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Review: Shylock |
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Album:
| | DEVOTION, 2007, MusicBuyMail |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 26.10.2007 |
Review:
| | Die Hardrocker Shylock aus dem unterfränkischen Würzburg gehören sicherlich nicht zu den Bands mit hohem Album-Output. Da arbeiten die beiden Songwriter, Sänger Matthias Schenk und Gitarrist Johannes Löhr lieber nach dem Motto "Klasse anstatt Masse" und das ist auch gut so.
Fand schon ihr letztes Werk WELCOME TO ILLUSION aus dem Jahr 2004 große Beachtung und heimste durchwegs gute Kritiken ein, so ist dies nur ein Indiz, dass man alles richtig gemacht hat.
Jetzt schickt sich das neue Album DEVOTION an, nicht nur die Charts sondern auch die Herzen der Hard Rock-Fans im Sturm zu erobern. Und so wie es nach der ersten kurzen Hörprobe aussieht, sollte das Unternehmen gelingen.
Ein Einstand nach Maß! Mehr kann man zum Opener "Eternal Life" nicht sagen. Hier knallen von Anfang an die Riffs nur so aus den Boxen. Wer Shylock bereits kennt, dem wird es nicht schwer fallen, die Handschrift von Riffmeister Johannes Löhr ebenso leicht zu erkennen, wie Matthias Schenks Stimme, die einmal mehr erfolgreich auf Claus Lessmann's Spuren wandelt.
Etwas langsamer aber mit ebenso viel Nachdruck stanzt "Things like that" seine melodischen Riffs in die Gehörgänge. Der Schmeichel-Refrain sorgt dabei nicht nur für eine lange Haftung, sondern hebt den Song in die Riege radiotauglicher Rock-Songs. Dazu war es natürlich nötig ein paar Ecken und Kanten abzuschleifen, aber das tut trotz Pop-Note dem Gesamtwerk und -eindruck kaum einen Abbruch.
Weiter geht's mit den stampfenden Grooves von "Music", die wieder etwas mehr Sandpapier im Gepäck haben. Auch wenn man hier etwas von der klassischen Instrumentalisierung abweicht und Synthie-Klänge einsetzt, so sind diese dezent genug um den Anspruch eines waschechten Rock-Songs gerecht zu werden.
Etwas gemäßigter im Tempo kann "U feel" besonders durch die eingängige Gesangslinie und den fetten eingängigen Chor im Refrain punkten. Als Halbballade mit einem gesunden Härtegrad sollte es auch diesem Song vergönnt sein, Airplay zu bekommen.
Slap-Bass, ein paar härtere Gitarren-Riffs, Power-Drumming und verzerrte Stimme bilden das Intro für die Mid-Tempo-Walze "The Rain". Hier braucht es schon einen soliden Stockschirm, wenn man nicht nass werden möchte. Günstige Handtaschenschirme würden Drums, Bass und Gitarre einfach platt walzen - ich habe euch gewarnt.
Auch wenn "Ocean" mit ziemlich dominantem Synthesizer startet, so ist die im weiteren Verlauf lediglich ein Mittel, den traditionellen Song einen etwas technischeren, moderneren Anstrich zu verpassen. Man kann natürlich geteilter Meinung sein, ob es das gebraucht hätte, den "Ocean" unterscheidet sich ansonsten stilistisch in keiner Note von seinen Vorgängern.
Mit "Castaway" lauert dann schon der nächste Kandidat mit seinem Angriff auf den unbedarften und ungeschützten Zuhörer. Je nach Geschmacksrichtung gibt es ein XL-Brett an die Rübe oder eine deftigen Tritt in den Allerwertesten. Lediglich das Gesangs-/Gitarrensolo am Ende sorgt für etwas Beruhigung der Pulsfrequenz.
Und schon rollt mit "Again" die nächste radiotaugliche Riff-Welle auf die inzwischen sicherlich freudig erregte Menge der Zuhörer hinter dem Bühnengraben des Rockstrands zu. Wem die Refrains dann doch eine Spur zu dick aufgetragen vorkommen, die werden spätestens durch das Gitarren-Solo wieder etwas entschädigt.
Mit orientalischem Intro versehen, kann "Hunting high and low" nahtlos an den Vorgänger anknüpfen, wenn auch mit etwas forciertem Tempo. Einmal mehr wirft man einen melodischen Ohrenschmeichel-Refrain ins Rennen, der wieder mit präzisem druckvollen Drumming und solider Gitarrenarbeit aus der Schmalzecke vertrieben wird.
"Fading Memory" ein weiterer Mid-Tempo-Song, der ins Rennen geschickt wird, unterscheidet sich nur unwesentlich vom Aufbau von seinen Vorgängern. Er kann schließlich mit einer gewissen Härte überzeugen wie auch das später folgende "Anybody out there".
Als astreine Ballade kann "New Attraction" nicht ganz auftrumpfen, aber für eine überzeugende Halbballade reicht es in jedem Fall. Hier verlässt man jedoch schon einmal die harten Rockpfade und setzt auf AOR mit einem guten Schuss Pop, unterstützt durch orchestrale Synthie-Effekte.
Deutlich hymnischer als alle bisherigen Titel hat man für "I wanna live" eine etwas andere Hookline gewählt und auch gesanglich noch ein bisschen mehr Varianz eingebaut, der zum Abschluss des Albums für etwas Abwechslung sorgt und gleichzeitig für einen treffenden Ausklang sorgt.
Mit dem Bonus-Track "Farewell" hat es etwas Besonderes auf sich, denn es handelt sich quasi um eine musikalische Widmung an Thomas Hässler, dem Chef von MTM und die Beendigung seiner erfolgreichen Fußballer-Karriere. Wohl bekomms!
Fazit: Einmal mehr haben die Würzburger bewiesen, dass man im Hard Rock-Business das Rad nicht neu erfinden muss, um eigenständige und eingängige Songs zu schreiben. Hier zündet fast jeder Titel sofort und erkämpft sich mühelos eine Dauerkarte im Gehörgang. Trotz alle dem ist der Schmalzfaktor sehr gering und so gut wie jeder Song hat einen unheimlich treibenden Groove nach vorne, sodass man sich entspannt zurücklegen kann und trotzdem mühelos im Sog der Riffgranaten mitgerissen wird.
Einzig die starke Ähnlichkeit der Titel kann zu einer gewissen Eintönigkeit führen und in diesem Fall sind dann 14 Titel fast etwas zu Viel des Guten.
Bedauerlich ist es, dass man für das Cover auf Raytracing-Material zurück gegriffen hat. Hier wäre eines der unzähligen genialen echten Covergemälde sicherlich passender gewesen - Straps und Strümpfe der Blondine hin oder her. |
Tipp:
| | Wer auf melodischen Hard Rock abfährt und dabei gerne faul durch ein Album geschoben werden möchte, dem sei diese CD wärmstens empfohlen. Wer allerdings bei Freedom Call oder Bonfire die Nase rümpft, der sollte trotzdem einen Probelauf riskieren. |
Titel-Liste:
| | - Eternal Life
- Things like that
- Music
- U feel
- The Rain
- Ocean
- Castaway
- Again
- Hunting high and low
- Fading Memory
- New Attraction
- Anybody out there
- I wanna live
- - - Bonus-Track - - - - Farewell
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Laufzeit:
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