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Review: Sons Of Seasons
 
MAGNISPHYRICON

Album:
 MAGNISPHYRICON, 2011, Napalm

Stil:
 Symphonic Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 V.R., 08.05.2011

Review:
 Noch nie von den Sons of Seasons gehört? Die Band könnte man lapidar als deutschen Kamelot-Ableger betiteln, denn die treibende Kraft hinter dem Quintett ist Kamelot-Keyboarder Oliver Palotai. Damit würde man der Band allerdings definitiv Unrecht tun, denn auch wenn bei ihrer Musik einige Parallelen zu der von Kamelot durchschimmern, so besitzen die Sons of Seasons doch definitiv auch eine eigene Note. Die Band betitelt ihren eigenen Sound als Dark Symphonic Metal und diese Umschreibung trifft es auch recht gut. Mit ihrem Debutalbum GODS OF VERMIN konnte das Quintett 2009 bereits für Aufmerksamkeit sorgen. Jetzt ist die Zeit reif für das Zweitwerk, welches die Band schlicht und einfach MAGNISPHYRICON betitelt hat. Interessant klingt der Begriff in jedem Fall, doch wirklich etwas darunter vorstellen können sich vermutlich die Wenigsten. Für diese Rezension entscheidend ist aber in erster Linie ohnehin die Qualität der Musik und dementsprechend folgt nun die gewohnte Song-für-Song-Bewertung.
Wie im Symphonic Metal-Bereich zumeist üblich, beginnt auch dieses Album mit einem Intro, in diesem Fall "Magnisphyricon: Temperance" betitelt, bei dem die Sons of Seasons im symphonischen Bereich mit Keyboards und Chorgesängen schon einmal ordentlich auftragen.

Der erste richtige Song trägt dann den Namen "Bubonic Waltz". Hier zeigen die Sons of Seasons dann alle Facetten ihres Könnens. Zu den schon aus dem Intro bekannten melodischen Keyboardklängen gesellen sich bei diesem Titel erwartungsgemäß auch harte Gitarrenriffs, schnelles Drumming und der sehr angenehme, etwas dunkel angehauchte Gesang von Henning Basse. Besonders im Refrain ergibt sich daraus ein perfektes Zusammenspiel, so dass man diesem Titel durchaus Höchstnoten attestieren kann.
"Soul Symmetry" ist dann zwar etwas langsamer als der Opener, kommt phasenweise aber trotzdem wesentlich härter und rifflastiger daher. Außerdem zeigt sich bei diesem Song der leicht düstere, melancholische Unterton, welcher die Sons of Seasons ausmacht, sehr deutlich. Gegen Ende erwartet den Hörer dann sogar aggressiver, leicht gegrowlter Gesang. Insgesamt ist der Titel sehr abwechslungsreich ausgefallen und ein weiteres Highlight des Albums.
Die nächste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten, denn mit Simone Simons von Epica gibt es bei "Sanctuary" eine Gastsängerin zu hören. Der recht langsame Song zeigt die Band zudem von einer ganz anderen Seite. Hier frönen die Sons of Seasons nämlich ihrer Vorliebe für progressiv-verschachtelte Songstrukturen. Dadurch bedingt ist der Titel natürlich bei Weitem nicht so eingängig wie die bisherigen Lieder, doch auf die musikalische Qualität wirkt sich dieses Faktum glücklicherweise gar nicht negativ aus.
Weiter geht es mit dem ersten Part eines zweiteiligen Songs. "Casus Belli: I. Guilt’s Mirror" ist ziemlich düster ausgefallen und besitzt in den Strophen trotz sehr langsamen Tempos eine ordentliche Portion Aggressivität, während der Refrain stellenweise fast schon balladesk anmutet. In jedem Fall bietet der Titel eine sehr breite Stilvielfalt und gehört damit zu den stärksten des Albums.
"Magniphyricon: Adjustment" stellt dann lediglich eine Art Zwischenspiel dar und ist zu vernachlässigen. Der eigentliche nächste Song heißt "Into the Void" und ist, nach den letzten eher experimentellen Songs, eher im klassischen Melodic Metal-Sektor zu verorten. Dieser Titel könnte auch gut auf einem Kamelot-Album stehen. Vom schönen ohrwurmlastigen Refrain mal abgesehen ist der Song ansonsten aber eher durchschnittlich ausgefallen.
Mit über sieben Minuten ist "A Nightbird’s Gospel" das längste Lied des Albums. Von einem mystischen Intro eingeleitet, entwickelt sich der Song schnell zu düsteren Midtempo-Titek, welcher besonders durch die atmosphärischen Zwischenparts auffällt, ansonsten aber leider wenig zu überzeugen weiß, da ihm schlicht und einfach ein logischer Songaufbau fehlt.
Zu Beginn des nächsten Song namens "Tales of Greed" wird dann der Dampfhammer ausgepackt, und dieser Ersteindruck bestätigt sich im weiteren Verlauf. Obwohl zwischendurch der eine oder andere progressive Part eingefügt wurde, handelt es sich hier in erster Linie um eine knüppelharte Nummer mit Thrash Metal-Anleihen. Der interessante Songaufbau kann dann sogar problemlos darüber hinwegtrösten, dass dem Titel so etwas wie eine eingängige Melodie fehlt.
Ob es sich bei "Lilith" nun um Adams erste Frau oder eine archaische Göttin handelt, dürfte für den gleichnamigen Song eher eine untergeordnete Rolle spielen. Dieser gehört mit seinen orientalisch anmutenden Klängen und dem Ohrwurmrefrain nämlich wieder zu den Highlights des Albums und dürfte für einen häufigen Gebrauch der Repeat-Taste sorgen.
Anschließend folgt mit "Casus Belli: II. Necrologue to the Unborn" dann der zweite Teil der Casus Belli-Story. Dieser kann das sehr hohe Niveau des ersten Teils leider nicht ganz erreichen, kann mit seinen vielen Zwischenspielen und den progressiven Songstrukturen aber dennoch für etwas Aufmerksamkeit sorgen.
Nach einem weiteren kurzen Zwischenspiel namens "Magnisphyricon: The Aeon" präsentieren uns die Sons of Seasons mit "1413" dann wieder einen etwas straighteren Song, welcher mit seinem interessanten, sehr düsteren Refrain durchaus punkten kann.
Was das Album bisher noch vermissen ließ, ist so etwas wie eine reinrassige Ballade. Selbige erwartet den Hörer als krönender Abschluss des Albums in Form von "Yesteryears". Hier wird Henning Basses trauriger Gesang ausschließlich von melancholischen Klavier- bzw. Keyboardklängen begleitet. Dies verleiht dem Titel eine ganz besondere, geradezu fragile Note, welche den Song trotz fehlender Eingängigkeit zu einem weiteren Glanzlicht des Albums macht.

Fazit: Wirklich interessant, was die Sons of Seasons dem Hörer da auf ihrem zweiten Album namens MAGNIPHYRICON präsentieren. Das, was sie selbst als Dark Symphonic Metal bezeichnen, stellt sich letzten Endes als düster angehauchter, stellenweise auch progressiver symphonischer Melodic Metal auf hohem bis sehr hohem Niveau heraus. Auf der Platte sind gleich mehrere extrem starke Titel vertreten, welche schnell ins Ohr gehen, sich aber definitiv nicht schnell abnutzen. Ebenfalls positiv ins Gewicht fällt die hier dargebotene Abwechslung. Von eingängigen Melodic Metal-Songs über symphonische Titel, progressiv-verschachtelte Lieder, gelegentliche Thrash Metal-Anleihen bis hin zu balladesken Klängen ist hier wirklich alles vertreten. Bis hierhin klingt das alles nach einem absoluten Top-Album, doch leider haben sich zwischendurch immer mal wieder auch schwächere Lieder dazwischengemogelt, welche den Gesamteindruck ein gutes Stück nach unten drücken. Damit ist MAGNIPHYRICON zwar kein Fall für das Album des Jahres geworden, liegt aber immer noch weit über dem üblichen Durchschnitt und könnte sich somit für Fans abwechslungsreichen Symphonic Metals durchaus als Pflichtkauf herausstellen.

Anspieltipps:
 "Bubonic Waltz", "Soul Symmetry", "Casus Belli: I. Guilt’s Mirror", "Tales of Greed", "Lilith", "Yesteryears".

Tipp:
 Kamelot-Fans könnten durchaus Gefallen an den Sons of Seasons finden, wobei diese generell etwas düsterer und progressiver zu Werke gehen. Letzten Endes sollten alle Liebhaber progressiv angehauchten Symphonic Metals mal in die Scheibe reinhören, da doch einige Highlights auf dem Album enthalten sind.

Titel-Liste:
 
  1. Magnisphyricon: Temperance
  2. Bubonic Waltz
  3. Soul Symmetry
  4. Sanctuary
  5. Casus Belli I: Guilt’s Mirror
  6. Magnisphyricon: Adjustement
  7. Into the Void
  8. A Nightbird’s Gospel
  9. Tales of Greed
  10. Lilith
  11. Casus Belli I: Necrologue to the Unborn
  12. Magnisphyricon: The Aeon
  13. 1413
  14. Yesteryears

Laufzeit:
 66:10 Min.

Band-Infos:
 
  • www.sonsofseason.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Sons Of Seasons: MAGNISPHYRICON

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