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Review: Silver Fist
 
TEARS OF BLOOD

Album:
 TEARS OF BLOOD, 2007, Avispa

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 03.07.2007

Review:
 Auch wenn es sich bei TEARS OF BLOOD um das Europadebüt-Album der Spanischen Band Silver Fist handelt, so sind die Jungs um Frontmann Silver Solorzano schon einige Zeit im Geschäft und bei weitem keine unbeschriebenen Blätter mehr.
Es begann alles mit dem Split der Band Muro im Jahr 2002, als eben dieser Sänger Silver und der Drummer Iván Manzano dort aussteigen um eine eigene Band zu gründen.
TEARS OF BLOOD ist nun die englische Version des zweiten Albums LAGRIMAS DE SANGRE aus dem Jahr 2006. Dass die Ursprunge in spanisch geprägter Heavy Metal Musik liegen, ist der Scheibe trotz englischer Texte durchaus noch anzuhören.

Wer bereits etwas Erfahrung mit spanischen Bands wie Warcry, Saratoga oder Tierra Santa sammeln konnte, dem sind sicherlich einige etwas eigenwillige Melodielinien aufgefallen, die besonders beim Opener "The Fear" zu tragen kommen. Nicht dass es etwa störend wirkt, vielmehr erkennt man daran die spanischen Wurzeln.
Wild und ungestühm geht man bei "Flight of the Phoenix" zu Werke und neben den energiegeladenen Gitarren-Riffs ist es besonders die Gesangsleistung von Silver Solorzano, die hier passt, wie der berühmte Ars.. ich meine Deckel auf den Topf.
Einen Bastard zwischen Thrash und Power Metal gibt es, passend zum Songtitel, mit "Martyr" auf die Lauscher. Das Intro, wie es Sodom in seinen besten Tagen herunterschruppte ist das wilde Vorspiel für einen bombastischen Power Metal Brocken, der wegen seiner Größe stellenweise Probleme hat, die Boxen auch angemessen zu verlassen. Silver sorgt mit seinen Einlagen für die nötige Harmonie, während es im seine Mitstreiter nicht leicht machen, hier die Oberhand zu behalten. Trotz der Kürze von knapp 4 Minuten haben jedoch zwei durchaus hörenswerte Gitarren-Soli Platz gefunden.
Zu Beginn von "I'm sorry" ahnt man noch nicht, welch groovender Walzer folgen wird. Für mich eines der Highlights, auch wenn man es versäumt hat, Silvers Gesangslinie massiver mit den Gitarren zu unterstützen. Das hätte ein richtiger Ohrwurm werden können. Ansonsten beschränkt sich die Gitarrenarbeit mit Ausnahme des obligatorischen Solo auf die unteren Oktaven. Nichtsdestotrotz ein klasse Song.
Trotz rasantem und aggressivem Gitarren-Start, entpuppt sich "Natural born Killers" als ein durchaus melodischer Power-Song , der seinen Charme jedoch erst nach mehreren Durchläufen offenbart. Was sofort auffällt, ist der weibliche Chor, der dem Ganzen wohldosiert die metallische Schärfe nimmt.
Beim Titelsong "Tears of Blood" wird geprügelt was das Zeug hält, Power Metal, der das eine oder andere Thrash-Riff abbekommen hat. Hier regiert Highspeed-Gitarren-Riff-Geschredder mit der einen oder anderen progressiven Anleihe und dem bereits bekannt obligatorischen Gitarren-Solo.
"Encouraged" verblüfft, denn es erinnert zu Beginn sehr stark an das Riffing von "The Ancient Cries" der deutschen Power Metaller Messiah's Kiss. Auch wenn man sich diesen Teil ausgeborgt hat und etwas neu lackiert, ist der Rest wiederum ziemlich eigenständig.
Auch wenn sich die Einflüsse auf die Musik der Spanier durchaus vielfältig gestalten, so zeigen sie mit ihrem Bonus-Cover-Song eine ihrer wahren Leidenschaften.
Wir schreiben jedoch nicht das Jahr 1984, als ein kleiner Mann aus Solingen im Tarnanzug die Bühne mit "Balls to the Wall" erobert und alle Zuhörer mit seiner Reibeisen-Kreischstimme in seinen Bann zieht, sondern 2007 und fünf Spanier, die den Vorbildern Accept nacheifern - und das durchaus überzeugend. Silver schafft es natürlich nicht, einen Udo Dirkschneider zu "ersetzen", jedoch ist er stimmlich jederzeit in der Lage, dem Song die nötige Schärfe und Härte mit auf den Weg zu geben. Und es ist wirklich alles dabei. Bei über fünf Minuten Spielzeit inklusive einem fetten Männerchor, kann man feststellen, dass Songs aus der Metal-Steinzeit auch heutzutage immer noch zünden können. Leider macht besonders zu Beginn die Produktion etwas schlapp in fährt viel zu früh in die Begrenzung.

Fazit: Insgesamt gesehen, liefern die Spanier ein solides Album ab, welches einerseits an vielen Stellen eigenständige Kost bietet, jedoch manche Passagen noch zu sehr an die Origiale erinnern, zumindest für jene, die schon eine gewisse Sammlung im Schrank stehen haben. Es ist einfach nicht gänzlich gelungen sich von den Vorbilder zu lösen und aus den Vorlagen ein komplett eigenständiges Gebilde zu formen. Das musikalische Potenzial ist jedoch vorhanden. Jetzt muss es nur noch konsequent mithilfe eines etwas verbesserten Songwritings umgesetzt werden.
In jedem Fall ist es keine Kost von der Stange und man entdeckt auch nach mehreren Durchläufen immer wieder ein paar nette Neuigkeiten.

Titel-Liste:
 
  1. The Fear
  2. Flight of the Phoenix
  3. Martyr
  4. I'm sorry
  5. Natural born Killers
  6. Tears of Blood
  7. I still believe in you
  8. I'll wait for you in Hell
  9. Encouraged
  10. Torment
  11. Balls to the Wall (Accept Cover)

Laufzeit:
 50:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.silverfistmetal.com 


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