechslung zu sorgen.
Es muss nicht immer nur Hochdruck Rock oder kompromissloser Groove sein, wie die Power-Ballade "Why" eindrucksvoll zeigt. Ohne übertriebenen Pathos oder Schmalz regiert trotzdem das Gefühl und die Eingängigkeit, genau so, wie es sich für eine Ballade eben gehört.
Für Shakra-Fans ungewöhnliche Töne schlagen einem bei "The Journey" entgegen. Mit fast 8 Minuten im Gepäck hat sich die Band an epische Kost heran gewagt und auch hier bewiesen, dass man mehr als nur partytaugliche Durchlauferhitzer auf der Pfanne hat.
Wer auf kernige meterhohe Gitarren-Riffs steht, der wird an "Dirty Money" sicherlich seine wahre Freude haben. Hier wird es Mark Fox hörbar schwer gemacht, die Oberwand über diese mächtige Sechssaiter-Front mit Thom Blunier und Thomas Muster zu behalten.
Bei "Insanity" wird nochmal kräftig Gas gegeben und die tiefgestimmten Gitarren bis an ihre Grenzen strapaziert, bevor es mit der schon fast kommerziell angehauchten Ballade "Hopeless" in die Schlussrunde geht. Schade nur, dass solche Songs inzwischen bei Bon Jovi und Bryan Adams aus dem Repertoire geflogen sind. Einer der Gründe, warum die neuen Scheiben der beiden Nordamerikaner bei mir immer mehr Staub ansetzen...

Fazit: Nach gewohnt brachial basslastiger Produktion muss ich mein Ohrenklingeln erstmal wieder auf Zimmerlautstärke abklingen lassen, bevor ich wieder auf die Tasten haue. Es geht eben nichts über einen guten Stereoverstärker, fetten Boxen mit zusätzlichem Subwoover und weit entfernten Nachbarn. Die Krokuse und Gotthards dieser Schweiz müssen sich nun warm anziehen, denn bei so einer gebotenen Leistung bleibt mir nur die Höchststrafe auszusprechen und den Schweizern Shakra 7 Punkte auf ihr Konto zu schreiben.

Anspieltipps:
 "Ashes to Ashes", "The Illusion of Reality", "Why", "The Journey" und "Insanity"

Tipp:
 Hier gibt es mehr als 50 Minuten knackigen Hard Rock mit maximalem Hörgenuss auf die Lauscher - mehr geht kaum...

Titel-Liste:
 
  1. Ashes to Ashes
  2. Love & Pain
  3. Let me lie my Life to you
  4. The Illusion of Reality
  5. Why
  6. The Journey
  7. Regressive Evolution
  8. Anybody out There
  9. Right between the Eyes
  10. Dirty Money
  11. Insanity
  12. Hopeless

Laufzeit:
 51:34 Min.


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