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Review: Snew
 
WE DO WHAT WE WANT

Album:
 WE DO WHAT WE WANT, 2010, Maman

Stil:
 Hard Rock, Sleaze Rock

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 J.G., 24.05.2010

Review:
 Wer hierzulande an Hard Rock mit einem gewissen Sleaze-Einschlag denkt, dem fallen vor allem eine Unzahl skandinavischer Bands ein, die sich gegenseitig mit Höchstleistungen überbieten. Babylon Bombs, Backyard Babies, The Bones, Crashdiet, Hardcore Superstar, Naughty Boys, Turbonegro und wie sie alle heißen mögen, machen es sowohl Fans als auch den Testern nicht leicht, die Besseren unter den vielen sehr guten Alben zu erkennen, so hoch ist die Qualität. Die einen schwimmen dabei mehr auf der Hard Rock-Welle, die anderen frönen lieber dem Sleaze.
Da vergisst man doch glatt, dass über dem großen Teich schon seit Jahrzehnten Bands dieses Genre mit großem Erfolg beackern. Relativ neu im Geschäft aber immerhin schon mit dem zweiten Langeisen am Start geben Snew aus Kalifornien alles, um ihren Fans so richtig einzuheizen. Das Rezept ist dabei recht simpel. Man nehme ein paar knackige Gitarren-Riffs made by Andy Lux, eine spielfreudige Rhythmusabteilung mit Basser Cat Tate, dem Schlagmann Mark Ohrenberger und einen Frontmann namens Curtis Don Vito, der stimmlich als Enkel von Bon Scott durchgehen könnte.
Wichtig dabei ist die Einfachheit des Konzepts, genau wie es AC/DC seit Jahrzehnten zelebrieren. Weniger ist oftmals mehr. Keine vertrackten Hooklines und überzüchteten Solos. Keine Synthesizer und moderne Technik, sondern Rockmusik pur. Dass die Rechnung aufgeht, durften Snew bereits am eigenen Leib erfahren, denn ihr Debüt Album schaffte es im Juli 2008 immerhin schon in die Top-Ten bei SleazeRoxx.com.

Der Neuling WE DO WHAT WE WANT geht bereits mit seinem gleichnamigen Opener "We do what we want" in die Vollen. Die Gitarren auf AC/DC gestimmt und ein rotzfrecher Curtis am Mikro heizen schon mal richtig ein.
Tempomäßig noch ein Schippchen draufgelegt haben die Jungs beim sleazigen Rocker "Feedback and Distortion", der mit unverkennbarer jedoch dezenter James Bond-Anleihe und einem klasse Gitarren-Soli voll überzeugen kann.
Und auch der Rest ist nicht von schlechten Eltern. "Private Stash" glänzt mit seinem schwingenden Drive ebenso wie "Risking my Life" gnadenlos nach vorne rockt.
"Get loud" wird seinem Namen gerecht, ein Hard Rocker mit Curtis am oberen Anschlag.
Ohne auf die Bremse zu treten rockt "Knock it out of the Park" mit Volldampf weiter.
Erst das groovige gitarrenlastige "Power Pack" lässt es etwas ruhiger angehen und ebnet den Weg für die vermeintliche Ballade "Pick up the Ball"? Denkste, auch hier lauert ein Sleaze Rocker mit gehörig Druck unter der Haube.
Eine Ballade gibt es erst im Anschluss, denn "Who the Hell are" you darf sich als solche schimpfen, zeigt jedoch, dass Ballade nicht unbedingt 'rosarot' und 'kuschelweich' bedeuten muss. Hier regiert der Sleaze-Gott an der Gitarre und lässt die Töne herrlich jaulen...
Wie es sich gehört, ist der Ausstieg ebenso schwungvoll, wie der Start des Albums. Für "Shinebox" wird noch einmal Vollgas gegeben, das die Gummis qualmen und wem es gefallen hat, der sollte schon jetzt nach der Repeat-Taste suchen.

Fazit: Ohne Zweifel, hier wird abgerockt, was das Zeug hält. Dabei hat man fast alles an überflüssigem Ballast über Bord geworfen und sich auf das Wesentliche konzentriert. Sleaze, wo es passt und Soli wo abgefeiert werden darf. Über allem schwebt die raue Kreischstimme von Curtis Don Vito, der sich mächtig ins Zeug legt, jedoch mit seiner Stimme durchaus auch nerven kann. Mit genügend Nervenstärke ist das jedoch kein Problem und der Partylaune steht nichts im Wege.
Nur eines ist mir wirklich negativ aufgefallen: Mit ein zwei Songs und damit etwas üppigerer Spielzeit wäre sogar noch ein halber Punkt mehr drin gewesen.

Tipp:
 Wer Alternativen zur skandinavischen und bereits bestens bekannten Ami-Kost sucht, findet hier bei den Kaliforniern genau das Richtige.

Titel-Liste:
 
  1. We do what we want
  2. Feedback and Distortion
  3. Private Stash
  4. Risking my Life
  5. Get loud
  6. Knock it out of the Park
  7. Power Pack
  8. Pick up the Ball
  9. Who the Hell are you
  10. Shinebox

Laufzeit:
 38:31 Min.

Band-Infos:
 
  • www.snewyou.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Snew: WE DO WHAT WE WANT

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