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Review: Static-X
 
CULT OF STATIC

Album:
 CULT OF STATIC, 2009, Warner

Stil:
 Industrial Metal

Wertung:
 4,5 von 7
4,5 von 7 Punkten
 J.G., 18.12.2009

Review:
 Im Hause Static-X wird es nie langweilig. Glücklicherweise liegen negative Schlagzeilen schon eine Weile zurück und kaum noch jemand erinnert sich an Gitarrist Tripp und seine Straffälligkeit. Selbst der Streik des Tourbuses und die ausgefallene Europa-Tour 2007 ist schon fast verschmerzt. Da ist es dann doch eine willkommene Abwechslung, wenn Wayne Static, der Mann mit der Frisur aus der Steckdose mit Hochzeitsnachrichten überrascht und letztes Jahr seine langjährige Freundin und Pleasure Productions Ansprechpartnerin Tera Wray ehelicht. Ein Jahr später kommt nun sein neues Album CULT OF STATIC auf den Markt und möchte den kleinen CANNIBAL-Durchhänger vergessen machen. Kein leichtes Unterfangen, denn Übersongs wie "Destroy all" oder "Shadow Zone" liegen schon sechs Jahre zurück.

Umso erfreulicher, dass mit dem Opener "Lunatic" ein fetter Industrial-Song hingeknallt wird, der neben jeder Menge metallischen Klängen auch einen recht agil wirkenden Wayne präsentieren kann. Die Riffs sind schnell im Gehörgang, schaffen es aber nicht ganz zu überzeugen. Das Gitarren-Solo ist mit seiner Hard Rock-Lastigkeit stilistisch sicherlich etwas überraschend, aber nicht gänzlich passend. Im zweiten Versuch klappt es jedoch prima, sodass der Opener die Messlatte für die noch folgende Kost erfreulich hoch gehängt hat.
"Z28" kommt deutlich weniger metallisch rüber und schafft es mit seinem etwas gebremsten Tempo kaum, die Aggressivität der früheren Jahre zu transportieren. Zu zahn- und harmlos erscheint das Riffing, um nicht gar von "zu kommerziell" sprechen zu wollen.
Mit, man höre und staune AC/DC-style alá "Hells Bells", startet "Terminal" und würde stimmlich eine gewisse gesunde "Kotzstimmung" verbreiten, wirkt aber diesmal nicht stimmlich sondern musikalisch zu "weichgespült" - für Static-X-Verhältnisse, versteht sich.
Es stampft, es scheppert, es treibt, "Hypure" legt ein solides Intro hin, schwächelt zunächst beim Einsetzen des Gesangs, kann aber im weiteren Verlauf zumindest überwiegend überzeugen. Lediglich die Kompromisslosigkeit der frühen Jahre vermisse ich schmerzlich.
"Tera-Fied", das ruhigste Lied auf der Scheibe bietet Elektro-Pop, wie Kraftwerk in seinen besten Zeiten und fällt etwas aus dem Rahmen. Klar, es muss nicht immer nur Metal bis zum Erbrechen geboten werden, aber muss es gleich diese Überdosis Weichspüler sein? Bis dann letztendlich Wayne das harte Brett auspackt, haben manche Fans vermutlich schon die Skip-Taste gedrückt.
"Stingwray" steigert sich glücklicherweise recht schnell von einer Schmusekatze zu einem brüllenden Tiger und macht Lust auf mehr harte Kost. Und siehe da, mit dem spacigen mit typischem Wayne-Stakkato vorgetragenen "You Am I" und der Hassbrocken-Walze "Isolaytore" werden tatsächlich noch ein paar Scheite in den Kessel packt, bis das Überdruckventil zum ersten Mal Dampf ablassen kann. Was, nicht genug Druck? Na, dann war die Lautstärke nicht ausreichend.
Etwas schräg und gebremst kann "Nocturnally" den Druck im Kessel nicht mehr aufrecht erhalten und sorgt für Härteeinbußen auf der ganzen Linie.
"Skinned" hat mit den gleichen Problemen wie schon "Z28" zu kämpfen. Waynes Gesang wäre überzeugend, kann aber nicht auf die entsprechend druckvolle Unterstützung seiner Instrumentalisten bauen, so dass nicht mehr als zwei Drittel Leistung drin sind.
Der abwechslungsreiche Schlusspunkt "Grind 2 Halt" reißt das Ruder leider nicht mehr gänzlich herum. Industrial in dieser Form könnte auch von Glenn Danzig stammen, wären da nicht die jeweils ziemlich charakteristischen Stimmen der Akteure. Immerhin hat Wayne bei der Spieldauer zugelegt, denn mit mehr als 42 Minuten liegt dass satte 10% über dem Durchschnitt seiner letzten Alben...

Fazit: Wayne Static hat erneut ein solides Album abgeliefert, kann aber wie schon beim Vorgänger CANNIBAL den gnadenlosen Druck und die industrial-typische metallische kompromisslose Härte nicht 100%ig abrufen. Schade, denn ich kann mir gut vorstellen, dass Wayne immer noch genügend Themen hätte, über die er abkotzen könnte. Oder macht die Ehe sanft? Na das will ich doch nicht hoffen.

Titel-Liste:
 
  1. Lunatic
  2. Z28
  3. Terminal
  4. Hypure
  5. Tera-Fied
  6. Stingwray
  7. You Am I
  8. Isolaytore
  9. Nocturnally
  10. Skinned
  11. Grind 2 Halt

Laufzeit:
 42:11 Min.

Probehören und Kaufen:
Static-X: Cult of Static

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