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Review: Snake |
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Album:
| | STRIKE!, 2008, Dead Famous |
Stil:
Wertung:
| |  4,5 von 7 Punkten | | J.G., 22.08.2008 |
Review:
| | Strike! War das nicht der Lieblingsausdruck von Al Bundy in der Serie "Eine schrecklich nette Familie", wenn ihm etwas besonders gut gelungen ist - was zugegebenermaßen nicht oft der Fall war? Aber vielleicht sind die Jungs von Down Under auch nur Baseball-Fans.
In jedem Fall kann man ihnen jede Menge musikalisches Talent und ein Händchen für griffige Melodien bescheinigen. Das kommt sicherlich nicht von ungefähr, denn die Australier Snake haben einiges mit ihren großen Vorbildern AC/DC gemeinsam. Sie stammen aus ähnlichem Milieu, beweisen große Heimatverbundenheit und haben noch ihren Bandchef Larry Attard, der aufgrund seiner stimmlichen Ähnlichkeit von der Presse gerne als kleiner Bruder des verstorbenen Bon Scott gehandelt wird.
Vorteil oder Bürde? Es gilt also gegen die übermächtig erscheinenden Landsleute zu bestehen und trotzdem überzeugende eigene Duftmarken zu setzen. Mal hören, ob dies gelungen ist.
"Let the Music begin", ein Opener nach Maß, der gleich klarstellt, Leute, wenn ich AC/DC-Songs hasst, dann geht nach Hause und lasst uns alleine weiter feiern. Dass dabei bis auf's tempoforcierte Gitarren-Solo jede Strophe irgendwie an die großen Vorbilder erinnert, wird durch den Nachfolger sogar noch getoppt.
Wie schwer es ist, AC/DC zu kopieren, die tatsächliche Seele eines Songs zu ergründen und dann noch zu überzeugen, zeigt der langsame Boogie Rocker "Sweet Revenge". Klar, wer hier nicht an sofort "The Jack" vom Debüt HIGH VOLTAGE denkt, hatte noch keinen AC/DC-Kontakt, was kaum vorstellbar ist. Die Lösung der gründlichen Analyse "Sweet Revenge" ist den Jungs von Snake recht gut gelungen, wobei an ein paar Stellen, wie dem Intro, dem anschließenden Break und Einsetzen des gesangs, die Nähe zum Original noch zu dominant strahlt. Erst wenn der Song noch etwas Fahrt aufgenommen hat und auch bei den Gitarren-Soli gelingt es, sich etwas vom Vorbild abzusetzen.
Der ultraschnelle Titelsong "Strike" geht trotz anfänglichem leichten Motörhead-Einschlag als astreines Tribute an "Rocker" durch.
Als waschechter Rocksong mit tüchtigem Blues-Einschlag kann "Time" sofort gute Laune verbreiten. Auch wenn er von der Rhythmusstruktur nicht gerade tanzbar klingt, sind dem kräftigen Mitnicken oder der Luftgitarren-Begleitung beim Solo keine Grenzen gesetzt.
Wer AC/DCs Night Prowler zu schätzen weiß der wird sich auch bei Snakes "Down that Road" sofort heimisch fühlen. Diesmal ist nicht abrocken angesagt, sondern intensives Rockfeeling im Slow-Takt. Endlich gelingt es auch, sich kompositorisch vom übermächtigen Vorbild zu lösen und siehe da, sie könnten es doch, wenn sie nur wollten.
Nach der kleinen Verschnaufpause darf bei "Smokin' Diesel" der Headbanger wieder vortreten. Eingängige Hooklines bleiben sofort im Ohr, der Refrain tut dazu ein Übriges. Überraschend vielleicht auch die melodische Strophe im Refrain, die ich so nicht erwartet hätte.
Noch ein Schippchen mehr Kohle in den Dampfkessel gibt's bei "Out of the Night", sodass man sich im Geschwindigkeitsbereich des Titelsongs wiederfindet. Locker, lässig und flüssig geht es zur Sache, mit allen Zutaten, die das Rockerherz begehrt.
Mit "Mainline" endet nicht nur das Album, sondern der Titel ist gleichzeitig Programm. Hat sich Snake bei den letzten paar Songs etwas frei geschwommen, so kehrt man mit dem Boogie-Rocker wieder auf die ursprüngliche Schiene zurück. Zugegeben, hat sich der Sicherheitsabstand vergrößert, aber die Young/Scott-Attribute sind trotzdem unverkennbar. Leider endet Mainline etwas arg aprupt und offenbart dabei auch die ebenfalls mit den Alben der Vorbilder vergleichbaren Spieldauer von knappen 40 Minuten. So viel Nähe hätte ich nach 30 Jahren jedoch noch gebraucht.
Fazit: Spielerisch gibt es wirklich nichts zu meckern. Es gelingt der Truppe ihre Spielfreude verlustfrei an die Zuhörer weiter zu transportieren. Schade, dass ich die Jungs nicht gleich live erleben kann, denn hier haben sie sicherlich keine Mühe, ihre Stärken auszuspielen. Über weite Strecken hat man es jedoch versäumt, mehr Eigenständigkeiten einfließen zu lassen, als geschehen, sodass sich der Makel eines Klons nicht ganz abschütteln lässt. Das beginnt bei der Gestaltung der Hooklines, geht über die Abstimmung des Gitarrensounds und endet nicht zuletzt bei der Mikroarbeit des Frontmanns, der leidenschaftlich auf Bon Scotts Spuren wandelt. Auch einem direkten Vergleich mit Bands, die ebenfalls auf AC/DCs Spuren wandeln, wie Bullet, Rhino Bucket oder gar Airbourne können sie nicht ganz stand halten.
Was schließlich als Zielgruppe bleibt, sind vermutlich Die-Hard-Fans, die alles sammeln, was nach AC/DC klingt. Hinzu kommen noch ein paar Defizite bei der Produktion einiger Songs, gerade zu Beginn des Albums, die unbestritten einen absolut authentischen Sound der 70er auf die Lauscher drückt, aber gerade mit einer etwas besseren Produktion wäre die ganze Sache sicherlich klarer und druckvoller herüber gekommen. So klingt es dann doch wie bei ihren Landsleuten AC/DC vor 30 Jahren. Ohne die genannten Kritikpunkte wäre spielend ein Punkt mehr drin gewesen. |
Tipp:
| | Schon alleine die Nähe zu Bands wie AC/DC, Rose Tattoo, Airbourne oder Krokus ruft Liebhaber dieser Gruppen auf den Plan. Hier bekommt man solide Kost mit bekannten Trademarks geboten. |
Titel-Liste:
| | - Let the Music begin
- Sweet Revenge
- Strike
- In for the Kill
- Time
- Down that Road
- Smokin' Diesel
- Out of the Night
- Mainline
|
Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.snakerocks.com  |
Empfehlen:
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