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Review: Space Probe Taurus
 
SPACE PROBE TAURUS

Album:
 SPACE PROBE TAURUS, 2008, Buzzville

Stil:
 Acid Fuzz Rock

Wertung:
 5 von 7
5 von 7 Punkten
 J.G., 02.02.2009

Review:
 Bevor die vier Schweden sich dem aktuellen Stil des, na ja umschreiben wir es mal als Acid Rock mit jeder Menge Fuzzer, waren die ultralangen Instrumentals angesagt. Damals 1992 unter dem Namen Snake Machine gegründet, konnte einer der Psychedelic oder spacigen Rocksongs auch schon Mal knappe zehn Minuten dauern. Ungefähr zur selben, als auch damals Kyuss ihren Desert Rock zu Grabe trugen, verabschiedeten sich auch die Schweden von ihrem bisherigen Stil.
Seit 1997 sind die Songs deutlich rockiger, kompakter und gesangslastiger geworden. Nicht so stark Stoner, wie Monster Magnet, aber MC5 oder The Stooges treffen es ganz gut. Alte Biker-Filme aus den 60ern sollen außerdem ebenfalls als Inspirationsquelle gedient haben und das bemerkten offenbar auch die B-Movie-Regisseure, die sich Space Probe Taurus gerne für solche Filme als Soundtrack-Lieferanten ins Boot holen.

Bereits der Opener "Dig the Lizard" zeigt viele der Trademarks des schwedischen Quartetts. Der flotte rockige Grundtakt mit variablen Drum-Parts wird von oft bis an die Grenze verzerrter Gitarren begleitet und mit stimmkräftigen Frontmann-Einsatz veredelt, dessen Stimme zum Stil der Band passt, wie der berühmte Arsch auf den Eimer.
"Buzz Amp" setzt nahezu nahtlos den Opener fort, bevor mit "Molten Lava" die ersten spacigen Elemente Einzug halten. Diese werden jedoch schnell von einem recht treibenden Rockrhythmus abgelöst und der Refrain ist nahezu prädestiniert zum mitgröhlen.
Nein Leute, das ist nicht Hawkwind, auch wenn "Barefoot" durchaus mit einigen fossilen Elementen glänzt. In jedem Fall ist der spacige Song ideal zum Abfeiern geeignet und könnte vermutlich sogar David Wyndorf von den anfangs zitierten Monster Magnet gefallen.
"Psi-Burn" glänzt mit dominantem Bass-Spiel und jeder Menge Druck nach vorne. Die leicht verzerrte Stimme des Sängers ist diesmal fast markanter als die sonst so verzerrten Gitarren. Und wer hier beim Gitarren-Solo nicht mindestens zur Luftgitarre greift, dem ist nicht zu helfen.
Das bisherige Niveau bleibt erfreulicherweise bis zum Schluss erhalten. Auch wenn sich viele Songs schon alleine durch den Gitarrensound ähneln, so sind es immer wieder einzelne markante Strophen, die für Abwechslung sorgen. Und ist es Mal weder Mikromann noch Gitarrist, die für prägnanten Stoff sorgen, so springt der Drummer in die Bresche.
Für "Levitation" wird nochmal kräftig die Groove-Maschine angeheizt, bevor sich das Album mit "Gravity Rush" standesgemäß, aber fast etwas zu zeitig verabschiedet.
Schade, dass der Bonus-Track "She-Wolf Baby!" qualitätsmäßig etwas schwächelt und mit seinem Garage-Sound den Druck nicht voll herüber bringen kann, denn dann wäre es wirklich das krönende i-Tüpfelchen gewesen.

Fazit: Weltbewegende neue Klangwelten haben Space Probe Taurus sicherlich nicht beschritten, jedoch können sie handwerklich überzeugen und bieten bei aller Konkurrenz in diesem Metier eine gewisse Eigenständigkeit. Angesichts der Inspirationen aus der Biker-Szene, passen die Songs natürlich auch prima zum Abreiten auf dem Asphalt bei gemütlichem Tempo und scharfer Braut auf dem Sozius.
Wer sich von den älteren Semestern unter uns immer wieder gerne in die Jugendzeit der "good old" 60er und 70er entführen lässt, der bekommt hier ein herrlich "frisch" klingendes Retro-Scheibchen.

Anspieltipps:
 "Dig the Lizard", "Barefoot", "Psi-Burn" und "Levitation".

Tipp:
 Wer MC5 oder Blue Cheer im Regal stehen hat, sollte hier genauer hinhören. Aber auch Fans verwandter Genres und Bands wie Kyuss und Monster Magnet könnten an den Schweden Gefallen finden.

Titel-Liste:
 
  1. Dig the Lizard
  2. Buzz Amp
  3. Molten Lava
  4. Barefoot
  5. Psi-Burn
  6. Electric Explosion
  7. Snakebirth
  8. Supersonic Woman
  9. Levitation
  10. Gravity Rush
    - - - Bonus - - -
  11. She-Wolf Baby!

Laufzeit:
 43:17 Min.


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