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Review: Slipknot
 
IOWA

Album:
 IOWA, 2001, Roadrunner

Stil:
 Nu Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.U., 30.08.2008

Review:
 Die Typen der amerikanischen Band Slipknot sind schon ganz schön durchgeknallt. Ähnlich wie Kiss, die nur geschminkt auf der Bühne erscheinen, erscheinen Slipknot stets nur unter Ledermasken verhüllt. Mit dem Album IOWA setzen sie ein Zeichen, denn Slipknot kommen aus dem Bundesstaat Iowa. Und auch eine Band, die aus acht bis neun Mitgliedern besteht, machen sie nur noch außergewöhnlicher. IOWA ist ihr zweites Studioalbum.

Der erste Song "[515]" ist nur eine Minute lang und fungiert als Intro. Daher findet er auch eher weniger Beachtung. So richtig los geht es mit dem zweiten Song "People = Shit". Musikalisch und stilistisch könnte man, wenn man nicht wüsste, welche Scheibe gerade im CD-Player liegt, sofort an Dry Kill Logic denken. Zum Verwechseln ähnlich. Der Song hat eine so frappierende Nähe zu "Nightmare" aus dem Album THE DARKER SIDE OF NONSENSE. Technisch gesehen hinkt der Vergleich natürlich, da das Dry Kill Logic-Album am 05.06.2001 erschienen ist und IOWA am 31.08.2001 und damit im Juni sicherlich schon längst fertig aufgenommen war.
Weiter geht es mit "Disasterpiece". Total schrille Gitarrenriffs leiten den Song ein. Der Song ist glücklicherweise nicht ganz so abgefahren und besticht mit einer gelungenen Mixtur aus ruhigeren und extrem harten Phasen und damit wirkt er sehr erfrischend nicht keineswegs langweilig. Schon alleine der treibende Sound macht einem fast Angst.
"My Plague" klingt wieder sehr nach Dry Kill Logic. Schon jetzt bekommt fast den Eindruck, dass die Jungs irgendwie einen Narren an Dry Kill Logic gefressen haben. Aber da Dry Kill Logic extrem gut sind, kann man diese Haltung echt verstehen. Stilistisch ist der Song sehr hart obwohl der Gesang etwas melancholisches an sich hat. Wohin soll das Album noch führen?
Definitiv zu "Everything Ends". Der startet sehr düster, der Gesang klingt ebenso. Aber das sind wieder Slipknot selbst. Hier erkennt man das typische Amerikanische. Es werden leichte Anklänge an die Dead Kennedys erkennbar, denn der Song tendiert in Richtung Anarcho-Punk, nur wesentlich härter.
"The Heretic Anthem" beginnt sehr spacig. Es klingt wie beim Countdown vom Start der Apollo XI. Doch dann wird es gnadenlos brutal hart. Der Sound wirkt auf den Zuhörer dermassen treibend, dass man kaum dem Zwang entkommt, da voll mit zurocken.
Ganz im Gegenteil beginnt "Gently" mit buddhistischen Klängen und wirkt auf den ersten Eindruck sehr sensibel und sehr melancholisch und ziemlich ruhig, was für Slipknot doch eher selten ist. Doch zum Glück steigert er sich im Verlauf zu einem orgiastischen Inferno von Gesang, Gitarre und Schlagzeug. Nur genial!
Da würde man denken, dass "Left Behind" nur schwer mithalten kann. Doch weit gefehlt, schon der Start zeigt, dass es wieder heftig zur Sache geht. Brutaler Sound gepaart mit einer doch sehr sanft klingenden Stimme. Teilweise erkennt man auch Elemente von Nirvana. Die Mischung macht's eben. "The Shape" und "I am Hated" setzen das Inferno ohne Unterbrechung fort.
"Skin Ticket" beginnt mit einem leicht psychedelischen Touch. Schrille Gitarrenklänge und ein anscheinend verwirrter Drummer untermauern den ersten Eindruck. Auch der Gesang passt perfekt zu diesem Eindruck. Insgesamt erscheint der Song ziemlich schwerfällig und düster. Und wieder dieser treibende Sound, der einen richtig süchtig macht.
"New Abortion" ist vom gleichen Schlag wie "Skin Ticket". Voll abgedrehte Musik, treibender Sound, düstere Stimmung - einfach genial. Gleiches gilt auch für "Metabolic". Tierischer Bass und eine extrem gute Gitarre sind hier die markanten Merkmale.
Mit dem über 15 Minuten dauernden Song "Iowa" endet eine fast perfektes Album. "Iowa" ist ziemlich ungewöhnlich, da der Anfang zunächst nichts Gutes hoffen lässt. Es klingt eher wie eine Filmszene aus einen Horrorfilm, hysterische Frauenstimmen, gruselige Musik. Doch sollte man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Gut, es dauert drei Minuten bis man zur Sache kommt, aber dann kommt es auch ganz dick. Schwerfälliger Gesang, treibender Sound und die düstere Grundstimmung machen den Song einzigartig. Gerade diese depressive Stimmung macht es aus.

Fazit: Weit über eine Stunde Nu Metal vom Feinsten und vom Härtesten. Da kommt jeder Metal-Fan voll auf seine Kosten und die Boxen wohl an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Ein überaus gelungenes Album, das zu überzeugen weiß. Es ist immer wieder erstaunlich, was man so durch Zufall in den Platten-Regalen findet. Den Kauf habe ich definitiv nicht bereut und es gehört jetzt schon zu den besten Alben, die ich besitze. Die Symbiose aus Eigenständigkeit, Dry Kill Logic und Dead Kennedys ist ihnen perfekt gelungen.

Anspieltipps:
 "People = Shit", "Disasterpiece", "Everything Ends" und natzrlich "Iowa", der dem Album auch den Namen gegeben hat.

Titel-Liste:
 
  1. [515]
  2. People = Shit
  3. Disasterpiece
  4. My Plague
  5. Everything Ends
  6. The Heretic Anthem
  7. Gently
  8. Left Behind
  9. The Shape
  10. I am Hated
  11. Skin Ticket
  12. New Abortion
  13. Metabolic
  14. Iowa

Laufzeit:
 66:18 Min.


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