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Review: Soulfly
 
OMEN

Album:
 OMEN, 2010, Roadrunner

Stil:
 Thrash Metal, Nu Metal

Wertung:
 6,5 von 7
6,5 von 7 Punkten
 M.U., 23.05.2010

Review:
 Max Cavalera und seine Mannen aus Brasilien sind endlich wieder zurück. Zwei Jahre nach dem Album CONQUER sind Soulfly in gleicher Besetzung wieder da. Nach dem Projekt Cavalera Conspiracy hatte man nicht mehr so recht geglaubt, dass Soulfly überhaupt noch einmal zu Tage treten wird. Aber dieses Album überzeugt uns davon, dass dem nicht so ist. Und das ist gut so.. Obwohl laut Webseite das offizielle Release erst am 25. Mai 2010 sein soll, steht das Album schon ein paar Tage vorher in den Regalen. Interessanterweise geben hier Tommy Victor von Prong und Greg Puciato of The Dillinger Escape Plan einen Gastauftritt. Und diese Chance wollen wir uns nicht entgehen lassen. Ist Nomen gleich OMEN?

Mit einem "Blutbad" beginnt das siebente Album. "Bloodbath & Beyond" ist der erste Song und der kennt auch von der ersten Sekunde an kein Pardon. Schnell, brutal und gnadenlos hart startet der Song. So kennt man Soulfly. Keine Kompromisse. Er klingt ein bisschen wie eine Mischung aus Sex Pistols und Dead Kennedys, also eine leicht punkige Note.
"Rise of the Fallen" ist dagegen etwas schwerfälliger, etwas getragener. Hat aber einen gewissen Groove, der einen sofort mit swingen lässt. Eine leicht depressive Tendenz ist heraus zuhören.
Größere Depressionen sind mit "Great Depression" allerdings nicht zu befürchten. Eher eine freudige Erwartung, was kommen wird. Schnelle Gitarrenriffs à la Classic Rock, ein durchgedrehtes Schlagzeug und die beeindruckende Stimme von Max Cavalera sind die Eckpunkte für diesen Song.
Ob Soulfly einer tödlichen Injektion gleicht, sollte jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall ist "Lethal Injection" alles andere als tödlich. Eher das Gegenteil. Ein schwerer bis getragener Rhythmus sind die Basis für diesen Song. Auch hier wieder die Gitarre à la Classic Rock. Viele Gemeinsamkeiten zum Vorgänger.
Markante Klänge eines Schlagzeuges leiten "Kingdom" ein. Max's Stimme hat immer noch diesen tiefen groovigen Klang. Und das schon beim fünften Track. Musikalisch setzt man auf Bewährtes, eben auf Soulfly.
Wer ist "Jeffrey Dahmer"? Auch mit diesem Song wird man nicht viel klüger um wen es sich hier handeln soll. Ist auch egal, Hauptsache die Musik stimmt. Und das tut sie wirklich. Schön gespielter Nu Metal, der einem sehr eingängig erscheint. Auch schön, die Gitarrenriffs, die wieder ein bisschen an den guten alten Hardrock erinnern.
Weiter geht es mit "Off with their Heads". Hier finden wir wieder härtere Züge vor, die in den letzten beiden Songs ein bisschen zu kurz gekommen sind. Nach Nu Metal nun wieder Thrash Metal mit eine überdrehten Gitarre, die teilweise in den höchsten Tönen klingt. Dies wird allerdings durch die tiefe Stimme des Sängers abgemildert. Daher klingt der Song wohl so gut.
"Vulture Culture" ist ein sehr schnell gespielter Song, wobei man fast den Eindruck gewinnt, dass weder die Instrumente noch der Gesang wirklich nachkommen.
Keine Angst, mit Doom hat "Mega-Doom" nichts zu tun. Auch wenn der erste Eindruck dies vielleicht befürchten ließe. Aber Soulfly wäre nicht Soulfly, um solche Ängste in alle Winde zu zerstreuen. Es handelt sich eher um gut gespielten Thrash Metal, der durch den unbarmherzigen Einsatz des Schlagzeugs unterstützt wird.
Der vorletzte Song "Counter Sabotage" ist wieder ein Kracher... Hart, schnell und brutal und knapp am Rande des "Wahnsinns". Ein echtes Prachtstück musikalischer Kunst.
Was wäre ein Soulfly Album, wenn nicht der letzte Song "Soulfly Nr. X" heißt. Und auch hier ist es wieder so. Der letzte Song trägt den Titel "Soulfly VII". Na wenigstens irrt man sich nicht in der Reihenfolge der Alben und um das wievielte es sich handelt. Es muss der letzte Song sein, in dem sich Soulfly zu seinen brasilianischen Wurzeln bekennt. Der Song ist sehr ruhig gehalten, schon fast balladenhaft und mit einer sehr weich klingenden Gitarre erinnert es einen schon mehr an Carlos Santana. Aber nach dem Feuerweg von zuvor eine gute Gelegenheit, wieder auf dem Boden der Tatsache zurückzukommen.

Fazit: Und wieder einmal mehr liefern Soulfly ein überaus beeindruckendes Album ab. Seit dem Projekt Cavalera Conspiracy hätte wohl kaum einer noch an diese Band geglaubt und so ist um so schöner, dass es sie dennoch gibt. Mit dem siebten Album OMEN schließen sie nahtlos an die Erfolgsserie der Vorgänger an. War schon CONQUER ein Erfolg, so legen sie mit OMEN die Messlatte noch ein Stückchen höher. Leider ist die "Latte" mit knapp 41 Minuten Spieldauer etwas arg kurz geraten.

Anspieltipps:
 "Bloodbath & Beyond", "Rise Of The Fallen" , "Great Depression", "Off With Their Heads" und "Counter Sabotage".

Titel-Liste:
 
  1. Bloodbath & Beyond
  2. Rise of the Fallen
  3. Great Depression
  4. Lethal Injection
  5. Kingdom
  6. Jeffrey Dahmer
  7. Off with their Heads
  8. Vulture Culture
  9. Mega-Doom
  10. Counter Sabotage
  11. Soulfly VII

Laufzeit:
 40:32 Min.

Probehören und Kaufen:
Soulfly: OMEN

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