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Review: Soul Doctor
 
BLOOD RUNS COLD

Album:
 BLOOD RUNS COLD, 2007, Metal Heaven

Stil:
 Hard Rock, Blues Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 J.G., 18.09.2007

Review:
 Im Januar 2006 war das dritte Album FOR A FISTFUL OF DOLLARS, der über lange Jahre befreundeten Spaßmusiker noch unser Tipp des Monats und nun gibt es schon den Nachfolger in den Plattenläden zu kaufen. Eigentlich war die ganze Sache damals mehr zum Spaß, mit minimalstem Budget und großem Eigenregie-Anteil über die Bühne gegangen. Dass Ausnahme-Sänger Tommy Heart trotz seines Engagements bei Fair Warning noch genügend Zeit und Nerven hatte, die Sache durchzuziehen, ist angesichts des Erfolgs umso erfreulicher.
Was darf man diesmal erwarten? Nun, einerseits nichts Neues, denn es regiert immer noch der gesangsdominierte Hard und Blues Rock. Andererseits rutscht einiges der Kost nicht mehr so unbekümmert durch die Gehörgänge, wie beim Vorgänger.
Das mag an dem durchaus etwas komplexeren Songwriting liegen, hat aber zur Folge, dass manchmal der Anspruch dem Spielfluss etwas im Weg steht. Außerdem ist ein leichter unterschwelliger Trend hin zum US-geprägten Sleaze Rock kombiniert mit 70er Jahre retro alá Led Zeppelin unverkennbar.

Der Titelsong und zugleich Opener "Blood runs cold" setzt zumindest schon einmal eine eindrucksvolle Duftmarke. Knackiger Hard Rock mit leichtem Blues Einschlag, wie es AC/DC schon seit Jahrzehnten gewinnbringend zellebrieren, bildet einen fuminanten Auftakt. Doch anders wie bei AC/DC beherrscht hier Tommy's Stimme die Szene und nicht die Gitarrenfront, die ihm bis auf eine längeree Soloeinlage den Vortritt lassen.
Fast hat man die Befürchtung, dass mit "Temptation" angesichts des Synthie-Intros ein Pop-Song lauert, aber der harte Gitarreneinsatz stimmt versöhnlich. Eine dominante Bassline, der man sich kaum entziehen kann, sorgt für gehörigen Druck auf dem Groove-Barometer. Hier lassen US-Amerikaner wie Great White und Mr. Big grüßen.
"Laugh in the Face of Danger" startet mit Akustik-Gitarren und balladeskem Gesangsintro, biegt aber recht bald ab, auf den Weg eines tierischen Hard Rockers mit zwingendem Groove und leichter Sleaze-Attitüde.
Mit Power-Drumming, mächtigem Krawall zu Beginn, Wua-Wah-Gitarren aus den guten 70ern macht "F.A.F.O.D." auf sich aufmerksam. Hier legt man weniger Wert auf ausgefeilte vertrackte Riffs, sondern lässt die Gitarrenfinger laufen, bis sie müde sind. Ein kurzes Break verhilft zur Entspannung und schon geht's weiter mit der Gitarrenfront an der langen Leine.
Mit fröhlich flottem Groove und Retro-Hammond-Orgel-Klängen kann auch "Touch of Love" sofort punkten. Hier steht eindeutig die Spielfreude in vorderster Front.
Gewittereffekte, orchestralen Streichereinlagen im Hintergrund und einer dominanten Akustikgitarre verleihen "The Ocean" eine spannende Atmosphäre, die auch einer Ballade gut zu Gesicht steht. Wer allerdings auf eine simpel gestrickte Schnulzeneinlage gehofft hat um endlich die Hand unter der Bluse der Freundin zu platzieren, wird enttäuscht sein. Mit jeder Menge akustischer Einlagen bieten Chris Lyne und seine Rhythmusfraktion deutlich mehr...
Zu tricky? Zu unkonkret? Na dann kann "The Lie" schnell für Abhilfe sorgen. Mit AC/DC-typischem Gitarreneinstand wird ein astreiner Hard Rocker auf's Parkett gelegt, der sofort in die Beine geht und zum Mittanzen einlädt. Wer nicht auf tanzen steht, der kann ersatzweise auch die Langhaarmähne im Takt schütteln.
Bei "Revolution" ist es dann endlich so weit und die meisten Kuschel-Rock-Balladen-Fans bekommen neues Futter. Jedoch versäumt es Tommy zu keiner Zeit, wie auch Bon Jovi in seiner besten Phase, einen genügend großen Abstand zur Schmalzlinie einzuhalten - hat er auch gar nicht nötig. Und nein, es ist keine Beatles-Cover-Version!
Etwas unglücklich positioniert ist das ebenfalls gemächlich blues-rockende "Justine", denn damit verliert die Scheibe zum Ende hin deutlich an Schwung, den auch der recht flotte Schluss-Spurt "Mr. Youngblood" mit seinem Hillybilly-Charme nicht mehr gänzlich aufrichten kann. Leider ist das Knall-auf-Fall einsetzende Ende für mich ebenfalls nicht 100%ig motivierend gleich nochmals auf "Play" zu drücken. Soll aber noch lange kein Grund sein, ein mit Spielfreude glänzendes Album irgendwie abzuwerten.

Fazit: Auch bei zweiten Streich kann Soul Doctor gut punkten. Wenn diesmal noch etwas Luft zur Bestnote bleibt, wird trotzdem eine positive Entwicklung erkennbar und eine überzeugende Performance geboten. Mit einer gesunden Portion R&B und einen Bastard irgendwo zwischen Bon Jovi, Great White, AC/DC und ein paar Ideen der großen Led Zeppelin kann man eben fast nichts falsch machen.
Und wenn man dann auch noch einen Sänger an Bord hat, den das japanische Burn! zum drittbesten Sänger 2006 gekürt hatte, er also in Augenhöhe mit Bruce Dickinson, Dio und Jon Jovi genannt wird, dann ist das schon der halbe Weg zum Erfolg.

Titel-Liste:
 
  1. Blood runs cold
  2. Temptation
  3. Laugh in the Face of Danger
  4. F.A.F.O.D.
  5. Touch of Love
  6. The Ocean
  7. The Lie
  8. Revolution
  9. Justine
  10. Mr. Youngblood

Laufzeit:
 47:47 Min.

Band-Infos:
 
  • www.souldoctorrocks.com 


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