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Review: Steelwing |
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Album:
| | ZONE OF ALIENATION, 2012, Noiseart |
Stil:
Wertung:
| |  6,5 von 7 Punkten | | V.R., 13.01.2012 |
Review:
| | Vor zwei Jahren konnten die Schweden von Steelwing mit ihrem Debüt-Album LORD OF THE WASTLAND gehörig Staub in der Szene aufwirbeln. So erfrischend, so klassisch, derart ursprünglich wie genanntes Werk hatte schon lange kein reinrassiges Heavy Metal-Debüt mehr geklungen. Kein Wunder, dass Steelwing anno 2012, gemeinsam mit den Kanadiern von Skullfist, zur ersten Garde der Heavy Metal-Newcomer gehören. Auch in diesem Jahr wollen Steelwing alte wie neue Metal-Fans auf eine Reise in die musikalische Welt der 80er Jahre mitnehmen. Mit jeder Menge Gitarrenpower und weitestgehend ohne Keyboard-Unterstützung legt die Band auf ihrem zweiten Album ZONE OF ALIENATION los – als hätte es sämtliche musikalischen Entwicklungen in der Metalszene seit Mitte der 80er nie gegeben! Damit werden Steelwing den meisten Metal-Fans sicher wieder ein seliges Lächeln ins Gesicht zaubern. Ob das Album das schon sehr ordentliche Niveau des Debutwerks nun aber – wie angekündigt – tatsächlich deutlich übertreffen kann, wird sich im Laufe dieser Rezension herausstellen.
Mit dem auf den kurzen Instrumental-Opener "2097 A.D." folgenden "Solar Wind Riders" ist Steelwing schon mal ein fulminanter Speed-Opener geglückt, der stärker ausgefallen ist als sämtliche Songs des Debüt-Albums. Die Band hat hier die ideale Mischung aus Melodie und Härte gefunden und haut dem Hörer nicht nur ein Oldschool-Riff nach dem anderen um die Ohren, sondern hat mit dem Ohrwurmrefrain auch noch einen wirklichen Trumpf im Ärmel. Zudem weist der Song auch eigene Elemente auf und kann damit nicht, wie noch manche Titel des Debüt-Albums, als reine NWOBHM-Neuauflage betitelt werden. Damit verleugnen Steelwing die Iron Maiden-betonten Wurzeln natürlich nicht, fügen diesen aber noch eine eigene Note hinzu, die dringend nötig ist, um auch langfristig im Metalsektor zu bestehen.
"Full Speed ahead!" erreicht das Niveau des Openers leider nicht, was aber auch schwer möglich wäre, denn derartige Ausnahmesongs schreibt man nicht allzu oft im Leben. Steelwing liefern hier einen grundsoliden, guten bis sehr guten Maiden-lastigen Metalkracher ab und liegen damit in etwa auf dem Level vieler Songs des Debüt-Albums.
Eine echte Überraschung hält "Breathless" bereit, da Steelwing hier geschwindigkeitsmäßig einen Gang zurückschalten und im Refrain ihren klassischen Heavy Metal tatsächlich mit Melodic Rock-Elementen vermengen. Damit erinnern sie ein bisschen an die locker dem NWOBHM-Bereich zugeordnete Band Praying Mantis, die Anfang der 80er einen ganz ähnlichen Stil verfolgten. Nicht die schlechteste Referenz, und der Song ist somit natürlich zwar weniger hart als die anderen, dafür aber unglaublich melodisch ausgefallen und sorgt damit nicht nur für Abwechslung, sondern auch für Begeisterung.
Anschließend liefern Steelwing mit "Tokkotai (Wind of Fury)" einen weiteren reinrassigen Heavy-Kracher ab, der allerdings weniger an Iron Maiden, sondern mehr an die Tygers of Pan Tang erinnert. Richtig cool ist dabei das chorunterlegte Gitarrensolo ausgefallen, das eine leicht mystische Stimmung verbreitet. Mit diesem Song ist das Band damit der vierte Volltreffer in Folge gelungen!
Und Steelwing denken gar nicht daran, nachzulassen, denn mit dem Titelsong "Zone of Alienation" hat die Band schon den nächsten Kracher in petto, der wieder stark in Richtung Iron Maiden schielt und alle Zutaten bereithält, den man im klassischen Heavy Metal-Bereich erwarten darf.
So langsam werden Steelwing unheimlich, denn auch mit "The running Man" lässt die Band kein Stück nach und präsentiert hier einen weiteren Metal-Song, der neben ordentlich Druck und Tempo auch die eingängigen Melodien nicht außer Acht lässt und sich damit genauso sehr als Anspieltipp empfiehlt wie die bisherigen Titel.
Mit "They came from the Skies" hat auf der Platte dann auch noch ein unglaublich starker Instrumentalsong seinen Platz gefunden, welcher zu keiner Zeit langweilig ist und dem Faktum, dass Steelwing auf dem Weg in die Oberklasse der Metal-Szene sind, noch zusätzlich Nachdruck verleiht.
Wer jetzt immer noch die Befürchtung hat, dass sich auf der Platte noch ein schwacher Titel verstecken könnte, der darf seine Ängste gerne ins Jenseits schicken, denn auch "Lunacy rising" ist ein unglaublich starker Metal-Kracher mit wilden Gitarrenriffs, vielen Tempiwechseln und einem hymnischen Refrain. Der Song ist zwar über zehn Minuten lang, doch mutet er zu keiner Zeit langweilig an, da in diesen zehn Minuten sehr viel passiert. Damit haben Steelwing auch ihre erste reinrassige Hymne abgeliefert, die zwar noch nicht ganz auf dem Level eines "Rime of the ancient Mariner" angesiedelt ist, das extrem hohe Potential dieser Newcomer-Band aber nur allzu deutlich aufzeigt.
Damit wären wir am Ende des regulären Teils angekommen, doch auf die Käufer der limitierten Sonderedition wartet noch eine geringfügig längere Fassung des Intros "2097 A.D. (Extended)", die sicher nicht unbedingt hätte sein müssen, eine gewisse Coolness aber nicht verbergen kann. Anschließend folgt mit "Hit em’ hard (2010 Demo)" noch ein recht simpel gestrickter Demosong aus dem Jahr 2010, der zwar durchaus gutklassig ausgefallen ist, aber auch aufzeigt, wie sehr sich die Band seitdem weiterentwickelt hat.
Fazit: Das Negative zuerst: Nach dem Opener (Intro nicht mitgerechnet) lassen Steelwing etwas nach und können dessen Niveau auch nicht mehr erreichen. Aber keine Angst, denn wer daraus eine Enttäuschung liest, der irrt. Mit dem Opener ist Steelwing nämlich ein Jahrhundertsong geglückt, der auf vielen Jahresbestenlisten seinen Platz finden sollte. Alle anderen Songs des Albums erreichen dieses Level zwar nicht, sind aber immer noch ganz weit davon entfernt, mittelmäßig oder gar schwach zu sein. Nein, ZONE OF ALIENATION enthält nicht einen einzigen schwachen Song, sondern einen Ausnahmetitel, sieben sehr gute bis hervorragende reguläre Songs, ein eher nebensächliches Intro und zwei Bonus-Tracks. Das ohnehin schon hohe Level des Debüts kann damit noch deutlich übertroffen werden. Doch damit nicht genug, denn so langsam scheint sich bei Steelwing auch ein eigenständiger Stil herauszukristallisieren. So klingen die Lieder der Band zwar immer noch ganz deutlich nach Heavy Metal in Reinkultur, doch hier und da zeigt sich die Eigenständigkeit Steelwings schon, indem sie im Opener beispielsweise mit hymnischen Chören arbeiten oder bei einem Titel sogar Melodic Rock-Einflüsse verarbeiten. Insgesamt liefert die Band mit ZONE OF ALIENATION das erste Highlight des noch sehr jungen Jahres ab und empfiehlt sich damit für weitere Großtaten. Ein kleines bisschen Luft nach oben gibt es zur Zeit noch, daher gibt es für dieses Album erst einmal 6,5 Punkte, aber die Höchstnote liegt für Steelwing bereits in Griffweite! |
Anspieltipps:
| | Da alle Songs des Albums unglaublich stark ausgefallen sind, dienen auch alle als Anspieltipp! |
Tipp:
| | Jeder Metaller, der mit reinrassigem Heavy Metal auch nur ein bisschen was anfangen kann, sollte sich dieses Highlight in den Plattenschrank holen! |
Titel-Liste:
| | - 2097 A.D.
- Solar Wind Riders
- Full Speed ahead!
- Breathless
- Tokkotai (Wind of Fury)
- Zone of Alienation
- The running Man
- They came from the Skies
- Lunacy rising
- 2097 A.D. (Extended)
- Hit ‘em hard (2010 Demo)
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Laufzeit:
Band-Infos:
| | www.myspace.com/steelwing  |
Probehören und Kaufen:
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