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Review: Stainless Steel
 
THE PLAGUE

Album:
 THE PLAGUE, 2007, Nail Records

Stil:
 Power Metal

Wertung:
 5,5 von 7
5,5 von 7 Punkten
 S.M., 23.02.2008

Review:
 Mit Heavy Metal aus Ungarn kam ich bislang selten in Berührung. Vieles, was im Land von Salami und Gulaschsuppe produziert wird, findet wahrscheinlich auch nicht den Weg über die Landesgrenzen hinweg. Bei Stainless Steel war es anders, denn das 2002er Album RED HEAT WITHIN konnte ich in einem CD-Second-Hand-Shop in Heidelberg aufstöbern und habe es mir zugelegt. Zum Glück, denn die Magyaren präsentierten darauf ziemlich hochklassigen True Metal, ein bisschen an härtere Judas-Priest-Werke angelehnt (wen wundert´s bei dem Bandnamen!).
Freudlicherweise erhielten wir das 2007 erschienene Nachfolgewerk THE PLAGUE zur Rezension. Es handelt sich dabei um ein Konzept-Album nach dem gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Albert Camus. Das 1947 veröffentlichte Buch hat Camus´ eigene Erfahrungen während des zweiten Weltkriegs als Hintergrund.
Von Stainless Steels Gründungsformation im Jahre 1994 sind nur Sänger und Gitarrist Jozsef Kreisz und Drummer Peter Kovacs übriggeblieben. Zur weiteren Besetzung gehören heute Dominik Dioszegi (Gitarre), Zoltan Kassai (Bass) und Csaba Stipka (Keyboard, Backing Vocals).

Stilistisch ist THE PLAGUE gar nicht mehr mit dem Vorgänger vergleichbar. Vom True Metal haben sich Stainless Steel eigentlich vollständig abgewandt und dem Power Metal zugekehrt. Die Einflüsse spielen sich jetzt irgendwo zwischen straighten Rage-Stücken und melodischen Power Metal-Songs á la Insania ab.
Das bedeutet aber keine musikalische Verschlechterung. Statt gutem True Metal präsentieren uns die Ungarn nun einfach hochwertigen Power Metal. Dabei verstehen alle Band-Mitglieder ihr Handwerk. Die Drums peitschen großteils den Doublebass-Beat voran, der Bass sorgt nicht nur für eine rhythmische Basis, sondern hat auch einige interessante Läufe im Vordergrund. Die Gitarren streuen die eingängigen Riffs ein und können durch virtuose Soli überzeugen wie beispielsweise beim Song "Beyond the Clouds". Das Keyboard sorgt für eine melodiöse Untermalung und veredelt besonders gekonnt die Höhepunkte. Joszsef Kreisz´ Gesang spielt sich meistens in angenehmen, gemäßigten Tonlagen ab, aber er kommt auch mit hohen Tönen klar, ohne die Gehörgänge zu strapazieren.

Stainless Steel beweisen ein gutes Händchen für eingängige Melodien. Die Songs werden strukturiert aufgebaut, die Hooklines steuern zielgenau auf die Refrains zu und die Soloeinlagen ufern nicht aus, sondern unterstützen die Qualität der Stücke.
Trotz des eher schwermütigen Themas - immerhin geht es um Erlebnisse während eines Krieges - werden die Songs harmonisch umgesetzt und ausgedrückt. Dies erscheint etwas kontrovers, aber es geht ja in erster Linie um die Musik, die den Hörer begeistern soll, und nicht um die Texte. Außerdem passen Power Metal und Melancholie nur schwer zusammen.
Gelegentlich werden auch progressive Arrangments verwendet, die den Power Metal-Vormarsch kurzzeitig unterbrechen, um auch ruhigere und auch nachdenklichere Aspekte einzubringen, doch der rote Faden der Stücke geht niemals verloren.
Sehr stark sind die Refrains, die durch schöne chorale Untermalungen bestens ausgereizt werden, und die man sofort mitsingen möchte, wie bei "Beginning", "Children of Innocent", "Voices of Darkness" und "Proclamation of Freedom". Auch die Halbballade "Healer´s Memories" kann man durch die emotionale Ausdruckskraft zu den Album-Highlights zählen.
Im Endeffekt gibt es nur einen einzigen Kritikpunkt: Die Abwechslung. Denn diese kommt ein bisschen zu kurz. Es sind einfach zu viele Songs ähnlich aufgebaut und arrangiert.

Fazit: Stainless Steel bieten immer noch hochklassigen Heavy Metal, auch wenn sich die stilistische Ausrichtung ein wenig geändert hat. Ich hoffe, dass sie mit THE PLAGUE ihren Bekanntheitsgrad noch steigern und den Status eines Underground-Geheimtipps hinter sich lassen können. Das Zeug dazu haben sie allemal.

Tipp:
 THE PLAGUE spricht sicherlich alle Fans des eingängigen Power Metals an. Wer Gamma Ray, Helloween, Rage, Stratovarius, Metalium, Insania, Godiva usw. hört, sollte ruhig auch mal ein Auge oder Ohr auf die fünf Ungarn werfen.

Titel-Liste:
 
  1. Oran, 1940...
  2. Beginning
  3. Children of Innocent
  4. New Spell
  5. Pestilence
  6. Inner Fears
  7. Voices of Darkness
  8. Bewildered
  9. All that you'd given me...
  10. Healer's Memories
  11. Beyond the Clouds
  12. Proclamation of Freedom

Laufzeit:
 48:40 Min.

Band-Infos:
 
  • www.stainlesssteel.hu 


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