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Review: Soulfly
 
CONQUER

Album:
 CONQUER, 2008, Roadrunner

Stil:
 Thrash Metal, Nu Metal

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 14.07.2008

Review:
 Im Juli des Jahres 2008 wird das sechste Album der Band Soulfly unter dem Namen CONQUER erscheinen, was übersetzt "erobern" bedeutet und wir durften es schon einmal vorab testen. Wollen Soulfly damit auch wieder unsere Herzen erobern? Die Zusatzinformationen zu diesem Album klingen echt beängstigend. Zitate wie Der "Soulfly Tribe" betritt erneut den Kriegspfad oder Mit CONQUER [...] schaffen Soulfly das musikalische Äquivalent zu Hollywood-Klassikern wie Braveheart oder Das Arsenal im Schützengraben lässt alle Zuhörer musikalisch auf Höchstspannung hoffen. Auf jeden Fall wollen Soulfly mit diesem Album wieder zurück zu den Wurzeln und es soll ihr härtestes und metall-lastigstes Album sein. Was letztendlich bei dem "Massaker" wirklich herauskommt, werden wir im Folgenden sehen.

Beginnen wollen wir mit dem ersten Song "Blood, Fire, War, Hate". Die ersten Töne klingen sehr bombastisch fast in Richtung opernhaft. Doch nicht lange. Die monotone Abfolge der vier Worte "Blood", "Fire", "Water", "Hate" ziehen sich wie ein roter Faden durch den Song. Mit jeder Note wird dieser Song härter und härter. Das Schlagzeug trommelt, was die Felle hergeben. Die Stimme von Max Cavalera scheint sich an manchen Stellen zu überschlagen. Getrost nach dem Motto "hart, härter und noch ein bisschen härter".
Danach erfreut uns "Unleash". Der Anfang klingt ein bisschen verwirrt, leicht exzessiv und psychedelisch. Im Vergleich zum Vorgänger hält man sich an die gleiche Machart. Der Refrain, den man am Anfang als ein bisschen verrückt wahrgenommen hat, taucht immer wieder auf. Das macht das Ganze etwas abwechslungsreicher. Gegen Ende zu wird man dann sogar noch etwas ruhiger und spaciger. Zum Ende hin geht es wieder ab, Schlagzeug, Bass und Gitarre müssen Höchstleistung bringen. Das die das überhaupt überleben ist fast ein Wunder.
"Paranoia" beginnt, wie der Titel es vermuten lässt. Paranoid. Der Song ist im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht ganz so schnell; eher schwerfällig und schwermütig. Man kann auch depressive Nuancen erkennen. Dennoch gefallen die Gitarrenriffs sehr gut, da sie sich fast wie mit einem Brenneisen ins Gehirn brennen. Klasse ist auch das Gitarrensolo zur Mitte hin. Hätte man Soulfly-Gitarrist Marc Rizzo gar nicht zugetraut.
Daran schließt sich "Warmageddon" an. Der Anfang lässt sich irgendwie nicht so richtig einordnen. Hallende und dumpfe Schlagzeugklänge, die in zwischenzeitlich in einem infernalischem Gitarrensolo eintauchen, aber man kehrt immer wieder zu diesen seltsamen Schlagzeugklängen zurück. In der Mitte des Songs wird es dann erträglicher. Der Gesang nimmt den üblichen Soulfly Standard an. Es wird hier nicht gegeizt und ein Gitarrensolo folgt dem anderen. Das gibt diesem Song noch ein gewisses Extra. Auf jeden Fall bewahrt es ihn vor einer schlechten Bewertung. So kann's gehen...
"Enemy Ghost" folgt darauf. Einer von fünf Anspieltipps. Der Song "rockt" in gewohnter Weise. Soulfly bewegen sich hier auf bekannten Pfaden. Der Rhythmus ist mittlerweile von diversen Vorgängersongs bekannt. Zur Mitte hin erkennt man sogar Elemente von Thrash, was ja ihrem eigentlichen Musikstil entspricht.
Mit "Rough" geht es weiter. Infernalisches Gebrüll leitet den Song ein. Man kann es kaum glauben, aber die Stimme von Max Cavalera gibt immer noch die volle Leistung. Bei dem tiefen Stimmlagen ein Wunder. Ansonsten bewegt man sich auf dem Niveau der Vorgänger. Viel Neues gibt es nicht zu berichten. Zum Ende hin wird es einem ganz anders zu Mute. Der Song kippt in eine etwas abgehobene Richtung ab. Für Science-Fiction Filme bestens geeignet.
Weiter geht es mit dem Song "Fall of the Sycophants". Der Anfang klingt ein bisschen abgehoben; etwas futuristisch durchzogen mit härteren Einlagen. Doch das soll nicht lange anhalten. Danach dreht der Song dermaßen auf, dass man meint, einem fliegen gleich die Boxen um die Ohren. Brutal und ungeniert legen Soulfly zu. Ach wenn es zur Mitte hin etwas gemächlicher wird, ist dies doch kein Anzeichen von Schwäche. Denn kurz danach wird man eines besseren belehrt. Man kehrt zum typischen Stil zurück. Also dieser Rhythmus mit der Kombination von Gitarre und Schlagzeug beeindruckt total...
Bei "Doom" meint man zuerst an eine Rückkopplung zwischen Player und Boxen. Doch das ist nur eine Täuschung. Gnadenlos legen Soulfly los. Wunderbare Gitarrensoli beinhaltet dieser Song. Zwischenzeitlich kommen aber auch orientalische Klänge zum Vorschein. Eine wirklich gut gelungene Mischung!
Ganz anders kommt "For Those about to Rot" daher. Die ersten Klänge sind doch eher brasilianisch gefärbt. Der folgende Part erinnert einen mehr an Sepultura als an Soulfly. Aber Max Cavalera stammt ja davon ab. Da hat er sich wohl ein paar Anleihen aus früheren Zeiten genommen. Zm Ende hin wird der Song sehr düster. Es klingt fast nach Weltuntergangsstimmung gepaart mit orientalischen bzw. indischen Klängen.
Der vorletzte Song "Touching the Void" beginnt total depressiv. Tiefe, dumpfe und schwerfällige Gitarrenklänge leiten den Song ein. Dieses Motto zieht sch durch den gesamten Song hindurch. Die musikalische Richtung könnte man schon in Richtung "Doom Metal" oder "Death Metal" einordnen. Passt irgendwie nicht so richtig zu Soulfly. Aber der Beat stimmt. Irgendwie geht einem das Teil dennoch ins Ohr.
"Soulfly VI" beschließt dieses Album. Grillengezirpe leiten den Song ein, Was danach folgt kommt, klingt in bisschen nach Country oder 70er Jahre "Love Rock". Viel Gitarreneinsatz, zu viel Melancholie. So richtig passt es nicht zu diesem Album, weil die musikalische Ausrichtung überhaupt nicht zu den vorhergegangen Songs übereinstimmt. Kurz und knapp: "Schmusesong". Da hätte man sich doch etwas mehr anstrengen sollen. Mehr braucht wohl an dieser Stelle nicht mehr gesagt zu werden. Und das zieht auch die Wertung runter...

Fazit: Soulfly ist eben Soulfly. Auch wenn mir dieses Album nach dem ersten Anhören gar nicht so gut gefallen hat, änderte sich dies nach mehrmaligem Hinhören ganz gewaltig. Manchmal erschließt sich eben beste Qualität nicht immer auf den ersten Blick (d.h. anhören). Ein durchaus sehr gelungenes Album, auch wenn man sich stilistisch von den vorherigen Alben etwas entfernt hat.

Anspieltipps:
 Besonders toll sind die Songs "Unleash", "Paranoia", "Enemy Ghost", "Rough" und "Fall of the Sycophants". "Da tanzt der Bär". Das dürfte wohl den Stil von Soulfly am Besten treffen.

Titel-Liste:
 
  1. Blood, Fire, War, Hate
  2. Unleash
  3. Paranoia
  4. Warmageddon
  5. Enemy Ghost
  6. Rough
  7. Fall of the Sycophants
  8. Doom
  9. For Those about to Rot
  10. Touching the Void
  11. Soulfly VI

Laufzeit:
 57:16 Min.


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