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Review: Skullboogey
 
DEAD $ SOLD

Album:
 DEAD $ SOLD, 2008, Two Louder

Stil:
 Stoner Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 22.06.2008

Review:
 Stefan Wendling (Vocals, Gitarre), Jens Urban (Gitarre), Christian Zickmann (Bass) und Michael Joa (Drums), kaum jemand würde wohl hinter diesem hessischen Quartett eine durchaus vielversprechende Stoner Rock-Band vermuten, denn Deutschland ist wohl kaum eine Hochburg dieses Genres. Ungeachtet dessen, haben sich Skullboogey jedoch nicht beirren lassen und mit DEAD $ SOLD bereits ihr zweites Album an den Start gebracht.

Wer jetzt denkt, ausschließlich Stoner-Klänge vorzufinden, der sei gewarnt. So leicht lassen sich die Jungs nicht in eine Schublade stecken und frönen auch gerne flotteren Rock Rhythmen.

Noch mit deutlichem Stoner-Anstrich aber dafür umso mehr Tempo wird beim Opener "Ridin' the Lowlane" mächtig Gas gegeben. Stefans tiefe kratzige Stimme passt dabei perfekt zum staubtrockenen Stoner und man erinnert sich gerne an die Könige des Desert Rocks Kyuss. Verstecken brauchen sie sich hinter den amerikanischen Vorreitern mit dieser Mucke wahrlich nicht.
Etwas weniger Stoner und dafür mehr flotten Up-Tempo-Rock bietet der nächste Song "Love War". Abrocken fällt hier so leicht, wie Eislutschen bei 35°C im Sommer.
Für den Titelsong "Dead $ Sold" hat man sich bei den Punk-Nachbarn bedient und erneut einen gitarrendominierten Nackenbrecher hingezaubert. Dafür bedient der der Frontmann auch mal stimmlich die besser geeigneten höheren Tonlagen.
"Another Fool", eine klassische Ballade mit Akustik-Gitarren könnte keinen größeren Kontrast zu den drei Vorgängern darstellen und was überraschen mag, ist die dabei gebotene Leistung. Auch wenn der Gesang recht tief klingt, ist es gerade der gewisse Frank Zappa-Touch, der hier voll überzeugen kann.
"Pale Born Boogey" läutet wieder die härtere Schiene mit mehr Fuß auf dem Gaspedal ein. Wer bis jetzt nocht nicht so sehr auf die Texte geachtet hat der sollte spätestens jetzt etwas genauer hinhören oder das Booklet zu Hilfe nehmen. Denn hier wird gandenlos gegen den überhand nehmenden Kommerz in den Medien gewettert.
Auch für "Bodybag Boy" nehmen die hessen kein Blatt vor den Mund und erzählen mit dominanten galoppierenden Rhythmen die Geschichte eines Jungen, der an seiner Drogensucht zugrunde geht.
Frech rockend, kann vor allem "Goddamn Psychotic" recht schnell punkten. Außerdem darf sich der mehrstimmige Chor schon mal warmsingen, denn
bei der Ballade "Alone in the Hole" gibt es davon satt. Erneut sind es die ruhigen Töne, die sofort ins Ohr gehen. Akustik-Gitarren und eine prägnante Basslinie bringen dabei den Frontmann und seine fette Chorunterstützung erst richtig zur Geltung.
Für "Nightmare" nimmt man dann wieder etwas mehr Tempo auf und versteht es duch prächtigen Basisdruck die Gitarren-Riff richtig tief in die Gehörgänge zu pressen.
Hart an der Grenze des Thrash wir dann zu Abschluss mit "Power of Resistance" noch mal richtig Stimmung gemacht. Heute wichtiger denn je, rechnen die Hessen mit den selbst ernannten Kriegern Gottes und der Vielzahl falscher Propheten und Führer ab. Auch wenn es wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein wirken mag, schalten vielleicht manch notorische Berufsignoranten oder Verantwortungs-
verweigerer ihrer Verstand ein und beginnen über Misstände in diesem unseren Lande nachzudenken. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, heißt es.

Fazit: Auch wenn es für meine Geschmack durchaus etwas mehr Stoner hätte sein können, ist das Album durchaus ein interessanter Geheimtipp. Und auch wenn mich gerade die Balladen angenehm überrascht haben, so bleiben noch genügend Härtegrade für die richtig harten Kerle der Zuhörerschaft übrig.
Einzig ein etwas klarerer Gitarrensound und 1-2 Titelchen mehr hätte ich mir gewünscht, aber es muss ja nicht immer gleich jeder Wunsch erfüllt werden...

Anspieltipps:
 "Ridin' the Lowlane", "Another Fool", "Alone in the Hole" und das abschließende "Power of Resistance".

Tipp:
 (Stoner-)Rock-Freunde finden hier endlich mal eine hörenswerte Alternative aus dem Untergrund, die auch namhafteren Bands Paroli bieten kann.

Titel-Liste:
 
  1. Ridin' the Lowlane
  2. Love War
  3. Dead $ Sold
  4. Another Fool
  5. Pale Bone Boogie
  6. Bodybag Boy
  7. Goddamn Psychotic
  8. Alone in the Hole
  9. Nightmare
  10. Power of Resistance

Laufzeit:
 40:56 Min.

Band-Infos:
 
  • www.skullboogey.de 


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