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Review: Todd Sharpville
 
PORCHLIGHT

Album:
 PORCHLIGHT, 2010, MIG

Stil:
 Blues

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.A., 28.10.2010

Review:
 Das 1970 in London geborene "Blues-Wunder" Todd Sharpville kann auf eine bereits mehr als beeindruckende Karriere zurückblicken. Bereits für sein 1994 veröffentlichtes Debütalbum TOUCH OF YOUR LOVE heimste Sharpville den Preis für das beste Album ein. Im darauffolgenden Jahr wurde er bei den British Blues Connection Awards als "Best UK Guitarist" geehrt. Er verwies dabei ganz nebenbei Legenden wie Eric Clapton und Gary Moore auf die hinteren Plätze. Im Laufe seiner Karriere spielte er u.a. mit Größen wie Van Morrison (u.a. Them) , Peter Green (u.a. Fleetwood Mac), Brian May (Queen) und Mick Taylor (u.a. John Mayall's Bluesbreakers, Stones) zusammen und war selbst Mitglied der reformierten Yardbirds.

Der blaublütige Blues-Virtuose (Sharpville ist Mitglied einer der ältesten aristokratischen britischen Familien) hat auch privat schon einiges durchstehen müssen und diese Erlebnisse in seinen Songs verarbeitet. So musste er mit seiner Ex-Frau nach einer turbulenten Scheidung, die ihm nach einem Zusammenbruch einen Monat in einer psychiatrischen Klinik einbrachte, einen vierjährigen Kampf um das Sorgerecht für sein Kind ausfechten. Zu allem Überfluss starb im letzten Jahr auch noch sein Vater. Verarbeitet hat Sharpville diese Erfahrungen in Songs wie "Why does it rain", "Busted in Pieces" und "Porchlight".

Die Grundstimmung von PORCHLIGHT ist aufgrund der zurückliegenden Schicksalsschläge daher emotional eingefärbt, was sich in einer Vielzahl von melancholischen Blues-Balladen niederschlägt, die in kompositorischer und spielerischer Hinsicht erstklassig ausgefallen sind. Ebenso wie die zahlreichen "klassischen" Chicago-Blues-Nummern, die den Claptons, Bonamassas und Taylors dieser Welt alle Ehre machen würden. Sharpvilles mit Spielwitz und Feeling angereichertes, flüssiges Gitarrenspiel macht aus jedem Song ein Erlebnis. Die hervorragenden Begleitmusiker tragen natürlich ihr Scherflein dazu bei. Die Zeit vergeht wie im Fluge, während man sich das Doppelalbum zu Gemüte führt. Und dies ist immer das untrüglichste Zeichen dafür, dass man es mit Musik zu tun hat die unter die Haut geht, weil sie ehrlich ist, von Herzen kommt und einfach eine Menge "Soul" in sich birgt.

Fazit: PORCHLIGHT ist ein Blues-Album im traditionellen Sinne. Die Geschichten, die der Protagonist hier erzählt, sind nicht fiktiv, sondern selbst durchlebt, was der Musik eine besondere Authentizität verleiht. Die stark emotional gefärbten Songs begeistern aufgrund des gefühlvollen und vielseitigen Gitarrenspiels sowie der erstklassigen Begleitmusiker, die an der Entstehung der Platte beteiligt waren. Einfach ein ehrliches Stück Blues!!!!

Anspieltipps:
 "If Love is a Crime", "Used", "Old Feeling", "When the World's not enough", "When the Blues come calling", "Porchlight".

Tipp:
 Hier sollten sich Freunde traditioneller Blues-Musik angesprochen fühlen. Verspielt, leidend, ehrlich, und handwerklich überragend; so wie guter Blues eben sein sollte.

Titel-Liste:
 
    CD 1
  1. If Love is a Crime
  2. Lousy Husband
  3. Used
  4. Why does it rain?
  5. Can't stand the Crook
  6. Everything will be alright
  7. Old Feeling
    CD 2
  1. When the World's not enough
  2. When the Blues come calling
  3. If that ain't Love what is?
  4. Legacy of Greed
  5. Whole lotta Lady
  6. Misery
  7. Busted in Pieces
  8. Porchlight

Laufzeit:
 CD1: 37:54 Min. / CD2: 45:29 Min.

Band-Infos:
 
  • www.toddsharpville.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Todd Sharpville: PORCHLIGHT

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