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Review: Soziedad Alkoholika
 
MALA SANGRE

Album:
 MALA SANGRE, 2008, Roadrunner

Stil:
 Thrashcore

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 M.U., 20.09.2008

Review:
 Wer bei Spanien nur an Stierkampf, Paella, Flamenco, Schnulzen von Julio I. oder Ballermann-Musik denkt, sollte seine Meinung über dieses Land einmal gründlich überdenken. Denn Spanien hat deutlich mehr zu bieten. Besonders musikalisch. Nehmen wir beispielsweise die Band Soziedad Alkoholika, die aus dem kampferprobten Baskenland kommt. Und genauso kampferprobt klingt auch ihre Musik, die ein bisschen an Agnostic Front erinnert. Stilrichtung: Thrashiger Hardcore. 1988 im nordspanischen Vitoria-Gasteiz, gegründet, sind sie nicht nur eine der ältesten, sondern eine der härtesten Bands des Landes. Gegründet als "Intoxikazion Etilika", unter deren Namen sie die ersten Demos aufnehmen. Gefolgt von vielen Monaten, die sie mit Konzerten in Clubs und Hallen füllen, egal ob groß oder klein. Dennoch erfolgt der Durchbruch erst mit dem dritten Studioalbum, welches, wie alle nachfolgenden Alben, über ihr selbstgegründetes Label "Mil A Gritos Records" erscheint. Dass es sich dabei um eine harte Band handelt, davon zeugt auch die Tatsache, dass sie für drei Jahre wegen sozialkritischer Texte der Zensur unterlagen. Aber mittlerweile haben sie sich etabliert und insgesamt acht Alben auf den Markt gebracht: MALA SANGRE, zu deutsch etwa "schlechtes Blut".

"Asalto" fungiert als Intro. Tiefe, mitbewegende Gitarrenklänge stimmen uns auf dieses Album ein. Schon jetzt wird die kommende Gangart markant angekündigt. Schwere, getragene Gitarren.
Und nun geht es richtig los. "Sangre al fin" klingt doch eher nach reinrassigem Speed Metal. Die tiefe, schnelle Stimme des Sängers macht den Eindruck perfekt. Auch die spanische Sprache, die ja eher hart ist, passt bestens zum aktuellen Rhythmus. Ab der Mitte schwenkt der Song dann in die angedeutete, schwerfällige und leicht düstere Stilrichtung.
Genauso speed-lastig beginnt der nächste Song "Dirreción propia". Schnell, hart, kraftvoll. Und dennoch weisst er auch einige sehr rhythmische Passagen auf. Besonders zur Mitte hin erkennt man dies recht; bevor es am Ende wieder ordentlich zur Sache geht. Alles in Allem eine gelungene Mischung aus Speed- und Thrash-Metal.
Mit sehr aggressiven Gitarrenklängen startet "Política del Miedo". Was besonders auffällt, ist das dominante, sehr schnell gespielte Schlagzeug. Besonders in diesem Song kommt sehr stark zur Geltung. Aber auch die Gitarre erhält ihren Platz. Nämlich mit einem tollen Solo nach halber Strecke. Der brutale Gesang hält unvermindert an.
"Intactos", "Solicitud de Condena" sowie "Por el Odio" ähnneln seinem Vorgänger. Anstelle des Schlagzeugs tut sich hier der Bass hervor. Unterstützt von einer aggressiv gespielten Gitarre und Schlagzeug. Das nimmt wieder einmal des Speedcharakter auf. Hervorragend gespielt. Wobei der letztere Song eher melodische Züge annimmt. Er setzt sich leicht von den beiden anderen Songs ab.
Vollkommen schrill beginnt "Dios vs. Alá". Eher futuristisch, eher spacig und abgefahren. Experimentelle Elemente sind ebenfalls vorhanden. Ein ganz anderer Song. Wenigstens der Anfang. Aber was wäre Soziedad Alkoholika, wenn sich nicht doch wieder den eigentlichen Rhythmus und Stilrichtung aufnehmen würden. Aufgepeppt wird der Song mit kurzen, eingeworfenen und sarkastisch klingenden Gelächter.
Sehr ruhig, schon fast melancholisch und balladenhaft präsentiert sich "Glock 19". Ich hoffe nur, Glock hat nichts mit dem gleichnamigen Waffenhersteller aus Österreich zu tun. Der Song bleibt seiner ganzen Länge extrem ruhig. Aber mit einer guten Minute kommt man schnell darüber hinweg.
"Nadie" und "Vivir para ti" erinnern ein stark an die brasilianischen Kollegen gleiches Genre. Hart, schnell, düster und schwerfällig. Er nimmt den roten Faden der vielen Vorgängersongs auf. Immerhin sind wir beim zehnten Song angelangt und fünf liegen noch vor uns.
Mit kräftigen Bass- und Schlagzeugklängen versucht "Mi Rabia" den Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Langsam bekommt man den Eindruck, dass sich die Songs beginnen, immer mehr zu ähneln. Richtig Neues ist im Moment nicht zu erkennen. Auch wenn man hier versucht, mit einem gefälligen Gitarrensolo sich etwas von der "Masse" abzuheben. Es gelingt nicht wirklich. "Punto y Segiudo" schlägt in die gleiche Kerbe.
"Siempre Alerta" beginnt mit sanften Gitarrenklängen. Sehr ruhig und anfangs eine sehr gespenstische Atmosphäre. Danach die Rückkehr zur üblichen Stilrichtung.
Der Zusatz "... Remix" beim letzten Song "Política del miedo rap solo Remix" erklärt viel. Der klingt sehr nach Rap und Hip-Hop und erinnert in vielen Passagen an Linkin Park. Spanische Linkin Park und Heavy Metal Einflüssen! Irgendwie doch sehr witzig gemacht. Aber ein Remix á la Rap und Hip-Hop hat auf einem Thrash- und Speed-Metal orientiertes Album nicht wirklich etwas zu suchen.

Fazit: Auch wenn die Band von sich behauptet, eher einen thrashigen Hardcore zu spielen, erinnert der Stil doch mehr an Speed-Metal. Solch harten Töne ist man wirklich aus Spanien nicht gewohnt. Aber sie sind eben eine der härtesten und ältesten, und damit erfahrensten Bands. Im Großen und Ganzen ein gut gemachtes Album, welches mit 15 Songs aufwarten kann. Allerdings wird man zum Ende hin den Verdacht nicht los, dass sich die Songs immer mehr angleichen. Man sieht es daran, dass beim Review manchmal mehrere Songs zusammengefasst worden sind. Aber dennoch ein Album, welches es ganz schön in sich hat und bestimmt kein Album sein wird, welches man einmal hört und dann für immer und ewig im CD-Regal auf nimmer Wiedersehen verschwindet.

Anspieltipps:
 Da wären "Sangre al fin", "Política del Miedo", "Nadie" und "Vivir para ti" zu nennen.

Titel-Liste:
 
  1. Asalto
  2. Sangre al fin
  3. Dirreción propia
  4. Política del Miedo
  5. Intactos
  6. Solicitud de Condena
  7. Por el Odio
  8. Dios vs. Alá
  9. Glock 19
  10. Nadie
  11. Vivir para ti
  12. Mi Rabia
  13. Punto y Segiudo
  14. Siempre Alerta
  15. Política del miedo rap solo Remix

Laufzeit:
 47:44 Min.

Band-Infos:
 
  • www.soziedadalkoholika.com 


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