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Review: Soul Doctor |
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Album:
| | WAY BACK TO THE BONE, 2009, Metal Heaven |
Stil:
Wertung:
| |  5,5 von 7 Punkten | | J.G., 18.11.2009 |
Review:
| | Soul Doctor, ein klassisches Nebenprojekt, dass schon immer von Spaß an der Musik, viel Eigeninitiative, kleinem Budget und wenig Aussicht auf große kommerzielle Erfolge geprägt war. Hier konnten sich Tommy Heart und seine befreundeten Musiker austoben und zeigen, was mit Herz gespielter Hard und Blues Rock bedeutet. Inzwischen hat sich das Spaßprojekt zu einer ernsthaften Band gemausert und man kann bereits ein halbes Dutzend Studio- und Live-Alben aus dem Regal ziehen.
Die Entwicklung ist natürlich auch nicht ganz spurlos an Soul Doctor vorüber gegangen, was besonders auf dem neuesten Album WAY BACK TO THE BONE deutlich zu hören ist. Wem ist es zu verdenken, dass man nach solch langer Zeit auch langsam kommerziell punkten möchte. Prinzipiell ist da nichts dagegen zu sagen, wenn dabei die Eigenständigkeit nicht auf der Strecke bleibt. Und genau an dieser Stelle ist es dann passiert. Authentische Hard und Blues Rock-Themen wurden mir eine (deutliche) Spur zu stark geglättet, auf Herz-Schmerz und Tralala getrimmt. Bands wie Fair Warning oder Gotthard existieren bereits, warum solchen Vorbildern nacheifern, wenn das eigene Konzept bisher keinen Anlass zur Kritik gab? Nun, diese Frage kann nur die Band selbst beantworten.
Bereits beim Opener "First Man on the Moon" fällt es schwer, die schnörkellose Spielart der "alten" Soul Doctor wiederzuerkennen. Hinter jeder Menge Synthieklänge verbirgt sich ein makellos konstruierter Bombast-Rocker, der Fair Warning gut zu Gesicht gestanden hätte. Für Fans der ersten Stunde trotz Tommy Hearts glänzender Gesangsleistung ein schwer verdaulicher Brocken, trotz erkennbarem Kashmir-Riffing der Led Zepps.
Weichgespült, aber durchaus eingängig und mitreißend komponiert, kann "Lightning and Thunder" mit seinem Galopp durchaus Punkte einfahren, bietet jedoch kaum überraschendes.
Ein Tick weniger Tempo und "Can I stand losing" wäre ein reinrassiger AOR-Straßenfeger, was Piano- und Synthieklänge anstatt harter Gitarrenklänge noch deutlich unterstreichen. Wüsste ich nicht von wem dieser Song stammt, könnte ich auch auf Toto oder Gotthard tippen.
Ab und zu blitzendie alten Tugenden auf, was beim langsamen Blues Rocker "Love crashed down" eindeutig der Fall ist, auch wenn dieser Song auch ebenso den bereits anfänglich erwähnten Gotthard-Jungs gut zu Gesicht stehen könnte.
So richtig schmachten kann man bei der anschließenden Ballade "Time of Yesterday", bei der mir besonders Tommy Hearts Gesangsleistung mächtig beeindruckt hat. Gefühl pur, genau wie eine Ballade sein sollte.
Nur geringfügig mehr Tempo bringt der melodisch angelegte Hard Rocker "Here comes the Night" mit, abgesehen von den kurzen Zwischenspurts. Etwas mehr Schwung bieten die Jungs mit "Heartache Heartbreak", das zunächst recht synthielastig und gemächlich beginnt, sich aber schnell in Mitnick-Regionen hinaufschraubt.
Der Titel ist das Motto, denn "Coming Home" bietet die bisher schmerzlich vermissten Soul Doctor Tugenden der letzten Alben, auch wenn etwas an der melodic-Schraube gedreht wurde. Und als ob mich die Jungs erhört haben folgen mit "Welcome to the Party" und "Take it while it's hot" zum Schluss nochmal zwei blueslastige Hard Rocker, die einfach nur Laune machen. Nicht auszudenken, wäre das ganze Album mit solcher Kost voll gepackt gewesen...
Fazit: Erneut ist es Soul Doctor mit WAY BACK TO THE BONE gelungen ein zeitgemäßes Rockalbum abzuliefern, das auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig erscheint. Schade nur, dass man sich Tommy Hearts "Hauptband" Fair Warning ein gutes Stück weit angenähert hat. Diese Annäherung kann man sowohl bei den Melodien, als auch der Art des Gesangs zu oft deutlich erkennen. Damit fällt es natürlich deutlich schwerer eine Trennlinie zwischen den beiden zu ziehen und die Eigenständigkeit der Band herauszustellen. Ohne Eigenständigkeit bleibt für Soul Doctor jedoch nur noch ein Platz in der großen Masse solider melodisch angehauchter Hard Rock-Bands. Mit WAY BACK TO THE BONE hätte ich mir eine konsequente Rückkehr zu alten Stärken der ersten Stunden gewünscht. Mehr Spontanität, weniger geschliffene Hooklines und weniger vorhersehbare Songs. Na ja, vielleicht ist das nur eine Zwischenphase und das nächste Album zeigt sich wieder als 100% Soul Doctor - wünschen würde ich es mir! |
Tipp:
| | Fans von Gotthard und auch ein großer Teil von Soul Doctor werden mit diesem Album gut bedient. |
Titel-Liste:
| | - First Man on the Moon
- Lightning and Thunder
- Can I stand losing
- Love crashed down
- Time of Yesterday
- Here comes the Night
- Heartache Heartbreak
- Coming Home
- Welcome to the Party
- Take it while it's hot
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.souldoctorrocks.com  |
Probehören und Kaufen:
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Bandinfos |
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