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Review: State Of Rock
 
A POINT OF DESTINY

Album:
 A POINT OF DESTINY, 2010, Metal Heaven

Stil:
 Melodic Rock

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 28.01.2010

Review:
 Eigentlich ist es egal, welchen Namen dem Kind verpassen will. Die einen nennen es Projekt, die anderen "ernsthafte" Band. Unter dem Strich ist besonders auf dem AOR-Sektor das Rezept dazu recht einfach: Man nehme die Reste einer ehemaligen oder auch noch existierenden Band und reichere diese durch einen oder wahlweise auch mehrere namhafte Mitstreiter und/oder Gastmusiker an. Meist genügen dann auch die großen Namen, um genügend Kaufinteressenten anzulocken.
Das mag dem einen oder anderen Musikfan gegen den Strich gehen und ein ernsthaftes kommerzielles Interesse seitens der Musiker ist wohl nicht abzustreiten. Klar bleibt der Wunsch bestehen Musik zunächst der Musik wegen zu produzieren und nicht ausschließlich mit Verkaufszahlen zu liebäugeln. Gibt es auch, nennt sich Pop oder (noch schlimmer) Schlager, gehört aber weder Zu Rock, oder Metal noch Punk.
Genug gemault, schauen wir uns State of Rock genauer an, so finden wir neben den drei ehemaligen Frontline-Leuten noch als Galeonsfigur keinen geringeren als TNT/Shy-Sänger Tony Mills. Da sollte in der Theorie schon mal nichts anbrennen und der erste Höreindruck bestätigt einen soliden Gesamteindruck.

Solide, trifft den Nagel auf den Kopf, denn das ist auch die Masse der Songs, die es nicht vermögen, sich von gleichgestrickten Dutzendartikeln der (gefühlt) exponentiell steigenden Menge an Mitstreitern durchzusetzen. Dies zeigt sich so nebenbei bemerkt auch beim Cover-Artwork, das einem Profi wohl kaum mehr als eine halbe Stunde Arbeit abverlangen mag. Ein Hintergrund, zwei Motive, zwei Zeichensätze, Farbverlauf von warmen Gelb zu kühlem Blau und ein paar Wipes - fertig.
Ein gutes Beispiel für diese demonstrierte Routine ist zur Abwechslung einmal eine Ballade. "Don't make me cry" funktioniert bei der breiten Masse unkritischer Hörerscharen sicherlich wie der Glockenton beim Pawlowschen Hund. Kaum dröhnen die ersten Wohlfühl-Riffs aus den Boxen, ist kuscheln angesagt. Ansonsten ist nüchtern betrachtet außer Tonys schmachtender Stimme kaum überwältigend Neues zu finden.
Aber es gibt auch ein paar erfreuliche Ausnahmen, die sich von der gebotenen Massenware absetzen. Das gemächlich startende und im weiteren Verlauf wuchtiger werdende "Without my Love" ist sicherlich hörenswert und wird auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig.
Auch das Keyboard-lastige "Freedom" weiß durchaus zu begeistern, das auch vor fetten Chören und härteren Gitarrenlicks nicht zurück schreckt.
Dann wird es aber auch schon schwer wirklich Neues zu finden. Egal ob Opener "Black & Blue" mit mit Retro-Orgel und massiven Hells Bells Anleihen (tja, AC/DC zieht wohl immer) oder dem Schlussrunden-Dinner for One-Song (...same procedure as ervery year..) "Somewhere" bewegt sich alles in bestens vertrauten Gefilden.

Fazit: Abgesehen von Tony Mills Ausnahmestimme und einigen interessanten Gitarrenausritten des Flitzefingers Robby Böbel, bekommt der geneigte AOR Fan solide Melodic Rock Kost, die mit ein paar besseren Songs zu überzeugen weiß, im Schnitt jedoch kaum aus der immer größer werdenden Menge an gleichgestrickten Combos herauszustechen vermag. Es regiert die Routine und das in Jahren handwerklich erarbeitete Können über die tatsächliche Leidenschaft zur Musik. Das mag dem einen oder anderen gefallen oder egal sein. Diese Vorgehensweise wird es aber schwer haben dauerhafte Duftmarken zu setzen. Und selbst der Kommerzmotor arbeitet nur mit Vitamin B oder eben Songs, die Aufmerksamkeit verursachen wirklich lukrativ.

Anspieltipps:
 "Without my Love", "Freedom"

Tipp:
 Für AOR-Fans eine solide Scheibe, die genau die richtigen Knöpfe drückt, um sich beim Musikhören wohl zu fühlen. Für Tony Mills-Fans sicherlich eine Empfehlung.

Titel-Liste:
 
  1. Black & Blue
  2. Without my Love
  3. Heartless Dreamer
  4. Don't make me cry
  5. Hanging in the Balance
  6. Freedom
  7. Count me out
  8. A Point of Destiny
  9. Friction
  10. Somewhere

Laufzeit:
 46:12 Min.

Band-Infos:
 
  • www.stateofrock.net 

  • Probehören und Kaufen:
    State of Rock: A Point of Destiny

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