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Review: Spock's Beard
 
X

Album:
 X, 2010, Mascot Label Group

Stil:
 Progressive Rock

Wertung:
 6 von 7
6 von 7 Punkten
 M.A., 02.09.2010

Review:
 Ganze 4 Jahre sind seit der letzten Veröffentlichung SPOCK'S BEARD vergangen. Vier lange Jahre, in denen man vergeblich auf ein Lebenszeichen der vier verbliebenen Mitglieder (der Sänger, Hauptsongwriter und kreative Kopf der Band, Neal Morse (u.a. Transatlantic) stieg im Jahre 2002 aus, um sich zukünftig christlicher Musik zu widmen) wartete. Die beiden letzten Longplayer OCTANE (2005) und SPOCK'S BEARD (2006) zeichneten sich vorwiegend durch ruhigere und poppigere Songs aus, als man dies von SB bislang gewohnt war. Richtig Gas wurde nur noch sehr selten gegeben. Insofern war man natürlich gespannt, in welche Richtung das Jubiläumsalbum gehen würde (X ist das 10. Studio-Album). Und mit diesem Album zeigen Nick D'Virgilio (Vocals, Drums, etc), Alan Morse (Gitarre), Ryo Okumoto (Keyboards) und Dave Meros (Bass), dass sie es immer noch draufhaben.

Nach dem ersten Hördurchgang stellt man positiv überrascht fest: Sie können doch noch ordentlich rocken und "progen", und tun dies auch das ganze Album hindurch. Schon der Opener" Edge of the In-Between" beginnt mit einem krachendem Intro aus Drums und Gitarren, geht über in einen Midtempo-Song mit wunderschönen Harmonien, der das Hauptthema des Songs bildet, immer wieder unterbrochen von Rhythmus-wechseln und jazzrockigen Zwischenspielen, in denen die beteiligten Musiker ihre Sonderklasse unter Beweis stellen. Wow! Was für ein Auftakt. Episch, rockig, verspielt und melodiös.
In diesem Stil geht es weiter. Allein drei von sieben Stücken durchbrechen die Zehn- Minuten-Marke (11, 16 und 17 Minuten). Und keines dieser Song-Epen wird auch nur zu einer Sekunde langweilig. Auch die "kürzeren" Songs unterhalten bestens, vor allem das irrwitzige Instrumentalstück" Kamikaze". Oftmals werden die Songs durch "purple-eske" Passagen durchzogen (" From the Darkness"), um sich im nächsten Moment in sphärische und melodietrunkene Midtempo-Nummern zu verwandeln.
Man wird in jeder der knapp 72 Minuten andauernden Tour-de-Force bestens unterhalten. Es gibt hier so viele Details zu entdecken, die man unmöglich alle beim ersten Durchgang wahrnehmen kann. Und genau dies macht diese Platte so spannend. Die Wechselspiele zwischen den melodiösen, gemäßigteren und den hart zupackenden rockigen Passagen sind es, die den großen Unterschied zu den Vorgänger-Alben ausmachen. Und immer wieder diese wunderschönen Melodielinien die durch den Gesang von Nick D'Virgilio getragen werden. Jede Menge Spielfreude ist spür- und hörbar. Die erstklassige Produktion, die in diesem Genre üblich ist, tut ihr übriges dazu.
Für mich persönlich die Überraschung des Jahres! Eine formidable Rückkehr der "Leading Force of today's Progressive Music".

Fazit: Nach langer Zeit mal wieder ein SB-Album, auf dem es in gesundem Maße brodelt, raucht und kracht. Der Rock-Anteil überwiegt hier ganz klar (im Gegensatz zu den eher gemäßigteren Platten der letzten Jahre). Mitreißend und aufregend! Ein anspruchsvolles Sahnestück Prog-Rock!

Anspieltipps:
 "Edge of the In-Between", "From the Darkness", "Kamikaze", Jaws of Heaven".

Tipp:
 Da es sich bei diesem Release um eine ausgewogene Mischung aus den klassischen Spock's Beard der Frühphase (mit Neal Morse) als auch der Morse-losen Jahre handelt, dürften sich auch die SB-Fans der ersten Stunde mit X anfreunden können. Im übrigen ist den alten Haudegen nach längerer Zeit mal wieder ein ganz großer Wurf gelungen, der jeden Progrock-Anhänger begeistern dürfte. Oder anders ausgedrückt: Ab in den nächsten Platten-Laden, den Nachbarn Kino-Karten spendieren und die PA aufdrehen. Viel Vergnügen

Titel-Liste:
 
  1. Edge of the In-Between
  2. Kamikaze
  3. The Emperor's Clothes
  4. From the Darkness
  5. The Quiet House
  6. The Man behind the Curtain
  7. Jaws of Heaven

Laufzeit:
 71:22 Min.

Band-Infos:
 
  • www.spocksbeard.com 

  • Probehören und Kaufen:
    Spock's Beard: X

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