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Review: Slechtvalk
 
AN ERA OF BLOODSHED

Album:
 AN ERA OF BLOODSHED, 2009, Whirlwind

Stil:
 Black Metal, Viking Metal

Wertung:
 4 von 7
4 von 7 Punkten
 M.U., 03.06.2010

Review:
 Die Band Slechtvalk spielen eine Mischung aus Black und Viking Metal und kommen aus den Niederlanden. Sie bestehen nun mehr seit über zehn Jahren. In dieser Zeit bringen sie drei komplette Alben raus, eine DVD und eine Split-CD mit der indonesischen Band Kekal. Und nach dieser langen Existenz erscheint An ERA OF BLOODSHED als ein Best-Of-Album. Mit dem ersten Album FALCONRY (2000) gelingt Slechtvalk der Durchbruch. Zwei Jahre später erscheint das nächste Album THE WAR THAT PLAGUES THE LANDS (2002). Das Album erreicht Platz 2 der Lowlands Top-20 und bleibt über mehrere Wochen in den Top-10. Danach geht man auf Europatournee. Mit dem dritten Album AT THE DAWN OF WAR (2005) schaffen sie es sogar zu MTV. 2009 unterschreiben sie einen Vertrag bei Whirlwind Records, wo auch das vorliegende Album erscheint. Für 2010 ist schon das nächste Album A FOLORN THRONE geplant.

Klassisch steigen wir mit "My bleeding Heart" in das Album ein. Klavier und Schlagzeug, das schon eher mach Metal klingt. Der Gesang klingt düster und sehr depressiv. Leider versteht man vom Text gar nichts weil es eher an Gebrülle erinnert. Wir wollen uns aber nicht entmutigen lassen, denn es wird etwas besser.
Ebenso klassisch, mystisch aber auch sphärisch beginnt "Consumed by Flames". Jedoch nicht allzu lange, denn dann geht es richtig zur Sache. Tief gestimmten Gitarren, ein beeindruckendes Schlagzeug und ein Tempo, das es in sich hat. Der Gesang könnte fast von Dimmu Borgir stammen. Große Ähnlichkeiten fallen auf. Der Song besticht durch eine gelungen Mischung aus Black, Viking Metal und klassischen, ja schon fast opernhaften Elementen.
In gleicher Art setzt "Consumed By Flames" die Linie fort. Allerdings wird der Stil schneller und härter. Auch der Gesang nimmt an Fahrt auf; die Ähnlichkeiten zu Dimmu Borgir bleiben erhalten. Aber nicht um sonst spielt man Viking Metal.
Und mal wieder klassische Klavierklänge. Hatten wir ja schon lange nicht mehr. "Storms" ist nicht wirklich ein Sturm. Höchstens im Wasserglas. Schnelle Schlagzeugpassagen, wilde Gitarrenriffs und ein brüllender Gesang machen noch keinen Song. Auch wenn der Gesang diesmal eher Richtung Black Metal tendiert. "From behind the Trees" setzt nahtlos auf.
Ziemlich schwerfällig und düster beginnt der Monstersong "My last Call". Mehr als elf Minuten erwarten uns. Doch diese elf Minuten können wir einen guter Mischung aus Black, Death und Viking Metal genießen. Das ist ein Song, so wie man ihn erwartet. Übrigens stammt dieser Song aus dem zweiten Album THE WAR THAT PLAGUES THE LANDS, welches extrem erfolgreich war. Nicht umsonst...
Fast in guter alter Rockmanier startet "And thus it burns"". Zu Anfang glaubt man an Black Sabbath, aber dann geht es doch in eine völlig andere Richtung. Der Schlagzeuger gibt her, was die Sticks aushalten. Ebenso die Stimme des Sängers. Insgesamt klingt es zwar ein bisschen chaotisch, aber auch irgendwie beeindruckend. Stilistisch bewegt man sich schon eher auf Thrash Pfaden.
"Thunder of War". Wahrhaft donnerhaft. Man sollte mal die Lautstärke etwas zurück drehen. Wenigstens zu Beginn, denn im Verlaufe wird es eher eine Mischung aus Black Metal und melancholischen Gesang, wobei dieser ein bisschen nach Heaven Shall Burns und Rammstein klingt. Eine sehr klare Stimme, die man auch mal versteht.
Wie aus dem Nebel taucht "On the Eve of Battle" auf. Erst hört man nichts und dann kommen die Klänge. Der Song bietet zwar nichts Neues, aber man bewegt sich auch sicheren Pfaden. Einer von vielen eben.
Ach ja, Klavier und damenhafter Gesang. Wie haben wir es vermisst. Doch "Cries of the Haunted" bringt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Allerdings verschont man uns mit längeren Passagen und präsentiert wieder das alte Gesicht, so wie wir es von den vorherigen Songs gewohnt sind. Leider taucht dieser opernhafte Gesang immer wieder auf. Damit wird auch der Sound sehr ruhig. Es passt alles nicht so richtig zusammen.
Köpfe einziehen, es gewittert. "Hounds of Battle" startet ein bisschen mit Schlechtwetter. Im Vergleich zu all seinen Vorgängern klingt der Song komplett anders. Der hat sogar einen richtigen Drive, der sehr gut gefällt. Das ist Black Metal vom Feinsten. Man könnte hier sofort an Eisregen denken. Da stimmt die Harmonie. Da stört auch der Dudelsack keineswegs, er unterstützt eher noch das Gesamtwerk. Leider ist nur einer der Bonus Tracks. Also den Song könnte man sich stundenlang anhören.
Und noch ein Bonus Track. "Towards the Dawn" ist wieder einer klassischeren Arten. Zuviel Klassik zu Beginn. Doch das wird auch in den weiteren Minuten nur marginal besser.
Soll man froh sein, dass "War of the Ancients" der letzte Song ist oder nicht. Die Frage sollte jeder für sich selber beantworten. Das ewige Klaviergeklimper geht einem mittlerweile mächtig auf die Nerven. Wenn man Klassik hören will, dann kauft man sich die entsprechenden Alben, aber wenn man Black Metal und/oder Viking Metal hören will, dann ist das einfach fehl am Platz.

Fazit: Mit 13 Songs und einer Spielzeit von weit über 70 Minuten sind die Eckpunkte. Aber an darf auch nicht vergessen, dass es sich hierbei um ein Best-Of-Album handelt, wo man alles zusammen gesammelt hat, was in den letzten Jahren produziert wurde. Stilistisch bezeichnet man sich als Black und Viking Metal. Doch dafür kommen mir zu viele klassische Elemente vor. Einfach zu viel Klavier, einfach zu viel opernhaftes. Gerade Viking Metal lebt von ganz anderen Stilelementen, siehe Dimmu Borgir. Es scheint, als seien die das große Vorbild der Band, denn bei einem Best-Of erhält man ja einen guten Eindruck über ihr Schaffen. Und in den vielen Alben wird gerne auf deren Stil zurückgegriffen. Nichts gegen Dimmu Borgir!

Anspieltipps:
 "Consumed by Flames", "My last Call", "And thus it burns", "Hounds of Battle"

Titel-Liste:
 
  1. My bleeding Heart
  2. Consumed by Flames
  3. In Hell I burn
  4. Storms
  5. From behind the Trees
  6. My last Call
  7. And thus it burns
  8. Thunder of War
  9. On the Eve of Battle
  10. Cries of the Haunted
  11. Hounds of Battle
  12. Towards the Dawn
  13. War of the Ancients

Laufzeit:
 73:30 Min.

Band-Infos:
 
  • www.myspace.com/slechtvalkofficialmyspace 

  • Probehören und Kaufen:
    Slechtvalk: EN ERA OF BLOODSHED

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