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Review: Solenoid
 
SOLENOID

Album:
 SOLENOID, 2008, Buzzville

Stil:
 Heavy Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 S.M., 18.01.2009

Review:
 Solenoid sind eine dieser Bands, die sich nicht ein bisschen auf ein Genre festlegen lassen. Frei nach dem Promo-Sheet zitiert: "NWOBHM? Nicht wirklich! Heavy Metal? Nicht ganz! Solenoid tragen in ihrer dicken Suppe mehr, als dass man es in Worte wie Metal oder Heavy fassen könne!"
Sie selbst bezeichnen ihren Stil als New Wave of Belgian Heavy Rock'n'Roll. Auch eine nette Genrebezeichnung. Damit ist dann auch geklärt, wo das Quintett beheimatet ist. Die Band besteht aus Frank "Frenz" Homolka (Gesang), Arend Hamelryck (Gitarre), Roel Paulussen (Gitarre), Maarten Geraerts (Bass) und Patrick Vanderhenst (Schlagzeug).
Nach zwei veröffentlichten Demos ist SOLENOID nun das Debüt-Album der Belgier.

So wie "Out in the Cold" klingt, stelle ich mir einen astreinen Hybrid aus Motörhead-Feeling und Girlschool-Konstrukt vor. Der Song rockt alles platt, was sich ihm in den Weg stellt, hat aber trotzdem Struktur und ist sogar irgendwie eingängig. Auch "Down the Dream" ist dreckiger, gemeiner und gnadenloser Heavy 'n' Roll, während "Her Peace" eine wuchtige Stoner- und Doom-Note mit starker und abwechslungsreicher Instrumentierung in sich trägt.
Auch "One armed Man" ist eher eine getragene Nummer für die Fans des knackigen Südstaaten-Rocks, wenngleich beim Solo das Gaspedal ordentlich durchgetreten wird. Wie ZZ Top auf Speed oder so.
"Angelspray" ist sowohl von frühen Black Sabbath wie auch von frühen Metalchurch beeinflusst. Eine interessante Mixtur. Einerseits der walzende Doom-Sound, anderseits die dynamische und zielgerichtete Instrumentierung, und das vereint in einer Komposition.
Weitere Aushängeschilder eines tempo-mäßig verhaltenen, aber trotzdem wuchtigen Konstrukts sind "Short but swell" und "Grandadhead". Dagegen wird bei "Divide" oder dem kurzen "Slayin´" nochmal gefetzt und gepowered, was die Instrumente hergeben. Und nicht nur Letztgenanntes lässt durch die Titulierung so manche Erinnerung an Slayer wachwerden.
Und bei "Puppeteer" und besonders "Whambambition" fühle ich mich an Metallica-Songs der späten Achtziger und frühen Nineties erinnert.

Fazit: Solenoid definieren den Begriff Power-Mucke neu. Auf Balladen- und Halbballaden-Schnickschnack wird völlig verzichtet. Selten habe ich ein solch energiegeladenes und kompromissloses Album gehört. Es wird hier keineswegs nur gethrashed, bis die Anlage die weiße Fahne raushängt. Sicherlich finden sich auch Thrash-Anleihen auf SOLENOID, aber die Belgier bringen so viele Einflüsse in ihrer Musik unter, dass man auch auf Melodien und eingängige Abschnitte nicht verzichten muss.
Angefangen von Stoner- und Southern Rock, über Hard- und Heavy Rock, Doom Metal, Old School Heavy Metal, Speed Metal, bis hin zu Thrash Metal ziehen sich die Einflüsse, die Solenoid verarbeiten. Ich bin überzeugt, jeder Hörer findet wahrscheinlich ein oder zwei Stücke, die ihm gar nicht zusagen. Aber dafür auch viele, die genau seinen Geschmack treffen.
Von der instrumentellen Leistung überzeugen mich SOLENOID voll. Alleine welche Energie, Dynamik und Wucht sie unentwegt rüberbringen ist einfach erstaunlich. Der Gesang kann allerdings oft nicht gegen die Instrumentalmacht anstinken, da es auch etwas an Ausdruckskraft und Stimmpower fehlt. Bei manchen Stücken scheint es aber durchaus gewollt zu sein, dass die Vocals mehr in den Hintergrund treten.
Ich glaube, die Belgier haben genau das Album geschaffen, das sie wollten. Es soll vor allen Dingen amtlich rocken, und das tut es. Die gesanglichen Schwachpunkte müssen trotzdem in die Bewertung einfließen. Aber es ist SOLENOIDS Erstling und sie haben zukünftig bestimmt noch Möglichkeiten der Steigerung.

Tipp:
 Wer puren, kraftvollen und schweißtreibenden Heavy Rock hören will, liegt hier genau richtig. Besonders Freunde von Bands wie Motörhead, High On Fire, V8 Wankers oder auch Gorilla Monsoon sollten in SOLENOID mal reinschnuppern.

Titel-Liste:
 
  1. Out in the Cold
  2. Down the Dream
  3. Her Peace
  4. One armed Man
  5. Angelspray
  6. Short but swell
  7. Puppeteer
  8. Whambambition
  9. Slayin'
  10. Grandadhead
  11. Trashday
  12. Divide

Laufzeit:
 47:15 Min.

Band-Infos:
 
  • www.solenoidrock.com 


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